Hate Speech

»Sargnagel für viele Fälle strategischer Prozessführung«

Josephine Ballon ist Geschäftsführerin von HateAid. Foto: picture alliance / dts-Agentur

HateAid hat die Abweisung seiner Antisemitismus-Klage gegen die Plattform X durch das Landgericht Berlin kritisiert. »Dieses Urteil ist der Sargnagel für viele Fälle strategischer Prozessführung in Deutschland«, erklärte Josephine Ballon, die Geschäftsführerin der NGO.

Auch die European Union of Jewish Students (EUJS) war an der Klage beteiligt. Darin geht es um sechs antisemitische Kommentare, die X trotz Meldung zunächst nicht gelöscht hatte – und generell um die Frage, ob Nutzer eine Löschung strafbarer Inhalte verlangen können.

Darauf ging das Landgericht jedoch nicht ein. Mit der Abweisung der Klage wurde lediglich festgestellt, dass das Berliner Gericht gar nicht zuständig sei. Geklagt werden müsse am Unternehmenssitz. Ausnahmen gebe es nur für Verbraucher.

»Brutstätte für Antisemitismus«

Allerdings wurden die beiden Klägerinnen Josephine Ballon (HateAid) und Avital Grinberg (ehemalige Präsidentin der European Union of Jewish Students) nicht als Verbraucherinnen anerkannt, da sie sich im Vorfeld öffentlich zu dem Verfahren geäußert hätten. Dieser Argumentation der Verteidiger von X folgte das Landgericht laut HateAid.

»Solche Verfahren wollen grundsätzliche Rechtsfragen klären, die uns alle betreffen«, sagte Ballon. »Wir brauchen deshalb auch die öffentliche Debatte, etwa über die Verantwortung von Social-Media-Plattformen. Genau der entzieht sich X jetzt mit juristischen Manövern.« Notfalls wolle sie »durch alle Instanzen gehen«.

Auch Avital Grinberg äußerte sich: »Natürlich bin ich auch als Verbraucherin betroffen. Und natürlich spreche ich darüber: Es vergeht kein Tag, an dem uns Jüdinnen und Juden auf X nicht der Tod gewünscht oder die Schoa offen geleugnet wird. Aus einem öffentlichen Diskursraum ist eine Brutstätte für Antisemitismus und Rassismus geworden.«

Beide Klägerinnen kündigten an, sie wollen »weitermachen« und in die Revision gehen. ja

Pentagon

USA wollen Taktik im Iran-Krieg ändern

Seit vier Tagen attackieren amerikanische Truppen Ziele im Iran, jetzt sollen sie ihre Herangehensweise ändern

 04.03.2026

Nahost

Containerschiff in Straße von Hormus von Geschoss getroffen

Die Meeresenge zwischen dem Persischem Golf und dem Golf von Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Die iranischen Revolutionsgarden scheinen mit ihren Drohungen ernst zu machen

 04.03.2026

Krieg

Historischer Einsatz

US-Präsident Trump und Israels Premier Netanjahu halten Wort: Sie lassen die Iraner nicht allein. Nach der Tötung des Despoten Ali Chamenei ist der Weg zur Freiheit geebnet

von Saba Farzan  04.03.2026

Nahost

Freunde auf Abstand: Moskau, Peking und der Iran-Krieg

Russland und China sind Partner Irans. Im Krieg greifen beide jedoch nicht ein. Dahinter stehen geopolitisches Kalkül, wirtschaftliche Interessen - aber auch militärische Gründe

von Jörn Petring, Ulf Mauder  04.03.2026

Brüssel

NATO geht von iranischem Beschuss auf die Türkei aus

Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges fängt das NATO-Mitglied Türkei eine Rakete aus dem Iran ab. Bislang hat sich Ankara neutral verhalten. Die NATO geht nicht von einem Unfall aus

 04.03.2026

Transatlantischer Streit

Zoff um Iran-Krieg: EU warnt Trump vor Embargo gegen Spanien

Trump droht Madrid wegen mangelnder Unterstützung für den Iran-Krieg mit einem Handelsstopp. Aus Brüssel kommt Widerspruch

 04.03.2026

Streit um Militärbasen

Spanien wirft Merz mangelnden Beistand nach Trump-Kritik vor

Der US-Präsident kritisiert Spanien scharf, der Bundeskanzler bleibt im Weißen Haus zunächst still. Spaniens Außenminister zeigt sich überrascht – und fordert mehr Zusammenhalt von Deutschland

 04.03.2026

Gespräch

»Wir können damit umgehen«

Brigadegeneral Ilan Biton, ehemaliger Chef der israelischen Luftabwehr, über die iranischen Angriffe, Drohnen der Hisbollah und die Effektivität der israelischen Verteidigung

von Detlef David Kauschke  04.03.2026

Meinung

Knaulkorb für den Zentralrat

In einem »taz«-Kommentar von Susanne Knaul wird der Zentralrat der Juden und sein Präsident Josef Schuster aufgefordert, beim Thema Iran »einfach mal die Klappe« zu halten

von Michael Thaidigsmann  04.03.2026