Meinung

»Russen-Panzer« müssen bleiben

Jacov Resnik Foto: Gregor Zielke

Als Unteroffizier der sowjetischen Armee habe ich im Zweiten Weltkrieg für die Befreiung meiner Heimat und für die Befreiung der Völker Europas von der nazistischen Willkürherrschaft gekämpft. Für diese Ziele bin ich 1943 in die Rote Armee eingetreten, und den Sieg über Hitlerdeutschland begehen wir jedes Jahr am 9. Mai. Zur Erinnerung an diesen Sieg gibt es in vielen Städten, auch in Berlin, mehrere Ehrenmäler.

Eines davon findet sich nahe dem Brandenburger Tor. Zu diesem Mahnmal haben nun die »Bild«-Zeitung und die »B.Z.« eine Petition gestartet, an der sich viele Leser beteiligen sollen. »Wir wollen keine Russen-Panzer am Brandenburger Tor!« heißt die Petition, denn wir lebten »in einer Zeit, in der russische Panzer das freie, demokratische Europa bedrohen«. Militärische Gewalt, heißt es in dem Aufruf, dürfe nicht »wieder zum Mittel der Politik in Europa« werden.

symbol Das Ehrenmal mit den dort ausgestellten früheren Panzern ist vor allem ein Symbol, das die nächste Generation an diesen Krieg erinnern soll. In Russland und anderen früheren Sowjetrepubliken sieht man diese Symbole oft. Wenn die Rote Armee ein Dorf befreit hatte, bauten die Einwohner häufig einen Panzer oder ein anderes militärisches Gerät am Ortseingang auf – als Symbol der Dankbarkeit und als Mahnung für künftige Generationen.

Wer diese Symbole vernichten will, möchte nicht nur das Andenken an die für die Befreiung gestorbenen sowjetischen Soldaten dem Vergessen anheimgeben; auch die Erinnerung an das Leid, das von Deutschland ausging, soll verschwinden. Wer so etwas tut, begeht eine antihumanistische Tat.

Wie immer man über die Politik des russischen Präsidenten Putin urteilt: Mit dem Großen Krieg zur Befreiung Europas vom Nationalsozialismus kann und darf das nicht gleichgesetzt werden. Die Panzer am sowjetischen Ehrenmal sind keine Symbole für das heutige Russland, schon gar nicht für seine aktuelle Ukrainepolitik, sondern sie sind und bleiben ein Symbol für den Sieg der Menschheit über die Nazibarbarei.

Wer jetzt behauptet, diese Panzer der Roten Armee repräsentierten die Militarisierung politischer Konflikte, der sollte auch in jedem Reiterdenkmal, auf dem ein berittener und bewaffneter Feldherr zu sehen ist, ein militaristisches Symbol erblicken. Von diesen finden sich in Berlin sehr viele. Aber zum Glück gibt es internationale Abkommen: Deutschland ist vertraglich verpflichtet, sich um die Denkmäler für das Andenken der sowjetischen Soldaten zu kümmern. Dabei bleibt es.

Der Autor ist Vorsitzender des Kriegsveteranenclubs der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

Basseterre

Vor Genfer Gesprächen: Rubio erhöht Druck auf Teheran

Die Weigerung des iranischen Regimes, über sein Raketenarsenal zu sprechen, stelle ein »großes Problem« dar, so der US-Außenminister

 26.02.2026

Iran

Trump-Berater bevorzugen israelischen Erstschlag

Vertraute des US-Präsidenten machen sich bereits Gedanken, wie sie die Unterstützung der amerikanischen Bevölkerung für einen Angriff gewinnen könnten

 26.02.2026

Epstein-Akten

Neuvermessung eines Monsters

Die Dokumente sind wie ein großes Puzzle. Sie räumen mit vielen Legenden auf und zeigen, wer den Aufstieg des millionenschweren Investors und Sexualstraftäters förderte – und davon profitierte

von Lennart Pfahler  26.02.2026

Eckernförde

Deutschland erhält autonomes Spionage-U-Boot aus Israel

Der unbemannte »BlueWhale« wird von Israel Aerospace Industries (IAI) gemeinsam mit dem deutschen Schiffbaukonzern Thyssenkrupp hergestellt

 25.02.2026

Washington D.C.

Fehlende Epstein-Akten zu Trump? Demokraten wollen Antworten

Das US-Justizministerium betont: »Wir haben nichts gelöscht.« Doch laut Demokraten fehlen in den veröffentlichten Akten Dokumente, die Verstrickungen Trumps zeigen sollen

 25.02.2026

Gedenkstätten

Panse: Israelkritik in Buchenwald ist »geschichtsvergessen«

Thüringens Antisemitismusbeauftragter Michael Panse kritisiert geplante israelfeindliche Aktionen beim Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald scharf. Mit einer öffentlichen Diskussion will er auf Aufklärung setzen

 25.02.2026

Wiesbaden

Deutschlandweiter Schlag gegen Hass und Hetze im Netz

Hitlergruß, Hakenkreuze, Hetze: Polizisten gehen in allen 16 Bundesländern gegen mutmaßliche politische Kriminalität im Netz vor. Rund 140 Ermittlungsverfahren laufen. Was steht besonders im Fokus?

 25.02.2026

Epstein-Akten

Bill Gates räumt Affären mit russischen Frauen ein

Zugleich äußert der 70-jährige Philanthrop über seine Kontakte zu Jeffrey Epstein und spricht von einem schweren Fehler

 25.02.2026

Kiel

Daniel Günther will härtere Strafen bei antisemitischen Taten

»Wir bringen einen Beschlussvorschlag ein, mit dem die Länder Antisemitismus und Antiisraelismus in jeglicher Hinsicht klar verurteilen«, so der schleswig-holsteinische Ministerpräsident

 25.02.2026