Berlin

Ron Prosor: Racheakte in Deutschland möglich

Ron Prosor, der Botschafter Israels in Deutschland Foto: picture alliance/dpa

Israels Botschafter Ron Prosor hält nach den Angriffen auf den Iran Racheakte der iranischen Führung auf deutschem Boden für möglich. »Ich halte bei diesen Terroristen alles für möglich«, sagte Prosor der Deutschen Presse-Agentur. »Das heißt, wir müssen uns darauf gut vorbereiten, immer mit einem offenen Auge schlafen.« Man müsse »on high alert« (in höchster Alarmbereitschaft) sein.

Prosor bedankte sich bei Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) für die Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen an jüdischen Einrichtungen, Schulen, Synagogen und auch an der israelischen Botschaft. »Ich glaube, dass die Bundesregierung das tut, um jüdisches Leben und Einrichtungen zu schützen. Und ich glaube, dass es wichtig ist.«

Eine iranische Drohne soll in der Nacht einen britischen Luftwaffenstützpunkt auf Zypern getroffen haben. Dazu erklärte Prosor: »Hoffentlich wird Europa das mal sehen und darauf auch reagieren - in welcher Art und Weise, das ist eine Entscheidung, die in Europa getroffen wird.«

Lesen Sie auch

Iran hat Europa »an der Nase herumgeführt«

Der Botschafter verwies in diesem Zusammenhang auf die in Artikel 42 des EU-Vertrags festgeschriebene Beistandsklausel, die die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, angegriffene EU-Partnerstaaten zu unterstützen. »Es gibt eine Beistandsklausel, die eigentlich sagt, weil Zypern Teil von Europa ist, ist es die Verantwortung, Zypern zu verteidigen.«

Prosor kritisierte, dass Europa zu lange auf Verhandlungen mit dem Iran gesetzt habe. »47 Jahre hat dieses Mullah-Regime eigentlich mit Europa verhandelt, Geschichten aus Tausendundeiner Nacht erzählt, hat eigentlich Europa an der Nase herumgeführt.« All das habe zu nichts geführt. 

Das Vereinigte Königreich beteiligt sich nach dem Vorfall in Zypern nach eigenen Angaben im Nahen Osten an einem defensiven Militäreinsatz gegen den Iran. Auch Deutschland hat sich »militärische Defensivmaßnahmen« vorbehalten. Außenminister Johann Wadephul versteht darunter, dass »Bundeswehrsoldaten, wenn sie angegriffen werden würden, sich defensiv verteidigen würden«, wie er im Deutschlandfunk sagte. dpa/ja

Meinung

Hoffentlich wird Viktor Orbán abgewählt

Am 12. April stehen in Ungarn Wahlen an. Unter seinem langjährigen Ministerpräsidenten ist das Land zu einem russischen U-Boot in der Europäischen Union geworden

von Joshua Schultheis  12.04.2026 Aktualisiert

Krieg

»Schlechte Nachrichten für Iran«: Friedensgespräche zwischen USA und Mullahs scheitern

Wie es nun weitergeht, ist unklar

von Gaby Mahlberg  12.04.2026

Beirut

Unruhe im Libanon: Protest gegen Gespräche mit Israel

Die libanesische Regierung hat seit langem Gespräche mit Israel gefordert. Nun soll es bald so weit sein. Anhänger der Terrormiliz Hisbollah gehen dagegen auf die Straße

 11.04.2026

Pakistan

USA und Iran verhandeln in Islamabad

Die Delegationen aus den USA und dem Iran sind mit langen Wunschlisten in die pakistanische Hauptstadt gekommen. Die Gespräche über ein dauerhaftes Ende des Iran-Kriegs versprechen, schwierig zu werden

 11.04.2026

Armin Laschet im Deutschlandfunk

»Jetzt kommt wieder Ihre Israelphobie«

Im Interview wies der CDU-Politiker mit harschen Worten DLF-Moderator Thielko Grieß zurecht, welcher zuvor Israel scharf kritisiert hatte

von Michael Thaidigsmann  10.04.2026

Washington

Warum jetzt? Melania Trumps rätselhafter Epstein-Auftritt

Melania Trump tritt kaum allein vor die Presse. Doch jetzt spricht sie über ein Thema, das ihr Ehemann so gern umschiffen wollte: den Epstein-Skandal

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 10.04.2026

Kiew

Selenskyj: Haben Drohnen über Golfstaaten zerstört

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat die Ukraine Drohnenexperten in die Region geschickt. Dort hat Kiew laut Präsident Selenskyj seine Erfahrung in der Abwehr iranischer Drohnen demonstriert

 10.04.2026