Meinung

Reporter mit Grenzen

Israel liegt hinter dem Libanon und den Emiraten. Auf der Liste der Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen ist der jüdische Staat auf einem beschämenden 93. Platz gelandet. Das tut weh. Als Grund wird die Gazaoffensive von 2009 angegeben, als die israelischen Streitkräfte (IDF) den Streifen für Journalisten hermetisch abriegelten. Gewiss, in Israel gibt es eine Militärzensur, und auch wenn die nur bei Gefährdung der Staatssicherheit angewandt werden darf, kann man diskutieren, ob Demokratie und Zensur überhaupt zusammenpassen. Doch was hätte die IDF während der kriegerischen Auseinandersetzung anderes tun können? Wochenlang harrte die Weltpresse wie BBC, CNN und New York Times vor dem Gazastreifen aus und wusste bald nicht mehr, was sie berichten sollte, während wenige Meter weiter die Luft brannte. Das frustriert die Kollegen. Aber hätte die Armee die Grenze geöffnet und wären ausländische Berichterstatter bei den Kämpfen getötet worden, das Ranking sähe sicher noch düsterer aus. Die IDF hatte keine Wahl, aber das fließt nicht in die Beurteilung ein. So scheint es, als wolle sich die internationale Presse im Nachhinein an der Armee dafür rächen, dass ihnen damals eine gute Story entgangen ist.

Nahost

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Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

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Berlin

Nouripour zu Iran-Rahmenabkommen: »Weg in Normalität für Regime«

Ist das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ein Weg in den Frieden? Bundestagsvizepräsident Nouripour bezweifelt das. Die Übereinkunft gebe dem Iran vielmehr »eine andere Legitimität«

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Bayreuth

Bayreuther Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman soll nun doch stattfinden

Eine Gedenkveranstaltung zum Bayreuther Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Michel Friedman und Charlotte Knobloch zeigen sich entsetzt – jetzt rudert das weltbekannte Opernfestival zurück

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Washington D.C.

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Wahlkampf in Israel

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»Ich werde mir ansehen müssen, wer kandidiert, aber ich mag Bibi sehr«, sagt der amerikanische Präsident

 19.06.2026

Genf

Absage aus Bern: Heute keine USA-Iran-Gespräche

Abkommen unterzeichnet, Treffen abgesagt: Die geplante Gesprächsrunde in der Schweiz findet heute doch nicht statt

 19.06.2026

Bayreuth

Scharfe Kritik nach abgesagter Gedenkveranstaltung

Eine Gedenkveranstaltung zum Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Charlotte Knobloch ist entsetzt über die Bayreuther Festspiele

 19.06.2026

Essay

Zwischen Progressivität und Zerfaserung

Quo vadis, liberales Judentum? Ein Debattenbeitrag von Avitall Gerstetter

von Avitall Gerstetter  19.06.2026