Meinung

Reporter mit Grenzen

Israel liegt hinter dem Libanon und den Emiraten. Auf der Liste der Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen ist der jüdische Staat auf einem beschämenden 93. Platz gelandet. Das tut weh. Als Grund wird die Gazaoffensive von 2009 angegeben, als die israelischen Streitkräfte (IDF) den Streifen für Journalisten hermetisch abriegelten. Gewiss, in Israel gibt es eine Militärzensur, und auch wenn die nur bei Gefährdung der Staatssicherheit angewandt werden darf, kann man diskutieren, ob Demokratie und Zensur überhaupt zusammenpassen. Doch was hätte die IDF während der kriegerischen Auseinandersetzung anderes tun können? Wochenlang harrte die Weltpresse wie BBC, CNN und New York Times vor dem Gazastreifen aus und wusste bald nicht mehr, was sie berichten sollte, während wenige Meter weiter die Luft brannte. Das frustriert die Kollegen. Aber hätte die Armee die Grenze geöffnet und wären ausländische Berichterstatter bei den Kämpfen getötet worden, das Ranking sähe sicher noch düsterer aus. Die IDF hatte keine Wahl, aber das fließt nicht in die Beurteilung ein. So scheint es, als wolle sich die internationale Presse im Nachhinein an der Armee dafür rächen, dass ihnen damals eine gute Story entgangen ist.

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

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Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 02.10.2026

Sacramento

Kalifornien führt »jüdisch« als ethnische Kategorie ein

Gouverneur Gavin Newsom unterschrieb mehrere Gesetze, die für Juden in dem Bundesstaat relevant sind

 02.10.2026

Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026