Meinung

Reporter mit Grenzen

Israel liegt hinter dem Libanon und den Emiraten. Auf der Liste der Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen ist der jüdische Staat auf einem beschämenden 93. Platz gelandet. Das tut weh. Als Grund wird die Gazaoffensive von 2009 angegeben, als die israelischen Streitkräfte (IDF) den Streifen für Journalisten hermetisch abriegelten. Gewiss, in Israel gibt es eine Militärzensur, und auch wenn die nur bei Gefährdung der Staatssicherheit angewandt werden darf, kann man diskutieren, ob Demokratie und Zensur überhaupt zusammenpassen. Doch was hätte die IDF während der kriegerischen Auseinandersetzung anderes tun können? Wochenlang harrte die Weltpresse wie BBC, CNN und New York Times vor dem Gazastreifen aus und wusste bald nicht mehr, was sie berichten sollte, während wenige Meter weiter die Luft brannte. Das frustriert die Kollegen. Aber hätte die Armee die Grenze geöffnet und wären ausländische Berichterstatter bei den Kämpfen getötet worden, das Ranking sähe sicher noch düsterer aus. Die IDF hatte keine Wahl, aber das fließt nicht in die Beurteilung ein. So scheint es, als wolle sich die internationale Presse im Nachhinein an der Armee dafür rächen, dass ihnen damals eine gute Story entgangen ist.

Waffenruhe

Trump: Iran hat keine andere Wahl, als weiterzuverhandeln

Seit Tagen steht im Iran-Krieg eine Frage im Fokus: Kommt es zu neuen Verhandlungen in Pakistan? Trump gibt sich optimistisch – auch was eine mögliche Einigung angeht

 21.04.2026

Hessen

Bundesrats-Vorstoß: Leugnung des Existenzrechts Israels bestrafen

Hessen will das Leugnen des Existenzrechts Israels bundesweit unter Strafe stellen. Ein entsprechender Entwurf ist bereits vorbereitet. Er soll im Mai in der Länderkammer in Berlin eingebracht werden

von Christof Bock  21.04.2026

Luxemburg

Deutschland fordert Iran zu Verhandlungen mit USA auf

Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe ist unklar, ob es zu einer neuen Verhandlungsrunde kommt. Der deutsche Außenminister richtet nun einen Appell an Teheran

 21.04.2026

Rom

Entschädigungsstreit: Italien stärkt ausländische NS-Opfer

Es waren grausame Taten an jenem Juni-Tag 1944, als im griechischen Dorf Distomo SS-Einheiten Zivilisten töteten. Um Entschädigungen wird noch gestritten. Nun hat Italiens höchstes Gericht geurteilt

 21.04.2026

Berlin

Kulturstaatssekretär Friederici muss gehen

Die Vergabe von Fördergeld gegen Antisemitismus sorgt schon länger für Wirbel. Nun hat der Vorgang personelle Konsequenzen

 21.04.2026

München

CSU-Fraktion und jüdische Studenten fordern entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek sagt, Judenhass müsse unabhängig davon bekämpft werden, ob er von rechts, von links oder islamistisch motiviert sei: »Lippenbekenntnisse reichen nicht.«

 21.04.2026

Teheran

Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Protesten

Nach Spionagevorwürfen hatte die iranische Justiz am Montag zwei Männer exekutieren lassen. Nun wird ein weiteres Urteil vollstreckt

 21.04.2026

Berlin

Michael Roth von Podiumsdiskussion an Hertie School ausgeladen

Der SPD-Politiker und Autor sagt, Protest und Widerspruch seien legitim. Problematisch werde es, wenn bereits die Androhung von Störungen ausreiche, um Redner wieder auszuladen

 21.04.2026

Washington D.C.

Trump: Israel hat die USA nicht zum Iran-Krieg gedrängt

Seine Haltung, dass Teheran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe, habe zu seiner Entscheidung geführt, militärisch tätig zu werden, sagt der US-Präsident

 21.04.2026