Weimar

Rede von Omri Boehm bei Buchenwald-Gedenken abgesagt

Der Philosoph und Autor Omri Boehm Foto: picture alliance / dpa

Kurz vor dem zentralen Gedenken an die Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora am Sonntag ist eine geplante Rede des deutsch-israelischen Philosophen Omri Boehm abgesagt worden. Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten, Jens Christian Wagner, teilte am Mittwoch in Weimar mit, »zu seinem großen Bedauern« habe sich wegen der Einladung Boehms ein Konflikt mit Vertretern der israelischen Regierung angebahnt, in den auch die Überlebenden der Lager hineingezogen worden seien. Zuerst hatte »Spiegel-Online« berichtet.

Gemeinsam sei entschieden worden, den geplanten Vortrag des New Yorker Hochschullehrers zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen, sagte Wagner. Er betonte, an der persönlichen und fachlichen Eignung Boehms als Redner im Rahmen des Gedenkens bestehe keinerlei Zweifel.

Lesen Sie auch

Der sich abzeichnende Konflikt sei jedoch geeignet gewesen, die vielfach seelisch verletzten Überlebenden zu instrumentalisieren und noch weiter in diesen Konflikt hineinzuziehen. Es sei das oberste Ziel, eine Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora zu gewährleisten, in der die Überlebenden im Mittelpunkt stehen, nicht eine von außen angestoßene Debatte.

Omri Boehm leiste mit seinen international beachteten und mehrfach ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten wichtige Impulse in der Erinnerungsarbeit, sagte Wagner. Der Philosoph sei ein wichtiger internationaler Brückenbauer auch im Sinne des Leitspruchs »Geschichte begreifen - für die Zukunft lernen« für die Arbeit in der Stiftung Gedenkstätten. epd 

Sachsen-Anhalt

Bitterer Vorgeschmack

Die heutige Wahl des ersten AfD- Landtagspräsidenten zeigt, wie die rechtsextreme Partei im Dezember auch den Ministerpräsidenten stellen könnte

von Mascha Malburg  06.10.2026

Dialog

Zwischen Vatikan und Juden geht nach dem 7. Oktober kaum noch was

Seit Jahrhunderten ist das Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Juden turbulent. Nach einem Zwischenhoch unter Johannes Paul II. kühlte es wieder ab. Und seit dem Gazakrieg nähert es sich einem neuen Tiefpunkt

von Ludwig Ring-Eifel  06.10.2026

Berlin: das Rote Rathaus mit Fernsehturm im Hintergrund

Glosse

Ein Coach berät die Berliner Linke

Unser Autor ist Psychologe, Coach und Berater. Der Linkspartei und ihrer Regierenden Bürgermeisterin in spe, Elif Eralp, hilft er kostenlos

von Louis Lewitan  06.10.2026

Düsseldorf

Nach Angriff auf Juden: Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto

Die Tatverdächtigen sollen einen Mann verprügelt haben, weil der ein T-Shirt mit »IDF«-Schriftzug getragen hatte

 06.10.2026

Sachsen-Anhalt

Tobias Rausch zum ersten AfD-Landtagspräsidenten gewählt

Er ist jetzt der protokollarisch ranghöchste Politiker in Sachsen-Anhalt. Nach ihrem Wahlsieg im September stellt die AfD mit Tobias Rausch den Landtagspräsidenten.

 06.10.2026

Essay

Der 7. Oktober und das Ungeheuer

Damals ist das Ungeheuer namens Judenhass neu ausgebrochen und wütet seitdem mit einem Furor, dem wir fassungslos gegenüberstehen. Sein Appetit ist ungebrochen, und es wird täglich gefüttert

von Esther Schapira  06.10.2026

Aufruf

Buchpreis-Trägerin Shida Bazyar warnt vor AfD

Shida Bazyar ist mit dem diesjährigen Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden. In einem Vorab-Interview äußerte sie sich auch politisch

von Anita Hirschbeck  06.10.2026

Berlin

Mittel gegen Antisemitismus in Millionenhöhe bleiben liegen

Vor allem wegen der Nachwirkungen der »Fördergeldaffäre« konnten viele Gelder nicht mehr abgerufen werden. Projekte wurden aber auch strenger geprüft

 06.10.2026

Dritter Jahrestag des Terrorangriffs

Drei Jahre nach den Hamas-Massakern: Gedenkveranstaltungen in Berlin

Der Opfer des 7. Oktobers 2023 wird gedacht. Welche Kundgebungen sind geplant?

von Imanuel Marcus  06.10.2026