Weimar

Rede von Omri Boehm bei Buchenwald-Gedenken abgesagt

Der Philosoph und Autor Omri Boehm Foto: picture alliance / dpa

Kurz vor dem zentralen Gedenken an die Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora am Sonntag ist eine geplante Rede des deutsch-israelischen Philosophen Omri Boehm abgesagt worden. Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten, Jens Christian Wagner, teilte am Mittwoch in Weimar mit, »zu seinem großen Bedauern« habe sich wegen der Einladung Boehms ein Konflikt mit Vertretern der israelischen Regierung angebahnt, in den auch die Überlebenden der Lager hineingezogen worden seien. Zuerst hatte »Spiegel-Online« berichtet.

Gemeinsam sei entschieden worden, den geplanten Vortrag des New Yorker Hochschullehrers zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen, sagte Wagner. Er betonte, an der persönlichen und fachlichen Eignung Boehms als Redner im Rahmen des Gedenkens bestehe keinerlei Zweifel.

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Der sich abzeichnende Konflikt sei jedoch geeignet gewesen, die vielfach seelisch verletzten Überlebenden zu instrumentalisieren und noch weiter in diesen Konflikt hineinzuziehen. Es sei das oberste Ziel, eine Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora zu gewährleisten, in der die Überlebenden im Mittelpunkt stehen, nicht eine von außen angestoßene Debatte.

Omri Boehm leiste mit seinen international beachteten und mehrfach ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten wichtige Impulse in der Erinnerungsarbeit, sagte Wagner. Der Philosoph sei ein wichtiger internationaler Brückenbauer auch im Sinne des Leitspruchs »Geschichte begreifen - für die Zukunft lernen« für die Arbeit in der Stiftung Gedenkstätten. epd 

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