Nachrichten

Rechte Verlage, polnisches Parlament, palästinensische Terroristin

Die Leipziger Buchmesse beginnt an diesem Donnerstag und endet am Sonntag. Foto: dpa

Rechte Verlage
Das Aktionsnetzwerk »Leipzig liest weltoffen« ruft zum Protest gegen die Präsenz rechter Verlage auf der Leipziger Buchmesse auf, teilte das Netzwerk am Montag in Leipzig mit. Die Buchmesse beginnt am Donnerstag und endet am Sonntag. »Auch in diesem Jahr werden wieder rechte und rechtsoffene Verlage auf der Leipziger Buchmesse versuchen, ihre Ideologien der Ungleichwertigkeit zu verbreiten«, erklärte Irena Rudolph-Kokot für das Netzwerk. Man wolle die Zivilgesellschaft und die Messebesucher für das Thema sensibilisieren. In den vergangenen Jahren hatten die in Leipzig vertretenen rechtsgerichteten Messestände etwa des Antaios-Verlags von Götz Kubitschek und des »Compact«-Magazins von Jürgen Elsässer für Aufregung gesorgt und zahlreiche Debatten auf der Messe und darüber hinaus ausgelöst. Während das Magazin auch in diesem Jahr vertreten ist, hat sich der Antaios-Verlag nicht zur Messe angemeldet.  epd

Polnisches Parlament
Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, lobte am vergangenen Freitag den polnischen Präsidenten Andrzej Duda für seine eindeutige Verurteilung der antisemitischen Wochenzeitung »Tylko Polska«, die auch im polnischen Parlament erhältlich ist. Diese hatte in ihrer aktuellen Ausgabe einen Artikel mit der Titelzeile »Wie man einen Juden entdeckt« veröffentlicht, wie das Internetportal der Tageszeitung »Gazeta Wyborcza« berichtete. »Das war eindeutig«, sagte Lauder. Tylko Polska sei antisemitisch und ein Schandfleck für die polnische Demokratie. »Wir können nur hoffen, dass die polnische Gesetzgebung gegen Anstiftung zu Rassenhass auf die Herausgeber dieses skandalösen Hassblatts angewendet wird, das Inhalte veröffentlicht, die wir seit dem Nazi-›Stürmer‹ nicht gesehen haben«, betonte Lauder. Tylko Polska wird vom extrem nationalistischen Propagandisten Leszek Bubel veröffentlicht, der 2005 von einem polnischen Gericht wegen der Veröffentlichung von antisemitischen Äußerungen unter Verletzung des polnischen Strafgesetzbuchs verurteilt wurde. Bubel war Vorsitzender der bis 2014 existierenden »Polnischen Nationalpartei« und bezeichnet sich selbst als »Hauptantisemiten der Republik«.  ja

Palästinensische Terroristin
Die Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport hat Rasmea Odeh am vergangenen Freitag kurzfristig verboten, bei einer Veranstaltung in Berlin aufzutreten. Am gleichen Tag wurde zudem ihr Schengen-Visum aufgehoben. Der verurteilten Terroristin der »Volksfront zur Befreiung Palästinas« (PFLP) wurde zudem untersagt, sich in Berlin politisch zu betätigen. Für ihre Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag in Jerusalem, bei dem 1969 zwei israelische Studenten ermordet wurden, wurde sie 1970 in Israel zu lebenslanger Haft verurteilt, kam aber 1980 im Rahmen eines Gefangenenaustauschs vorzeitig frei. Nach Berlin war die jordanische Staatsbürgerin auf Einladung des PFLP-nahen Vereins Samidoun gereist. Bereits im Vorfeld der von der israelfeindlichen Boykottbewegung BDS unterstützten Veranstaltung hatte es scharfe Kritik gegeben, unter anderem von Zentralratspräsident Josef Schuster und dem Grünen-Politiker Volker Beck. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller begrüßte die Entscheidung der Innenverwaltung: »Berlin ist eine weltoffene und tolerante Stadt, die keinen Raum bietet für extremistische Propaganda. Antiisraelische und antisemitische Ressentiments, verpackt in Befreiungsrhetorik, haben bei uns nichts zu suchen. Ich bin froh, dass wir einen Weg gefunden haben, diese Agitation zu unterbinden.« Innensenator Andreas Geisel betonte: »Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Wenn aber gegen den Staat Israel und gegen Jüdinnen und Juden gehetzt werden soll, ist die rote Linie überschritten. Berlin steht für Zusammenhalt und Solidarität. Spaltung und Propaganda haben bei uns keinen Platz.« Dass Odeh überhaupt ungehindert nach Deutschland einreisen konnte, kritisierte Volker Beck. Der Grünen-Politiker plädierte in diesem Zusammenhang dafür, den Umgang mit der in der EU als Terrororganisation geltenden, aber hierzulande nicht verbotenen PFLP neu zu überdenken.  ja

Berlin

CDU-Präsidium tagt in Chabad-Synagoge

Die Parteispitze will damit ein Zeichen setzen

 01.05.2026

Urteil

Buchhandlungspreis: Gericht untersagt Weimer Extremismus-Äußerung

Die Buchhandlungspreis-Affäre lässt Kulturstaatsminister Weimer nicht los. Die unter Extremismusverdacht geratenen Buchhandlungen wehren sich

 30.04.2026

Washington D.C.

Größter US-Flugzeugträger soll Nahen Osten verlassen

Erstmals seit Jahrzehnten sind wieder drei US-Flugzeugträger im Nahen Osten - das verkündete das US-Militär vergangene Woche. US-Medien zufolge dürfte sich das aber schon bald wieder ändern

 30.04.2026

Washington D.C.

Trump drängt erneut auf Begnadigung Netanjahus

»Bibi ist ein Premierminister im Krieg. Mit so etwas im Nacken kann er nicht arbeiten«, sagt der amerikanische Präsident

 30.04.2026

Ralf Fischer

Kollegah: Judenhass in Reimform

Warum schweigen alle zu dem offenen Antisemitismus von Felix Blume aka Kollegah?

 30.04.2026

Einspruch

Im Dschungel gestolpert?

Maria Ossowski bedauert den Rücktritt von Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson

von Maria Ossowski  30.04.2026

Dominik Krause

Grün und pro Israel

Am 1. Mai tritt der 35-Jährige ein Amt als Oberbürgermeister Münchens an. Wofür steht er? Ein Porträt

von Chris Schinke  30.04.2026

Glosse

Tipps und Tricks für Judenhasser

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Eine Handreichung

von Daniel Neumann  30.04.2026

Düsseldorf

Auschwitz-Museum: Rüttgers erhält Auszeichnung »Light of Remembrance«

»Mein Antrieb wurzelt in der tiefen Überzeugung, dass wir Deutsche uns der Verantwortung, die aus unserer Geschichte als ›Land der Täter‹ erwächst, niemals entziehen können«, sagt der Preisträger

 30.04.2026 Aktualisiert