Meinung

Quotenkiller

Im Handel nennt man so etwas »verramschen«. Die ARD sendet – besser gesagt: versendet – am Freitag die letzten drei Folgen von »Im Angesicht des Verbrechens« ab 21.45 Uhr hintereinander weg. Die preisgekrönte Geschichte aus dem Milieu der Russenmafia in Berlin, in der – selten genug im deutschen TV – Juden ganz unspektakulär vorkommen, macht nicht genügend Quote. Das ist nicht nur ein respektloser Umgang mit der künstlerischen Arbeit von Regisseur Dominik Graf und seinem Team, es ist auch eine Unverschämtheit gegenüber den immerhin zwei Millionen regelmäßigen Zuschauern der Serie. RTL oder SAT1 würde man eine solche Programmpolitik noch nachsehen. Als kommerzielle Sender sind sie auf Quote und Werbeeinnahmen angewiesen. Aber die Öffentlich-Rechtlichen bekommen von jedem von uns vierteljährlich 53,94 Euro Zwangsgebühren, just, um eben nicht allein nach Einschaltzahlen ihr Programm zu machen, sondern auch nach Qualität. Aber die findet bei ARD und ZDF immer seltener, und wenn, meist nur noch zu nachtschlafender Zeit statt. Auf diese Art öffentlich-rechtliches Fernsehen kann man verzichten.

Hannover

Anklage gegen Niedersachsens AfD-Chef erhoben

Ihm werden Verstöße gegen das Parteiengesetz vorgeworfen, wie die Behörde mitteilte

 21.10.2026

Jerusalem

Schicksalswahl in Israel: Es geht um mehr als Netanjahu

Kann der heutige Ministerpräsident trotz des Versagens vom 7. Oktober und dreier harter Kriegsjahre seine Macht behaupten? Oder gelingt es der liberaleren Opposition, ihn nach Jahren an der Regierungsspitze abzulösen?

von Sara Lemel  21.10.2026

Israel

Eizenkot liegt vor Netanjahu, doch Mehrheit bleibt außer Reichweite

In dieser Situation könnten besonders die kleineren Parteien und die arabischen Listen entscheidenden Einfluss auf die Regierungsbildung gewinnen

 21.10.2026

Paris

Antisemitische Verschwörungsmythen machen Juden für Ausschreitungen verantwortlich

Die NGO Combat Antisemitism Movement untersuchte Hunderte Beiträge auf der Plattform X. Das Ergebnis ist alarmierend, aber nicht überraschend

 21.10.2026

Mirjam Zadoff

Leiterin verlässt NS-Dokuzentrum München

Die Innsbruckerin geht zum 1. März 2027 ans Haus der Geschichte Österreich in Wien

 21.10.2026

Washington D.C./Jerusalem

Trump soll Netanjahu von neuem Großangriff auf Iran abgehalten haben

Die geplante Offensive sollte umfangreicher ausfallen als der gemeinsame israelisch-amerikanische Militäreinsatz im Februar

 21.10.2026

Berlin

Demonstranten kleben sich vor Rüstungsunternehmen fest

Die Aktivisten wollen damit gegen Waffenlieferungen nach Israel protestieren

 21.10.2026

Berlin/Augsburg

Volker Beck: Agieren von Grünen und SPD »unverständlich«

»Bei der Berliner Linken hat keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Judenhass und Antizionismus in den eigenen Reihen stattgefunden«, sagt der DIG-Präsident

 21.10.2026

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026