NS-Prozess

Prozess gegen ehemalige KZ-Sekretärin noch offen

Die Nationalsozialisten ermordeten im Konzentrationslager Stutthof nahe Danzig mehr als 65.000 Menschen. Foto: dpa

Ob es zu einem Prozess gegen die ehemalige Sekretärin im KZ Stutthof bei Danzig kommt, ist weiterhin offen. Wie der »Spiegel« am Freitag berichtete, prüft das Landgericht Itzehoe derzeit noch, ob die 95-jährige Frau verhandlungsfähig ist.

In einem Gutachten des Gesundheitsamtes des Kreises Pinneberg seien Herzkrankheiten angeführt worden, die eine Verhandlungsfähigkeit der hochbetagten Angeklagten ausschließen. Zudem habe sich die Angeklagte, die in einer Seniorenresidenz in Quickborn lebt, bislang nicht gegen Corona impfen lassen.

beihilf Die Angeklagte ist wegen Beihilfe zum Mord in 11.412 Fällen und wegen Beihilfe zum versuchten Mord in 18 weiteren Fällen. Die ehemalige Sekretärin im KZ Stutthof, die vom 1. Juni 1943 bis zum 1. April 1945 für den Lagerkommandanten Paul Werner Hoppe gearbeitet hat, soll vom Massensterben im Lager sowie den gezielten Massentötungen von jüdischen Gefangenen, polnischen Partisanen und sowjetrussischen Kriegsgefangenen gewusst haben.

Dies geht aus dem Gutachten des historischen Sachverständigen Stefan Hördler hervor, das dem »Spiegel« vorliegt. Nach Aussage des Verteidigers Wolf Molkentin enthält das Gutachten zur persönlichen Verantwortung seiner Mandantin allerdings »nur knappe Ausführungen«.

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte Ende Januar Anklage erhoben. Das Hauptverfahren kann von der zuständigen Jugendkammer nur eröffnet werden, wenn die Angeklagte verhandlungsfähig ist. Der Vorsitzende Richter hat nun einen Facharzt mit einer Begutachtung beauftragt, die noch im Mai vorliegen soll. Der Fall soll vor der Jugendkammer verhandelt werden, da die Sekretärin damals noch nicht 21 Jahre alt war. epd

Berlin

»Wenn Alice Weidel Kanzlerin wird, bin ich weg!« 

Der Kabarettist Dieter Nuhr sagt, er halte es für einen Fehler, die AfD politisch konsequent auszuschließen. Die Dämonisierung der Partei habe ihr eher genützt

 10.06.2026 Aktualisiert

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026

Krieg

»Jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!«

Der US-Präsident sieht die iranischen Streitkräfte am Boden und droht dem Land einmal mehr. Teheran habe die Chance für einen Deal verpasst

 10.06.2026

München

Anklage nach Angriff auf israelisches Konsulat

Ein 24-Jähriger wirft Steine auf die Einrichtung und löst mit einem verdächtigen Rucksack einen größeren Polizeieinsatz aus. Weshalb ihn Ermittler vor Gericht sehen wollen

 10.06.2026

Brandenburg

Goebbels-Villa könnte Zentrum gegen Extremismus werden

Das alte Haus nördlich von Berlin verfällt seit Jahren. Jetztsoll daraus ein Ort gegen Antisemitismus werden

 10.06.2026

Meinung

So macht man Stimmung

Die deutsche Berichterstattung über den Krieg zwischen Israel und der Terrormiliz Hisbollah ist unterkomplex und einseitig. Über die wahren Interessen der Libanesen wird dabei hinweggegangen

von Ahmad Mansour  10.06.2026