Der Widerstand gegen den geplanten Auftritt der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif an der Kunstakademie Düsseldorf nimmt weiter zu. Wie die »Rheinische Post« berichtet, ist für Mittwochabend eine Protestkundgebung direkt vor der Akademie angemeldet worden. Unter dem Motto »Ihr sagt ›kontroverse Meinung‹ – gemeint ist Antisemitismus« wollen Demonstranten zwischen 18 und 21 Uhr gegen die Veranstaltung protestieren.
Al-Sharif soll im Rahmen der studentischen Veranstaltungsreihe »Sparta« an der Kunstakademie auftreten. Die Einladung hat jedoch scharfe Kritik ausgelöst. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz forderten die Jüdische Gemeinde Düsseldorf, die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Düsseldorf, das Jüdische Forum der CDU NRW sowie der Antisemitismus-Beauftragte der Stadt Düsseldorf eine Absage der Veranstaltung.
Oded Horowitz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, erklärte, eine staatlich geförderte Institution dürfe einer Künstlerin, gegen die Antisemitismus-Vorwürfe erhoben würden, kein Podium bieten. Der geplante Auftritt sei durch nichts zu rechtfertigen, auch nicht durch die Kunstfreiheit. Wolfgang Rolshoven, Antisemitismus-Beauftragter der Stadt, stellte klar: »Die Würde des Menschen steht über der Kunstfreiheit.«
Rücksicht auf Ruf
Nach Angaben der »Rheinischen Post« hatten sich bereits in der vergangenen Woche auch NRW-Hochschulministerin Ina Brandes sowie Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller kritisch zu der Einladung geäußert und die Akademie zu einem Umdenken aufgefordert. Vertreter der jüdischen Organisationen betonten, man habe eine interne Klärung bevorzugt, um den Ruf der traditionsreichen Hochschule nicht zu beschädigen. Diese Möglichkeit habe die Akademie jedoch nicht genutzt.
Emil Brachthäuser von der DIG kritisierte die mangelnde Dialogbereitschaft der Verantwortlichen. Roman Salyutov vom Jüdischen Forum der CDU NRW sagte, es gehe nicht um juristische Grenzfragen, sondern um moralische Verantwortung.
Sollte die Veranstaltung wie geplant stattfinden, wäre dies aus Sicht der Kritiker ein »fatales Signal« auch für andere Hochschulen. Rolshoven kündigte an, in diesem Fall müsse über personelle Konsequenzen gesprochen werden: »Die sind dann gestorben für mich.«
Hinweis auf Kunstfreiheit
Die Kunstakademie Düsseldorf verteidigte ihr Festhalten an der Einladung mit dem Hinweis auf die Kunstfreiheit und verwies auf die internationale Anerkennung der Künstlerin. Zugleich erklärte die Akademie: »Antisemitismus, Hassrede, die Relativierung oder Verherrlichung terroristischer Gewalt sowie die Infragestellung des Existenzrechts Israels haben an unserer Institution keinen Platz.« im