Berlin

Prien empört über »Ignoranz« der Linken in Niedersachsen

Karin Prien (CDU), Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Foto: picture alliance/dpa

Nach einem Beschluss der Linken in Niedersachsen zum Zionismus übt Bundesbildungsministerin Karin Prien scharfe Kritik. Die Landespartei habe nicht nur beschlossen, den Zionismus abzulehnen, sondern habe »den jüdischen Staat und seine Regierung mit der Hamas gleichgesetzt«, erklärte die CDU-Politikerin in Berlin.

»So differenziert auch ich immer versuche, die israelische Politik einzuordnen, so sehr empören mich dieser Beschluss und die Kommunikation der Linken dazu«, erklärte die Ministerin in einem vorab verbreiteten Redetext. »Denn es geht nicht um die israelische Politik im Heute, es geht um die Existenz des Volkes Israel, es geht um die Zukunft jüdischen Lebens weltweit.«

Die Linke in Niedersachsen hatte am Wochenende einen Beschluss gefasst, der sich gegen den »heute real existierenden Zionismus« richtet. Darin werden auch Vorwürfe angeführt, wonach die israelische Regierung im Gazastreifen einen »Genozid« betreibe und in Israel und den besetzten Gebieten »Apartheid« herrsche.

Lesen Sie auch

»Wohlstandsverwahrloste Kommentare«

Prien, die selbst eine jüdische Biografie hat, äußerte sich aus Anlass der Verleihung des Israel-Jacobson-Preises durch die Union progressiver Juden in Berlin. Unter Hinweis auf Äußerungen einiger Linker aus Niedersachsen vom Wochenende erklärte sie: »Diese wohlstandsverwahrlosten Kommentare voller Ignoranz und Antisemitismus zeigen mir, dass dieser Preis kein Abschluss meines Wirkens sein kann, sondern eine Ermutigung.«

In ihrer Rede warb sie für mehr Sichtbarkeit jüdischen Lebens in Deutschland und für die Bekämpfung von Antisemitismus durch Bildung. »Die Verantwortung der staatlichen Institutionen, der demokratischen Parteien und der Zivilgesellschaft, einschließlich Wirtschaft und Gewerkschaften, ist immens«, betonte sie.

In der Begründung zur Preisverleihung hieß es, Prien erhalte die Auszeichnung in Anerkennung ihrer großen Verdienste für das liberale Judentum. dpa

Berlin/Hannover

Reichinnek auf Distanz zu antisemitischem Linken-Beschluss

Eine Entscheidung der niedersächsischen Linken gegen den »real existierenden Zionismus« sorgt für Aufregung. Auch die Bundestagsfraktionschefin findet: Das hätte anders formuliert werden müssen

 19.03.2026

Washington D.C.

Trump droht Iran mit massivem Angriff auf zentrales Gasfeld

Eine solche Attacke des US-Militärs werde es geben, falls Iran weiter Katars Gasindustrie angreife, schrieb der US-Präsident auf Truth Social

 19.03.2026

Hannover

Antisemitische Parolen an Holocaust-Mahnmal

»Wir stehen weiterhin solidarisch an der Seite der jüdischen Menschen in unserer Stadt«, sagt Oberbürgermeister Belit Onay

 19.03.2026

Belgien

Streit über Militäreinsatz zum Schutz jüdischer Einrichtungen

Nach einem Anschlag auf eine Synagoge sollen sich Soldaten um die Bewachung kümmern. Zwei Minister vergessen, ihre Kollgin aus dem Justizressort in die Entscheidung einzubeziehen

 19.03.2026

Washington D.C.

Neue Phase im Krieg gegen Iran? USA prüfen Truppenaufstockung

Die Vereinigten Staaten erwägen die Entsendung Tausender weiterer Soldaten in den Nahen Osten und denken über Bodentruppeneinsätze nach. Derweil will das Pentagon 200 Milliarden Dollar für den Krieg

 19.03.2026

Debatte

Niedersachsens Linke weist Antisemitismus-Vorwurf zurück

Nach scharfer Kritik verteidigt Niedersachsens Linke ihren Beschluss zum Nahostkonflikt. Wie die Landeschefs das umstrittene Papier begründen

 19.03.2026

Krieg am Golf

Katar: Israels Angriff auf Gasanlagen »unverantwortlich«

Im Persischen Golf befindet sich das größte Gasfeld der Welt. Ein Angriff auf damit verbundene iranische Anlagen sorgen auch in Katar für Empörung

 19.03.2026

Ehrung

Preis von Union progressiver Juden für Bundesministerin Prien

Sie ist die erste Bundesministerin mit jüdischen Wurzeln. Nun wird Karin Prien für ihre Verdienste für das Judentum in Deutschland geehrt. Sie empfinde die Würdigung vor allem als Auftrag, sagt sie

von Nikolas Ender  18.03.2026

Bundestag

Merz über Iran-Krieg: »Wir hätten abgeraten«

Allen Aufforderungen des US-Präsidenten an die Europäer zum Trotz bleibt Kanzler Merz in Sachen Iran-Krieg hart. Vor dem EU-Gipfel in Brüssel setzt er auf mehr europäisches Selbstbewusstsein

 18.03.2026