Berlin

Pistorius legt Kranz auf Jüdischem Friedhof nieder

Boris Pistorius (SPD), Bundesminister der Verteidigung, richtet den Kranz bei der Gedenkveranstaltung auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee zum Volkstrauertag Foto: picture alliance/dpa

Politiker in Berlin haben am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Bei einer Gedenkveranstaltung auf dem Jüdischen Friedhof im Stadtteil Weißensee legten am Sonntagvormittag unter anderem Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), Berlins Kultursenator Joe Chialo (CDU) und die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld, Kränze nieder.

»Den diesjährigen Volkstrauertag begehen wir in bitterer Zeit«, sagte der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse in seiner Gedenkrede. »Nicht nur quält uns der nicht enden wollende Aggressionskrieg Putin-Russlands gegen die Ukraine. Wir sind auch tief bestürzt über die Mordtaten der Hamas in Israel.«

Thierse erinnerte an die jüdischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Zahlreiche Gräber finden sich auch auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin. »Es ist die Erinnerung daran, dass und wie sehr Juden und Judentum angefochtener und doch auch selbstverständlich gewordener Teil der deutschen Gesellschaft waren und wie sehr der mörderische Rassismus des Nazi-Regimes nicht nur das jüdische Volk fast vernichtet hat, sondern auch die deutsche Gesellschaft moralisch zerstört hat.«

»Indem wir hier und heute jüdischer Soldaten gedenken, tun wir dies in dem Wissen, dass das, was gegenwärtig im Nahen Osten geschieht, mit deutscher Geschichte zu tun hat«, sagte Thierse. »Indem wir hier der jüdischen Gefallenen in einem deutschen und europäischen Krieg gedenken, drücken wir auch unser Mitgefühl aus mit den Opfern der um ihre Existenz kämpfenden jüdischen Heimstatt Israel.«

Thierse nahm auch Bezug auf die aktuelle Entwicklung in Deutschland nach dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober: »Wir sind irritiert und entsetzt über den hierzulande auf grelle Weise sichtbar und laut gewordenen Antisemitismus«, sagte er. »Ein Antisemitismus, der nicht nur eingewandert ist, sondern auch einheimisch.« dpa

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026

Schwerin/Rostock

Kurs Rot-Rot-Grün: Verhandlungen starten am Montag

SPD, Linke und Grüne wollen in Mecklenburg-Vorpommern über eine Koalition verhandeln. Dafür stimmten alle drei Parteien. Für die Grünen wäre eine Regierungsbeteiligung dort eine Premiere

 11.10.2026

Franziska Giffey

Nach der Wahl in Berlin

Franziska Giffey spricht sich gegen Koalition mit Linkspartei aus

Die noch amtierende Wirtschaftssenatorin sieht keine Basis für eine Koalition mit der Linken in Berlin. Die SPD-Politikerin fordert klare Positionen im Kampf gegen Antisemitismus. Unterdessen verteidigt Thüringens Ex-Ministerpräsident Ramelow die Sondierer gegen Kritik aus den eigenen Reihen

 11.10.2026

Nahost

Abbas verschiebt Parlaments- und Präsidentenwahl

Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, vertagt die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bis in den Herbst 2027. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gab es keine Parlamentswahl mehr

 11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Teilnehmer einer Demonstration »United4Palestine« halten Palästinenserflaggen, auch eine Flagge der Linken und eine Queer-Flagge sind zu sehen.

Berlin

Israelfeindliche Demonstration durchs Regierungsviertel

Rund 3.500 Menschen nehmen an der Demonstration unter dem Motto »United4Palestine« teil. Auch Politiker und Aktivisten der Linkspartei waren dabei. Einige Demonstranten wurden festgenommen

 11.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Saudi-Arabien

Mindestens zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad

Der Konflikt zwischen den vom Iran unterstützten Huthi im Jemen und Saudi-Arabien eskaliert. Bei dem Angriff auf den Flughafen King Chalid gibt es Tote und Hunderte Verletzte. Wie reagiert Washington?

 11.10.2026

Nahost

Test für den Pakt

Was bedeuten die jüngsten Huthi-Angriffe für das Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien mit Pakistan und der Türkei unterzeichnet hat?

von Reinhard Schulze  10.10.2026

Hans-Georg Lindenau in seinem Ladengeschäft »M99 Gemischtwaren mit Revolutionsbedarf«

Deutschland

Berlin-Kreuzberg: Aushänge gegen Judenhass - Jugendliche greifen Geschäftsinhaber an

Der Staatsschutz ermittelt

 10.10.2026 Aktualisiert