Operation gegen den Terror

Pistorius besucht Fregatte vor Einsatz im Roten Meer

Boris Pistorius (SPD), Bundesminister der Verteidigung, und der Kommandant, Fregattenkapitän Volker Kübsch, an Bord der Fregatte »Hessen« Foto: picture alliance/dpa

Kurz vor dem gefährlichen Einsatz der Fregatte »Hessen« im Roten Meer hat Verteidigungsminister Boris Pistorius am Dienstagfrüh die rund 240 Soldaten an Bord besucht und mit Kapitän Volker Kübsch gesprochen. Der Minister flog dazu bereits am Montagabend nach Kreta, wo das 143 Meter lange Kriegsschiff gerade einen Zwischenstopp auf dem Weg von Wilhelmshaven ins Einsatzgebiet einlegt.

Sollte der Bundestag der Mission am Freitag wie erwartet zustimmen, wird die »Hessen« unmittelbar danach vom ägyptischen Suezkanal aus ins Rote Meer einfahren.

Die Außenminister der EU-Staaten hatten bereits am Montag grünes Licht für die Operation »Aspides« gegeben. Sie gilt als gefährlichster reiner Marine-Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr. Vorrangiges Ziel der Mission ist der Schutz von Handelsschiffen vor Angriffen der militant-islamistischen Huthi aus dem Jemen.

Geleitschutz und Seeraumkontrolle

Die Terrorgruppe will mit dem Beschuss von Schiffen ein Ende der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen erzwingen. Auslöser des Gaza-Krieges waren der Terrorüberfall und das Massaker der palästinensischen Terrororganisation Hamas sowie anderer extremistischer Palästinensergruppen in Israel am 7. Oktober.

Die Fregatte »Hessen« ist unter anderem mit Flugabwehrraketen ausgerüstet. Sie wurde speziell für den Geleitschutz und die Seeraumkontrolle konzipiert. Mit ihrem Radar kann sie nach Angaben der Bundeswehr einen Luftraum von der Größe der gesamten Nordsee überwachen.

Ihre Flugabwehrraketen reichen mehr als 160 Kilometer weit. An Bord sind neben der Stammbesatzung und zwei Hubschraubern auch weitere Einsatzkräfte, darunter ein Ärzteteam und ein Militärpfarrer.

Erster neuer Auslandseinsatz unter Pistorius

Es ist der erste Auslandseinsatz der Bundeswehr, den Pistorius als Verteidigungsminister zu verantworten hat. Er hatte das Schiff bewusst bereits frühzeitig Richtung Rotes Meer geschickt, damit es gleich nach der Bundestagsabstimmung in den Einsatz einsteigen kann. Dazu wird es in den nächsten Tagen vom Hafen Souda auf Kreta Richtung Suezkanal aufbrechen.

Der Seeweg durch das Rote Meer und den Suezkanal ist eine der wichtigsten Handelsrouten weltweit. Wegen der Huthi-Angriffe meiden große Reedereien zunehmend die kürzeste See-Verbindung zwischen Asien und Europa. Das hat mittlerweile erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Die USA und Großbritannien haben deshalb zuletzt Ziele der Huthi im Jemen angegriffen.

Die vom Iran unterstützte Miliz greift die Schiffe im Roten Meer mit Raketen großer Reichweite, Drohnen und mit ferngesteuerten Kamikaze-Booten an. Die Fregatte soll zivile Schiffe eskortieren und Angriffe abfangen. Angriffe auf die Huthi-Miliz sind nicht Teil des Auftrags. dpa

Belgien

Uni-Rektorin: »Haben bereits viele Partnerschaften verloren«

Die Besetzer verlangen einen vollständigen Boykott Israels und wollen weitermachen - obwohl die Uni-Leitung ihnen nun erneut entgegenkam

von Michael Thaidigsmann  15.05.2026

USA

Gericht setzt Sanktionen gegen Francesca Albanese aus

Ein Richter in Washington hat Sanktionen der Trump-Regierung gegen die UN-Berichterstatterin vorerst gestoppt. Die USA werfen ihr Voreingenommenheit und Antisemitismus vor

 15.05.2026

London

König Charles besucht Opfer der Messerattacken in Golders Green

Der Monarch spricht auch mit dem 76-jährigen Norman Shine, der im April bei einer antisemitisch motivierten Mersserattacke an einer Bushaltestelle am Hals verletzt worden war

 15.05.2026

Würzburg

Schuster sieht Gleichgültigkeit bei Judenhass - Zivilcourage gefragt

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, warnt vor einem Wegsehen bei Antisemitismus in Deutschland. Und gibt konkrete Tipps, wie man auf judenfeindliche Sprüche reagieren sollte

 15.05.2026

Peking

Trump erhöht Druck auf Iran

»Ich werde nicht mehr besonders lange geduldig sein«, sagt der amerikanische Präsident

 15.05.2026

Spanien

FC Barcelona distanziert sich von Jungstar Yamal – Entschuldigung an israelische Fans

»Wir möchten betonen, dass der betreffende Moment im Vorfeld von keiner mit dem FC Barcelona verbundenen Partei geplant war«, schreibt der Verein auf Hebräisch

 15.05.2026

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  14.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Hilfsflotte sticht von Türkei aus erneut in See

Israel wirft einigen Aktivisten Verbindungen mit der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor

 14.05.2026

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026