Julius von Jan

Pfarrer wird »Gerechter unter den Völkern«

Bekannt wurde Julius von Jan durch seine Bußtagspredigt vom 16. November 1938 in Oberlenningen bei Esslingen.

Julius von Jan

Pfarrer wird »Gerechter unter den Völkern«

Mit der Auszeichnung werden Nichtjuden geehrt, die ihr Leben riskierten, um Juden zu retten

 12.10.2020 15:26 Uhr

Der württembergische evangelische Pfarrer Julius von Jan (1897 - 1964) erhält an diesem Dienstag offiziell den Ehrentitel »Gerechter unter den Völkern«. Sein Sohn Richard von Jan wird stellvertretend eine Medaille und eine Ehrenurkunde in der israelischen Botschaft in Berlin entgegennehmen, teilte Jan-Biograf Martin Stährmann dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit.

Die Auszeichnung, die von der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem verliehen wird, würdigt Jans Engagement gegen die Verfolgung von Juden im Nationalsozialismus.

Sein Sohn Richard von Jan wird stellvertretend eine Medaille und eine Ehrenurkunde in der israelischen Botschaft in Berlin entgegennehmen.

Bekannt wurde Julius von Jan durch seine Bußtagspredigt vom 16. November 1938 in Oberlenningen bei Esslingen. Darin kritisierte er die Internierung von Menschen, die sich für Recht und Gerechtigkeit einsetzten. »Männer, die unserem deutschen Volk treu gedient haben, wurden ins KZ geworfen, bloß weil sie einer anderen Rasse angehörten«, sagte er damals.

»HEIMTÜCKE« Jan wurde inhaftiert und musste dann von Württemberg weg nach Ortenburg bei Passau ziehen. Später wurde er zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er gegen den »Kanzelparagraphen« und das »Heimtückegesetz« verstoßen habe.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er an die Ostfront geschickt. Nach dem Krieg arbeitete der vom Pietismus geprägte Theologe wieder als Pfarrer, den Ruhestand verbrachte er in Korntal bei Stuttgart.

Mit der Auszeichnung »Gerechter unter den Völkern« werden seit 1963 Nichtjuden geehrt, die ihr Leben riskierten, um Juden während des Holocaust zu retten. Ihre Namen werden in Yad Vashem, der nationalen Gedenkstätte des Staates Israel für die »Märtyrer und Helden des Holocaust«, in einem eigenen Memorialbereich verewigt. Die Ehrung wurde inzwischen rund 27.000 Mal vergeben, darunter an über 600 Deutsche. epd

Umfrage

Umfrage: So würde Deutschland abstimmen, wenn am Sonntag Wahlen wären

 25.10.2026

Präsidentenwahl in Frankreich

Wahlkampfstart der Rechten – Le Pen im Aufschwung?

Nach den Unruhen in Frankreich gewinnt Marine Le Pen in Umfragen weiter hinzu. Doch Antisemitismusvorwürfe gegen ihren politischen Ziehsohn, RN-Chef Jordan Bardella, belasten die Partei

 25.10.2026

Berlin

Platzwunde und Hämatome im Gesicht: Mutmaßlich antisemitische Attacke in Schöneberg

Ein Unbekannter fragte einen 60-Jährigen, ob er Jude sei – dann schlug er zu. Der Staatsschutz ermittelt

 25.10.2026

Schild des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

Sachsen

Sachsen: Jede antisemitische Diskriminierung ist verfassungswidrig

Der Schutz jüdischen Lebens ist in mehreren Landesverfassungen verankert. Der Freistaat Sachsen sieht bisher von einer expliziten Formulierung ab

 25.10.2026

Islamismus

Psychologe Ahmad Mansour: Teile der Linken verharmlosen Islamismus

Solidarität mit zweierlei Maß? Islam-Experte Mansour sieht bei Teilen der Linken eine Doppelmoral im Umgang mit Islamismus. Scharfe Kritik übt er auch am Umgang mit Israel und dem Nahostkonflikt

 25.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Krieg in der Golfregion

Weiter Angriffe im Jemen und Saudi-Arabien

Riad im Norden, die jemenitische Hafenstadt Aden im Süden: An beiden Fronten greifen die Huthi-Rebellen mit Drohnen und Raketen an. Wird aus dem dauerhaften Beschuss ein Abnutzungskrieg?

 25.10.2026

Antisemitismus

Hälfte der Länder verankert Kampf gegen Antisemitismus in Verfassung

Der Kampf gegen zunehmenden Antisemitismus ist nicht erst nach dem Hamas-Überfall auf Israel 2023 im Fokus. Schon nach dem Synagogenanschlag von Halle 2019 zogen einige Länder Konsequenzen in ihren Landesverfassungen – aber bei weitem nicht alle

 25.10.2026

Kommentar

Schließt die Botschaft Irans!

Deutschland muss verstehen, dass diese Diktatur nicht mehr zu halten ist

von Saba Farzan  25.10.2026

Iran-Krieg

Bericht: Iran nimmt US-Diplomaten in Nahost ins Visier

US-Botschaftspersonal wird im Nahen Osten reduziert. Hintergrund sollen Erkenntnisse von US-Nachrichtendiensten zu Anschlagsplänen des Irans sein

 25.10.2026