EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Einspruch

Pessimisten, atmet auf!

Seit Monaten geht die Angst vor einer Dritten Intifada um. So auch jetzt wieder. Weil am Wochenende zwei israelische Soldaten von Palästinensern getötet wurden, steigt die Sorge vor einer neuen Gewaltwelle. Der Mord an Tomer Hazan und der tödliche Schuss auf Gal Kobi seien Anzeichen dafür, befürchten Pessimisten.

Doch die Angst ist unbegründet. Erstens handelt es sich bei den beiden Anschlägen um punktuelle, spontane Ereignisse, hinter denen keine Terrorgruppe steht. Anders als bei der Zweiten Intifada, die vor 13 Jahren von PLO-Chef Jassir Arafat unterstützt wurde, ist, zweitens, die aktuelle Palästinenserführung nicht an einer Neuauflage des Aufstandes interessiert. Ihre Priorität liegt derzeit bei den Verhandlungen, die zur Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts beitragen sollen.

autonomieregierung Drittens ist die radikal-islamische Hamas im Westjordanland stark unter Druck. Ein großer Teil ihrer Führung ist untergetaucht, um Verhaftungen durch die palästinensische Autonomieregierung zu entgehen. Auch führt die israelische Armee regelmäßig Razzien durch, stets auf der Suche nach Islamisten.

Viertens ist im Westjordanland keine angespannte Stimmung auszumachen, die eine neue Gewaltwelle begünstigen würde. Obwohl seit Anfang August bei Auseinandersetzungen mit der Zahal sechs Palästinenser das Leben lassen mussten, wurde nur verhalten nach Rache gerufen. Fünftens zeichnet sich bei den israelisch-palästinensischen Gesprächen keine Krise ab, die im Westjordanland einen flächendeckenden Wutausbruch auslösen könnte.

Pessimisten, die vor einer neuen Intifada warnen, mögen allerdings in einem Punkt Recht haben. Die oben aufgeführten Argumente sind Momentaufnahmen. Sie können nicht in die Zukunft fortgeschrieben werden. Sind die Anschläge bloß punktuell, ist es umso wichtiger, dass die Politik besonnen reagiert, so tragisch das Resultat des Terrors auch sein mag.

Der Autor ist Israel-Korrespondent der Schweizer »Weltwoche«.

Berlin

Polizei: Aufrufe zu Gewalt verfangen derzeit nicht

Bundesweite Aufrufe zum Protesttag an Halloween: Nach gewaltsamen Demonstrationen in Frankreich stellt sich die Berliner Polizei auf einen Großeinsatz ein. Hinweise auf Plünderungspläne gibt es nicht

 28.10.2026

Nürnberg

Interaktives NS-Dokumentationszentrum öffnet

Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

von Julia Riese  28.10.2026

Reaktion

Laschet: Chancen auf politische Versöhnung in Israel gestiegen

Der Ausgang der Wahl in Israel ist unklar - die Auszählung dauert an. Doch CDU-Außenpolitiker Armin Laschet äußert sich in einer ersten Einschätzung zuversichtlich

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump will Ben-Gvir offenbar aus Netanjahus nächster Regierung heraushalten

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl könnte der US-Präsident zudem auf eine nationale Einheitsregierung drängen

 28.10.2026

Meinung

Wieder ein »kleiner Geländegewinn«

Die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde hat es erneut geschafft, die Regierungsunfähigkeit ihrer Partei zu demonstrieren

von André Anchuelo  28.10.2026

Magdeburg

CDU-Abgeordnete sollten eidesstattliche Erklärung unterschreiben

Seit der Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten steht der Verdacht im Raum, Stimmen könnten aus der CDU gekommen sein. Wie die Fraktion damit umgeht

 28.10.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor linksextremen Einflüssen

Für Samstag hat die Initiative Gen Z regelt deutschlandweit zu Protesten für Bildung und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Aus Sorge vor Ausschreitungen beobachten die Behörden die Lage genau

 28.10.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragte: »Jude« darf kein Schimpfwort sein

Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein in der Bundesregierung an. Ihr erklärtes Ziel klingt einfach

 28.10.2026

Belgrad

Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschaft

Erneut wird ein Wachbeamter vor der israelischen Botschaft angegriffen. Der Vorfall weckt Erinnerungen - welche Sicherheitsmaßnahmen die Behörden jetzt ergreifen

 28.10.2026