Vatikan

Papst bedauert Krise im Dialog mit Juden - verurteilt Antisemitismus

Papst Leo XIV. Foto: picture alliance / Photoshot

Papst Leo XIV. hat sich mit Nachdruck zum Einsatz der Kirche gegen den Antisemitismus bekannt und Missverständnisse im katholisch-jüdischen Dialog bedauert. Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz, an der auch jüdische Vertreter aus Israel teilnahmen, rief der Papst unter dem Beifall der Anwesenden mit Blick auf die vergangenen 60 Jahre aus: »Seither haben alle meine Vorgänger den Antisemitismus mit klaren Worten verurteilt. Und so bestätige auch ich, dass die Kirche den Antisemitismus nicht toleriert und ihn bekämpft - und das aufgrund des Evangeliums selbst!«

Zugleich räumte der Papst ein, »dass es in der gegenwärtigen Phase Missverständnisse, Schwierigkeiten und Konflikte gab«. Diese hätten aber nie die Fortsetzung des Dialogs verhindert. Er fügte hinzu: »Auch heute dürfen wir nicht zulassen, dass politische Umstände und die Ungerechtigkeiten einiger diese Freundschaft gefährden, zumal wir schon so viel erreicht haben. Der Geist von Nostra aetate erleuchtet weiterhin den Weg der Kirche.«

Unwiderrufliche Anerkennung

Zuvor hatte er im theologischen Teil seiner Ausführungen betont, dass die Kirche mit dem Konzilsdokument »Nostra aetate« von 1965 erstmals die jüdischen Wurzeln des Christentums dogmatisch anerkannt habe. Dies sei »auf biblischer und theologischer Ebene unwiderruflich«.

An der Audienz auf dem Petersplatz nahmen in herausgehobener Position auch die Mitwirkenden eines interreligiösen Fachkongresses teil, der derzeit in Rom tagt. Unter ihnen sind mehrere Vertreter jüdischer Organisationen. Bei dem Kongress an der Päpstlichen Gregoriana-Universität hatten am Montag jüdische Vertreter protestiert, nachdem ein katholischer Theologe das Handeln des israelischen Militärs im Gazastreifen mit der Schoa verglichen hatte.

Der katholisch-jüdische Dialog ist seit dem Ausbruch des Gaza-Krieges am 7. Oktober 2023 immer wieder von Spannungen geprägt. Unter anderem wirft die jüdische Seite dem Vatikan vor, nicht klar genug gegen die Massaker der islamistischen Hamas und für das Verteidigungsrecht Israels Stellung bezogen zu haben.

Jerusalem/Tel Aviv

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