Auschwitz-Prozess

Opfer enttäuscht

Anwälte der Nebenklage im Verhandlungssaal in Detmold Foto: dpa

Im Detmolder Auschwitz-Prozess haben Holocaust-Überlebende die Erklärung des 94-jährigen Angeklagten als enttäuschend kritisiert. Die Stellungnahme des früheren SS-Mannes sei verharmlosend gewesen, sagte der Anwalt der Nebenkläger, Thomas Walther, am Freitag.

Die Darstellung des Angeklagten habe den Eindruck vermittelt, als sei er nur ein Spaziergänger in Auschwitz gewesen, kritisierte Walther. Positiv sei jedoch, dass der Angeklagte bestätigt habe, dass ein Massenmord stattgefunden habe. Das sei ein wichtiges Signal gegenüber den Leugnern des Holocausts.

Massenmord
Der Angeklagte hatte am 29. April eingeräumt, von Massenmorden im KZ gewusst zu haben. Er habe sich jedoch gegen die Einberufung und den Einsatz als Wachmann nicht wehren können. Er bat die Holocaust-Überlebenden und Angehörigen der Opfer um Entschuldigung. Der Angeklagte wollte über seine Erklärung hinaus keine weiteren Stellungnahmen abgeben, erklärte sein Verteidiger Johannes Salmen.

Ursprünglich waren am Freitag Nachfragen zu der Stellungnahme des früheren SS-Mannes vorgesehen. Die Staatsanwaltschaft Dortmund wirft dem Mann aus dem lippischen Lage Beihilfe zum Mord im NS-Vernichtungslager Auschwitz in mindestens 170.000 Fällen vor.

Der frühere SS-Mann soll im Januar 1942 in das Konzentrationslager im damals deutsch besetzten Polen versetzt und dann unter anderem für die Bewachung des Lagers Auschwitz I zuständig gewesen sein. Als Angehöriger der Wachmannschaft soll er an der Tötung von mindestens 170.000 Menschen in der Zeit von Januar 1943 bis Juni 1944 beteiligt gewesen sein. Der Rentner hat laut Staatsanwaltschaft zwar eingeräumt, dass er in Auschwitz I eingesetzt war. Er bestreitet jedoch eine Beteiligung an den Morden. epd

Washington

USA verschärfen Reisewarnung: »Unvorhergesehene Eskalation« möglich

Angesichts der wieder zunehmenden Spannungen im Mittleren Osten ruft das Außenministerium US-Bürger zu erhöhter Wachsamkeit auf

 02.09.2026

Medien

Unabhängige Prüfung der Nahost-Berichterstattung der Deutschen Welle gefordert

Nach Ansicht des Verbandes Jüdischer Journalistinnen und Journalisten (JJJ) gibt es insbesondere bei den Social-Media-Angeboten des Auslandssenders wiederholt journalistisch problematische Darstellungen

 02.09.2026

London

Antisemitischer Angriff auf jüdische Schüler: Frau erhält Bewährungsstrafe

Die Verurteilte hatte vor einer jüdischen Schule in Stamford Hill Kinder und eine Mutter antisemitisch beschimpft und anschließend den Vater eines Schülers angegriffen

 02.09.2026

Washington

USA beschlagnahmen Kryptowährungen und Online-Infrastruktur von Hamas

Die US-Behörden gehen weiter gegen die digitale Finanzierung der palästinensischen Terrororganisation vor

 02.09.2026

Tino Chrupalla, Bundesvorsitzender der AfD, spricht bei dem Wahlkampfauftritt in Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern), 28. August

Berlin/Heidelberg

Verdacht der Volksverhetzung: Dachorganisation der Sinti und Roma zeigt Tino Chrupalla an

Es geht um eine Äußerung des AfD-Chefs bei einer Wahlkampfveranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern

 02.09.2026

Verteidigung

Deutsche Marine testet erfolgreich israelisches Raketensystem

Nun sollen Pläne für eine Beschaffung der Waffen mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern vorangebracht werden

von Carsten Hoffmann  02.09.2026

Nahost

USA greifen erneut Ziele im Iran an – Trump droht mit noch härteren Schlägen

Das US-Zentralkommando erklärte, Luftabwehrstellungen, Radaranlagen, maritime Einrichtungen, Kommunikationssysteme sowie Anlagen und Fähigkeiten zum Verlegen von Seeminen seien getroffen worden. Der Iran startete derweil Angriffe in Jordanien und Bahrain

 02.09.2026

Marschflugkörper mit Staustrahlantrieb

Russland hilft Iran heimlich bei Entwicklung von Überschallraketen

Experten zufolge würde eine solche Waffe eine Gefahr für Landziele und Schiffe darstellen – darunter auch Flugzeugträger

 02.09.2026

Justiz

Meinungsfreiheit ist kein Freibrief: Zur Leugnung des Existenzrechts Israels

Eine Klarstellung von Nathan Gelbart

von Nathan Gelbart  01.09.2026