Meinung

Olympischer Geist made in Iran

Weniger kreative Betrachter denken bei Londons Olympia-Logo für 2012 an Ausschussware der Lego-Werke, an Kartoffelstempel oder an den Bauplan eines Libeskind-Museums. Doch der Ehrenpreis für die gewagteste Interpretation geht nicht an intelligente Spötter, sondern an die Macht, die weder Humor noch Zweifel kennt: den Iran. In Wirklichkeit, so haben die Weisen von Teheran jetzt herausgefunden, stehen die von den Grafikern dick und eckig gestalteten Jahreszahlen Zwei, Null, Eins und Zwei für das Wort »Zion«!

Logik Das mag man dumm oder durchgeknallt finden. Aber es hat doch einen ganz besonderen Sinn. Wer sich, wie die Mullahs in Teheran, Händchen haltende Teenager nur als Marionetten eines halluzinierten Ostküstenkapitals erklären kann oder bei schlechtem Wetter stets an die Machenschaften des »zionistischen Gebildes« denkt und hinter jeder umgefallenen Teheraner Mülltonne einen Mossadagenten vermutet, der hat auch bei diesem Logo die Logik auf seiner Seite. Also kann die »Islamische Republik« gar nicht anders, als an einen Boykott der Olympischen Spiele denken.

»Sie müssen damit rechnen, dass einige Länder den Spielen fernbleiben werden, insbesondere Iran«, heißt es in einem Schreiben an das Londoner Organisationskomitee. Sonst ist der iranische Sport im internationalen Vergleich nicht allzu erfolgreich. Also wollen die Funktionäre wenigstens im inneriranischen Wettbewerb nicht als schmähliche Verlierer dastehen. Der lautet: Wer wird am meisten von Israel unterdrückt? Dabei sein ist auch den Mullahs alles. Nur nicht bei Olympia.

Straße von Hormus

US-Marine soll jeden Minenleger versenken

Der amerikanische Präsident Donald Trump verschärft seinen Kurs gegen den Iran

 23.04.2026

Berlin

Bundesregierung sieht Chance bei Verhandlungen zwischen USA und Iran

Kehren die Washington und Teheran zurück an den Verhandlungstisch? Die Bundesregierung sieht in Verhandlungen eine Chance für den Frieden

 23.04.2026

Parteien

Streit um Israel: Linke auf der Sandbank?

Die Linke ringt weiter über ihre Haltung zu Israel und zum Nahostkonflikt. Der Parteivorstand will mit einem Leitantrag für den Parteitag in Postdam im Juni den Streit befrieden. Doch auch eine Personalie sorgt für Diskussionen

von Michael Thaidigsmann  23.04.2026

Zukünftige Führung

Schah-Sohn Reza Pahlavi wirbt in Berlin für härteren Kurs gegen Mullahs

Reza Pahlavi sieht keine Reformer in der iranischen Führung und wirbt für einen politischen Wandel. Vor seinem Auftritt wurde er mit Tomaten beworfen

 23.04.2026 Aktualisiert

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Arlington (Virginia)

Pentagon warnt: Räumung von Minen in Straße von Hormus könnte ein halbes Jahr dauern

Der Streitkräfteausschusses im Repräsentantenhaus wird darüber informiert, dass Teheran mindestens 20 Minen in und um der wichtigen Meerenge platziert haben soll

 23.04.2026

China

Viraler Judenhass in China

Im Zuge des Iran-Kriegs nimmt der Antisemitismus im Diskurs der asiatischen Großmacht dramatisch zu. Eine Analyse

von Sven Benentreu  23.04.2026

Magdeburg

Landtag setzt mit Staatsvertrag Zeichen gegen Antisemitismus

Am 12. Dezember 2025 hatten das Land und die jüdischen Gemeinden Sachsen-Anhalt den geänderten Staatsvertrag unterzeichnet. Am Mittwochabend hat der Landtag den Vertrag beschlossen

 23.04.2026

Houston

Jüdisches Gemeindezentrum nach Drohungen geschlossen

Betroffen ist auch die Shlenker School, eine zur Gemeinde gehörende Gesamtschule. Das FBI und die Polizei ermitteln

 23.04.2026