Sportpolitik

Olympia-Aus wegen Israel-Reise?

Irans Frauenfußball-Nationalteam Foto: imago

Das iranische Frauenfußball-Nationalteam muss möglicherweise aus politischen Gründen auf die Chance der Olympia-Qualifikation verzichten. Grund dafür ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna vom Dienstag der Austragungsort der Qualifikationsspiele für die Olympischen Spielen 2020 in Tokio.

Die iranischen Frauen müssten für die Spiele in das von Israel besetzte Westjordanland nach Al-Ram reisen, einer palästinensischen Stadt nordöstlich von Jerusalem. Dafür müssten sie aber durch Israel reisen oder die vom jüdischen Staat kontrollierte Grenze zu Jordanien passieren.

VERBOT Laut iranischen Gesetzen ist dies jedoch verboten. Laut Isna wird daher befürchtet, dass die iranischen Frauen schon im Vorfeld ihren Olympia-Traum begraben müssen.

Verstöße gegen das antisemitische Verbot werden hart bestraft.

»In unserem Pass steht klar und deutlich, dass Iraner nicht in die besetzten palästinensischen Gebiete einreisen dürfen«, sagte Hussein Abdi, der technische Berater der Frauenmannschaft. Der Iran habe den asiatischen Fußballverband AFC mehrmals über das Problem informiert und einen neuen Austragungsort beantragt.

SPIELE Aber bis jetzt habe Teheran vom AFC keine Antwort erhalten, so der Berater laut Isna weiter. Viel Zeit bleibt den iranischen Frauen nicht mehr. Die Qualifikationsspiele beginnen am 1. April in Al-Ram.

Iraner dürfen seit der islamischen Revolution vor 40 Jahren nicht mehr nach oder durch Israel reisen. Auch Irans Sportler dürfen seitdem nicht gegen israelische Sportler oder Mannschaften antreten. Das antisemitische Verbot gilt im Land als eine sportpolitische rote Linie und wird bei Verstößen hart bestraft.  dpa/ja

Berlin

Wadephul: Irans Zahlung für Minenräumung wäre gerechtfertigt

»Der Iran hat rechtswidrig eine internationale Seefahrtsstraße vermint«, sagte der Bundesaußenminister

 06.07.2026

Berlin

Wegen Kritik an Passage zu Judenhass: CDU entfernt Wahlkampfvideo vorübergehend

In den sozialen Medien schreiben Kritiker, die Wahlwerbung setze friedliche Demonstrationen mit Antisemitismus gleich. Die Partei weist dies zurück

von Imanuel Marcus  06.07.2026

Vermummte Menschen mit Holzlatten

Berlin

Antisemitismus-Streit in linkem Jugendzentrum eskaliert

In Berlin-Hellersdorf ist es am Wochenende zu gewalttätigen Auseinandersetzungen wegen konträrer Positionen zu Israel gekommen

 06.07.2026

Gaza

Hamas kündigt Auflösung der De-facto-Regierung an

Auf einer Pressekonferenz verkündet die Terrororganisation die Abgabe der Koordination der zivilen Verwaltung. Die saudi-arabische Zeitung »Asharq Al-Awsat« schreibt, dies könnte den Weg für eine Übergangsverwaltung aus Fachleuten ebnen

 06.07.2026 Aktualisiert

Jerusalem

NGO Monitor wirft Ärzte ohne Grenzen tief verwurzelten Antisemitismus vor

Einem neuen Bericht zufolge erlebten zahlreiche jüdische Beschäftigte ein Arbeitsumfeld, in dem israelfeindliche Einstellungen weit verbreitet seien

 06.07.2026

USA

»Wir kommen zurück« – Wieso New Yorker Juden Deutsche werden

Mehr und mehr New Yorker Jüdinnen und Juden beantragen als Nachfahren von NS-Verfolgten die deutsche Staatsangehörigkeit. Viele sehen darin eine Rückkehr zu ihren Wurzeln – und auch eine Absicherung

von Anne Pollmann  06.07.2026

Jerusalem

Netanjahu widerspricht Vance: Israel hat »sehr viele Freunde«

Zuvor hatte US-Vizepräsident JD Vance behauptet, dass die USA der einzige internationale Verbündete Israels seien. Der israelische Präsident entgegnete, dass die internationalen Beziehungen des Landes deutlich besser seien, als es der öffentliche Eindruck vermuten lasse

 06.07.2026

Diplomatie

Streit mit der Türkei: Wadephul stellt sich an die Seite Israels

Außenminister Johann Wadephul hat Aussagen seines türkischen Amtskollegen Hakan Fidan als »vollkommen unangemessen« bezeichnet. Fidan hatte Israel ein »Problem für die Menschheit« genannt

 06.07.2026

Iran

Trauerzug mit Chameneis Leichnam führt durch Teheran

Rund vier Monate nach seiner Tötung soll Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei beerdigt werden. Die Trauerfeiern sollen die Geschlossenheit des Regimes demonstrieren, zeigen aber auch, welcher politische Flügel ausgeschlossen wird

 06.07.2026