Streit

Olympia-Attentat 72: Offenbar Annäherung bei Streit um »Entschädigung«

Ankie Spitzer bei der Gedenkfeier im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck anlässlich des 40. Jahrestags des Olympia-Attentats Foto: imago sportfotodienst

Nur wenige Tage vor dem 50. Jahrestag des Olympia-Attentats von 1972 zeichnet sich offenbar eine Annäherung im Streit um eine angemessene Opfer-»Entschädigung« ab. Wie die Süddeutsche Zeitung (Mittwoch) berichtet, kommt Bewegung in die seit Wochen festgefahrenen Gespräche.

Die Angehörigen der elf von palästinensischen Terroristen ermordeten Olympia-Teilnehmer hätten ihre finanziellen Forderungen deutlich reduziert. Diese lägen allerdings immer noch bei knapp unter 30 Millionen Euro - und damit deutlich über dem, was die Bundesregierung ursprünglich für vertretbar hielt.

Die Bundesregierung hatte den Angehörigen 5,4 Millionen Euro angeboten, die die Opferangehörigen allerdings nicht akzeptiert hatten. Als Konsequenz der festgefahrenen Gespräche hatten die Angehörigen ihre Teilnahme an der Gedenkfeier am 5. September im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck, wo die Befreiungsaktion 1972 gescheitert war, abgesagt. Deutsche Regierungskreise hätten der SZ nun bestätigt, dass es weiter Verhandlungen gebe, um doch noch vor der Gedenkfeier eine Lösung zu finden.

Auch Ankie Spitzer, Sprecherin der israelischen Hinterbliebenen, habe »Gespräche auf höchster Ebene« bestätigt. Die deutsche Seite wolle »eine Blamage verhindern«, sagte sie laut SZ-Angaben. »Wir haben sehr klargemacht, was unser absolutes Minimum ist, nun muss die deutsche Seite eine abschließende Entscheidung treffen.« Die SZ schreibt weiter, dass eine Teilnahme der Angehörigen und des israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog an der Gedenkfeier »wieder wahrscheinlicher« werde, sollte es zu einer Einigung kommen.

Vor 50 Jahren - am 5. September 1972 - hatten palästinensische Terroristen im Olympischen Dorf in München die israelische Olympia-Mannschaft überfallen und mehrere Geiseln genommen. Die Befreiungsaktion am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck scheiterte. Am Ende starben elf Israelis, ein bayerischer Polizist und fünf Geiselnehmer.

Die Hinterbliebenen werfen den Behörden Versagen vor. Seit Jahrzehnten setzen sie sich außerdem für eine angemessene »Entschädigung« und die Aufarbeitung der Hintergründe des Attentats ein. epd

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