Entschädigung

Offene Vermögensfragen

40 Jahre ohne Entschädigung Foto: adn

Sie ist die »kleine Schwester« der Claims Conference und hat vor zwei Wochen im Bundestag ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert: die 1990 gegründete »Claims Conference Nachfolgeorganisation«. Zu diesem Jubiläum haben sich Vertreter der Interessenvertretung im Bundestag mit Politikern getroffen. Während die Claims Conference seit fast 60 Jahren jüdische Opfer des Nationalsozialismus aus der ganzen Welt entschädigt, beschäftigt sich die Nachfolgeorganistion mit einem blinden Fleck auf der Landkarte: der ehemaligen DDR.

rückgabe Dort gab es nach Kriegsende keine Restitutionszahlungen für die Überlebenden des Holocausts. Die DDR sah sich nicht in der Nachfolge des Deutschen Reiches, sondern verkündete, sie sei ein von Opfern des NS-Regimes gegründeter Staat. Entschädigungen – auf diesem Ohr waren Ulbricht und Honecker taub. Nach dem Ende der DDR 1990 galt es, rund 60.000 offene Vermögensfragen zu klären. Das war zu Beginn keineswegs einfach, sagt Roman Haller, Direktor der Nachfolgeorganisation: Es habe eine »komplizierte Gemengelage politisch-gesellschaftlicher und administrativer Probleme« gegeben, da drohten die Anliegen jüdischer Verfolgter unterzugehen. Bei den noch offenen Vermögensfällen handele es sich vorrangig um Fragen, die das Verhältnis zwischen dem Staat als Schuldner auf der einen Seite und dem Antragssteller auf der anderen Seite betreffen, erklärt Haller. Auch wenn damit »die Rückgabe entzogenen Eigentums in Ostdeutschland weitgehend abgeschlossen ist«, wie Siegfried Kauder von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ausführte, so ist die Aufgabe der Nachfolgeorganisation noch längst nicht zu Ende.

ansprüche »Der Erledigungsstand bei der Antragsabarbeitung kann niemanden begeistern«, führt Werner Gatzer, Staatssekretär im Finanzministerium, aus. Zwar seien die meisten Grundstücke rückübertragen worden, doch »die Ansprüche wegen Schädigung von über 83.000 Grundstücken und sonstigen Vermögenswerten wie Hypotheken und von über 20.000 Unternehmen« seien noch offen, so Gatzer. Daher sei ab 2004 die Zuständigkeit beim Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) zusammengefasst worden. Allein im Bereich der NS-Verfolgtenansprüche arbeiteten derzeit 400 BADV- Mitarbeiter.

Die Gelder, die die Nachfolgeorganisation erhält, fließen in Projekte der Claims Conference. 32 Millionen Euro, das ist etwa ein Drittel der gesamten Fördersumme, werden benutzt, um Holocaust-Überlebenden in 43 Ländern auch finanziell unter die Arme zu greifen.

Essay

Iran ist nicht das islamistische Regime. Iran, das seid ihr!

Eine Verneigung vor dem Mut der freiheitsliebenden Menschen im Iran und in der iranischen Diaspora

von Sarah Maria Sander  19.02.2026

Washington D.C.

Steht ein US-Militärschlag gegen Iran kurz bevor?

Das US-Militär wäre amerikanischen Berichten nach in der Lage, bereits an diesem Wochenende Angriffe auf iranische Ziele zu starten

 19.02.2026

Sanktionen

EU setzt Revolutionsgarden auf Terrorliste

Um an der Macht zu bleiben, hat Irans Führung Massenproteste brutal niedergeschlagen. Nun ist in der EU als Reaktion darauf eine Entscheidung offiziell, die jahrelang nicht möglich war.

 19.02.2026

Warschau

Polen ruft seine Bürger zum Verlassen des Irans auf

Die Regierung warnt vor einem drohenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Donald Tusk fordert die Bürger auf, sofort aus dem Land auszureisen. Eine Evakuierung könnte bald unmöglich sein

 19.02.2026

Meinung

Königliches Versagen im Kulturbetrieb

Das renommierte Reina-Sofía-Museum in Madrid setzt eine Schoa-Überlebende vor die Tür. Die Existenz des Juden wird zur Provokation, die Befindlichkeit des Antisemiten zum schützenswerten Gut. Spanien ist verloren!

von Louis Lewitan  19.02.2026

New York

Naher Osten: Umfangreichste US-Militärpräsenz seit 2003

Bis zu drei Flugzeugträger sowie zahlreiche Kampfjets der Typen F-16, F-22 und F-35 sind in der Region oder sollen dorthin unterwegs sein

 19.02.2026

Ukraine

Der verdrängte Krieg

Es gibt keine Alternative zur Unterstützung des angegriffenen Landes. Ansonsten könnte das Grauen näher rücken – auch bis zu uns nach Deutschland

von Igor Mitchnik  19.02.2026

London

Epstein-Skandal: Polizei nimmt Ex-Prinz Andrew fest

Der frühere britische Prinz soll vertrauliche Dokumente an Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergeleitet haben. Jetzt reagiert die Polizei - an Andrews Geburtstag

 19.02.2026

Los Angeles

»Free Palestine«-Aufkleber auf Gepäck sorgen für Verspätung eines El-Al-Fluges

Nach Angaben von Passagieren reagierten Sicherheitskräfte mit umfangreichen Kontrollen, in deren Folge das Gepäck von 140 Reisenden nicht mit an Bord ging

 19.02.2026