Wien

Österreich beklagt Antisemitismus bei Corona-Demos

Karoline Edtstadler Foto: picture alliance / HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com

Österreichs Verfassungsministerin Karoline Edtstadler hat von einem massiven Anstieg von antisemitischen Vorfällen bei Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen berichtet.

»Wir sehen in der Mitte unserer Gesellschaft auf der Straße antisemitische Vorfälle«, sagte die ÖVP-Politikerin am Montag bei einer Pressekonferenz. Demonstranten setzten mit Symbolen und Slogans die NS-Verfolgung von Juden mit der ab Februar geltenden Impfpflicht gleich.

Die jüdischen Gemeinde will in einigen Wochen die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Österreich im Vorjahr bekanntgeben. »Aufgrund der Corona-Demonstrationen werden die Zahlen wahnsinnig hoch sein - Zahlen, mit denen man nur schwer leben kann«, mahnte Oskar Deutsch, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Im ersten Halbjahr 2021 wurden 562 Fälle gemeldet - ungefähr so viele wie im gesamten Jahr 2020.

Deutsch kritisierte, dass sich die rechte FPÖ nicht von geschichtsverharmlosenden Tendenzen unter den Gegnern der Impfpflicht und der Einschränkungen für Ungeimpfte distanziere. FPÖ-Parteichef Herbert Kickl, der die Protestbewegung unterstützt, hatte Ende Dezember argumentiert, dass auch der Nationalsozialismus mit der Ausgrenzung von Menschen begonnen habe.

Am Montag nahm die FPÖ-Politikerin Marlene Svazek in einem Interview zu Demonstranten mit Judensternen Stellung: »Wer so einen Vergleich zieht, verherrlicht ja nicht den Nationalsozialismus, sondern drückt seine Sorge um Demokratie und Grundrechte aus.« dpa

Brüssel

Überwachungsbehörde nimmt Europapartei der AfD ins Visier

Verstößt die Europapartei, zu der auch die »Alternative« gehört, gegen Grundwerte der EU? Die zuständige Behörde sieht Hinweise auf problematisches Vorgehen in Mitgliedsparteien. Kommt ein Verfahren?

von Valeria Nickel  29.05.2026

Beirut

Entwaffnung der Hisbollah - ein unmögliches Unterfangen?

Seit mehr als zwei Jahren attackiert die Hisbollah Israel. Die Regierung in Jerusalem will eine Entwaffnung der Terrororganisation. Doch geht das?

 29.05.2026

Hintergrund

Israel über Guterres: »Sind mit diesem Generalsekretär fertig«

Die Beziehungen zwischen Israel und dem bald aus dem Amt scheidenden UN-Generalsekretär António Guterres sind auf einem neuerlichen Tiefpunkt. Dabei hatte alles ganz anders begonnen

von Michael Thaidigsmann  29.05.2026

Holocaust-Gedenken

Mendel und Wagner kritisieren Yad-Vashem-Entscheid

In Deutschland sollen zwei Niederlassungen der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen. Der jüdische Wissenschaftler Meron Mendel und der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, sehen das in Teilen kritisch

 29.05.2026

Kiel

Mehr als 400 antisemitische Vorfälle im Norden gemeldet

»Die massiven Konsequenzen (...) sind Ausdruck eines wachsend gesamtgesellschaftlich antisemitischen Grundrauschens, das wir seit 2023 beobachten müssen«, so die Dokumentationsstelle Antisemitismus

 29.05.2026

New York

Streit um Bericht zu sexueller Gewalt: WJC kritisiert UN scharf

Narrative, die Israel pauschal delegitimierten, seien problematisch, so der Jüdische Weltkongress. Die ursprünglichen Gründungsideale der Vereinten Nationen müssten wieder in den Mittelpunkt rücken

 29.05.2026

Interview

»Ohne den Mossad wäre ich vermutlich schon unter der Erde«

Das iranische Regime wollte Volker Beck ermorden lassen. Im Gespräch erzählt der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, wie der Anschlagsplan sein Leben verändert hat und was sich seiner Meinung nach nun ändern muss

von Leon Stork  29.05.2026

Berlin

Gutachten zweifelt an Vorstoß gegen Leugnung des Existenzrechts Israels

Hessen will über den Bundesrat erreichen, dass die Leugnung des Existenzrechts Israels unter Strafe gestellt wird. Ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes im Bundestag erhebt Bedenken

 29.05.2026

Colorado Springs

JD Vance: USA und Iran kurz vor Einigung

Es sei noch zu früh, um zu sagen, »wann oder ob« die USA und der Iran die Verhandlungen erfolgreich abschließen könnten, sagt der Vizepräsident

 29.05.2026