Einspruch

Öffentlich, rechtlich, wichtig

Igor Matviyets Foto: Florian Korb

Die Bundesrepublik schaut auf Sachsen-Anhalt, und leider ist es kein positiver Anlass. Würde die CDU im Landtag von Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der AfD gegen die Erhöhung des Rundfunkbeitrags stimmen? Doch bevor es zum Showdown kommen konnte, hat Ministerpräsident Reiner Haseloff die Abstimmung über die Beitragserhöhung zurückgezogen.

Im Ergebnis heißt es dennoch, dass der Rundfunkbeitrag nicht erhöht wird und damit der mehrjährige Prozess der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten und der Bundesländer scheitert. Im Landtag von Sachsen-Anhalt freut es nur die CDU und die AfD.

einschaltquoten Nicht nur als Sozialdemokrat, sondern auch als jüdischer Mensch in Halle unterstützte ich die Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Die 86 Cent mehr wären es mir wert gewesen, wenn ich vor allem auf die Zeit seit dem Anschlag blicke.

Die 86 Cent mehr wären es mir wert gewesen, wenn ich vor allem auf die Zeit seit dem Anschlag blicke.

Viele Medien haben über das rechtsextreme Attentat berichtet und dabei die Einschaltquoten durch eine Endlosschleife des Tätervideos nach oben getrieben, anstatt bewusst die Aufmerksamkeit vom Täter auf die Opfer zu lenken. Im Prozess wurde ich Zeuge, wie private Sender minutenlang den Täter filmten und er das mit einem Lächeln goutierte.

aufarbeitung Die Art der Berichterstattung des MDR und anderer öffentlich-rechtlicher Medien war sensibler. Die Opfer erhielten viel Raum, der Täter wurde nicht namentlich genannt und nur verpixelt dargestellt. Über alle Prozesstage werden umfangreiche Reportagen erstellt. Für die Aufarbeitung des Terroranschlags werden so wertvolle Quellen für die Nachwelt erzeugt.

Tatsache ist, dass eine Minderheit – wie die Juden in Deutschland – auf Medien angewiesen ist, die nicht nur der breiten Mehrheit gefallen müssen, um marktwirtschaftlich zu überleben. Das hat die CDU als Volkspartei, die für sich in Anspruch nimmt, unterschiedliche Bevölkerungsgruppen – wie bei der zu Recht viel beachteten Aktionswoche »Von Schabbat zu Schabbat« – zu vertreten, bei ihrer Entscheidung leider nicht beachtet.

Der Autor ist SPD-Politiker in Halle.

Spanische Nordafrika-Exklave

Wie kam es zur Ceuta-Krise?

Die Ereignisse in Ceuta werfen viele Fragen auf: Duldeten marokkanische Sicherheitskräfte den Ansturm? Welche Motive könnte es gegeben haben? Und wer profitierte von den chaotischen Szenen?

 03.08.2026

Schifffahrt

Iran und Oman planen Rundkurs in Straße von Hormus

Als Folge des Konflikts mit den USA verhandelt Teheran mit Maskat über neue Fahrrinnen im Nadelöhr des internationalen Gas- und Ölhandels. Im Gespräch ist ein neues Routenmodell

 03.08.2026

Montréal

Verdacht auf Brandanschlag: Koscheres Restaurant zerstört

Die Behörden untersuchen den Vorfall als möglichen Brandanschlag. War auch diese Tat antisemitisch motiviert?

 03.08.2026

Studie

Spaniens Migrationskrise wird online mit antisemitischen Verschwörungsmythen verknüpft

Innerhalb von zwei Tagen erreichten Beiträge, die Israel für den Flüchtlingssturm auf Ceuta verantwortlich machen, beinahe 60 Millionen Nutzer

 03.08.2026

Nahost

Trump kündigt neue Gespräche mit Iran an – Verhandlungen sollen heute beginnen

»Eine Vereinbarung steht unmittelbar bevor«, erklärt der amerikanische Präsident. Israel, das an dem zunächst geplanten Angriff auf den Iran mitwirken sollte, erfuhr von dessen Absage in sozialen Medien

 03.08.2026

Interview

»Putin ist in der Sackgasse«

Lettlands Ex-Präsident Egils Levits über Russlands Krieg, einen EU-Beitritt der Ukraine und die Debatte über die Religionsfreiheit

von Michael Thaidigsmann  02.08.2026

New York/Madrid

»Warum unterhält Spanien noch immer koloniale Enklaven in Afrika?«

Israels UNO-Botschafter Danny Danon: »Vielleicht sollte Spanien, bevor es uns weiter belehrt, der Welt etwas erklären«

 02.08.2026

Kommentar

Sánchez’ alter, antisemitischer Trick

Wer trägt die Verantwortung für die jüngste Katastrophe in Ceuta? Ausnahmsweise wohl nicht »die Zionisten«

von Rafael Seligmann  02.08.2026

Auschwitz-Birkenau

Romani Rose: Gewalt gegen Sinti und Roma nimmt zu

Zum europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma warnt der Vorsitzende deren Dachorganisation, Mitglieder der Minderheit seien wieder mehr Anfeindung ausgesetzt

 02.08.2026