Meinung

Obamas spitzes Knie

Diesmal lagen die Auguren mit ihren Prognosen richtig. Bei den Zwischenwahlen in Amerika, bei denen eigentlich alles neu gewählt wird, außer dem US-Präsidenten selbst – der Senat, das Repräsentantenhaus, die Gouverneure der meisten amerikanischen Bundesstaaten – haben die Republikaner kräftig abgesahnt. So war es von fast allen vorausgesagt worden. Außerdem wurde korrekt prophezeit, dass jede Menge konservative Graswurzelrevolutionäre vom »Tea Party Movement«, das aus der Wut auf Barack Obama und seine angeblich sozialistische Politik geboren wurde, mit Hilfe der Republikaner in den Kongress gelangen würden. Die linksliberale Regierung wird für die nächsten zwei Jahre innenpolitisch weitgehend blockiert sein. Reformen sind bei den neuen Machtverhältnissen kaum umzusetzen. Das heißt, dass sich Obama und Co. auf das Feld der Außenpolitik konzentrieren werden. Das wiederum könnte bedeuten, dass der Chef der Supermacht den Israelis mit noch spitzerem Knie als bisher auf der Brust lasten wird, um sie zum Abbau von Siedlungen zu bewegen. Es sei denn, alles kommt doch ganz anders. Denn eine echte Herausforderung gilt es zu meistern: Gelingt es dem Westen, den Iran von seinem Atomprogramm abzubringen? Auguren, eine Antwort bitte!

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