Antisemitismus

»Null Toleranz«

Israels Botschafter Jeremy Issacharoff Foto: dpa

Israels Botschafter Jeremy Issacharoff hat sich besorgt über Antisemitismus in Deutschland gezeigt. »In den vergangenen Monaten wurden Rabbiner in Deutschland attackiert. Und der Angriff in Halle hat uns alle schockiert. Die Zukunft der Juden in Deutschland treibt mich um«, sagte er dem »Mannheimer Morgen« (Freitag).

Der Aufstieg der AfD als stärkste Oppositionskraft im Bundestag mache ihm besonders Sorgen. Manche Äußerungen von AfD-Politikern seien »absolut inakzeptabel – erst recht nach dem Attentat von Halle«.

geisteshaltung Auch nach 1945 sei der Antisemitismus nicht aus Deutschland verschwunden. Es gebe Gesellschaftsschichten, die noch vor Jahren nicht zugegeben hätten, judenfeindlich zu sein. »Heute trauen sich diese Menschen, ihre Geisteshaltung zu zeigen. Erst kommen die Worte, dann folgen die Taten«, so Issacharoff. Diese Entwicklung sei keine rein deutsche. Es gebe sie etwa auch in den USA. »Wer schon mit seinen Worten Gewalt gegen Juden verherrlicht, muss die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren bekommen.«

Als eine mögliche Maßnahme nannte Issacharoff die Ausbildung von Spezialisten bei der Polizei, um alle Formen des Antisemitismus zu erkennen. Dafür brauche man Ressourcen. »Aber wie gesagt: Der entscheidende Faktor im Kampf gegen Judenfeindlichkeit lautet: null Toleranz.«  kna

Einspruch

Im Dschungel gestolpert?

Maria Ossowski bedauert den Rücktritt von Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson

von Maria Ossowski  30.04.2026

Dominik Krause

Grün und pro Israel

Am 1. Mai tritt der 35-Jährige ein Amt als Oberbürgermeister Münchens an. Wofür steht er? Ein Porträt

von Chris Schinke  30.04.2026

Düsseldorf

Auschwitz-Museum: Rüttgers erhält Auszeichnung »Light of Remembrance«

Die Auszeichnung würdigt herausragende Beiträge zur Aufklärung über das NS-Konzentrationslager Auschwitz und den Holocaust

 30.04.2026

Terror

Gruppierung Ashab al-Jamin bekennt sich zu Angriff in London

Nach einem weiteren Angriff auf jüdische Einrichtungen in London taucht ein neues Bekenntnis auf. Die Terrorgruppe HAYI spricht von einer Attacke auf »Zionisten«

 30.04.2026

Canberra

Nach Anschlag von Bondi: Australien will Schutz jüdischer Veranstaltungen verstärken

Premierminister Anthony Albanese erklärt, seine Regierung werde alle Empfehlungen der Bondi-Kommission für mehr Sicherheit übernehmen

 30.04.2026

Washington D.C.

Trump lehnt iranisches Angebot ab, Blockade bleibt

»Sie ersticken wie ein vollgestopftes Schwein. Und es wird noch schlimmer für sie. Sie dürfen keine Atomwaffe haben«, erklärt der amerikanische Präsident

 30.04.2026

Düsseldorf

NRW will Verbot für Handel mit Holocaust-Dokumenten

Briefe aus Vernichtungslagern, »Judensterne« und Gestapo-Karten: NRW will verhindern, dass solche persönlichen Zeugnisse des NS-Terrors weiter kommerziell gehandelt werden

 30.04.2026

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026 Aktualisiert

Terrorismus

Irans neue Front

Die Auftraggeber der aktuellen Anschlagsserie auf jüdische und amerikanische Einrichtungen in Europa sitzen offenbar in Teheran

von Michael Thaidigsmann  29.04.2026