Antisemitismus

»Null Toleranz«

Israels Botschafter Jeremy Issacharoff Foto: dpa

Israels Botschafter Jeremy Issacharoff hat sich besorgt über Antisemitismus in Deutschland gezeigt. »In den vergangenen Monaten wurden Rabbiner in Deutschland attackiert. Und der Angriff in Halle hat uns alle schockiert. Die Zukunft der Juden in Deutschland treibt mich um«, sagte er dem »Mannheimer Morgen« (Freitag).

Der Aufstieg der AfD als stärkste Oppositionskraft im Bundestag mache ihm besonders Sorgen. Manche Äußerungen von AfD-Politikern seien »absolut inakzeptabel – erst recht nach dem Attentat von Halle«.

geisteshaltung Auch nach 1945 sei der Antisemitismus nicht aus Deutschland verschwunden. Es gebe Gesellschaftsschichten, die noch vor Jahren nicht zugegeben hätten, judenfeindlich zu sein. »Heute trauen sich diese Menschen, ihre Geisteshaltung zu zeigen. Erst kommen die Worte, dann folgen die Taten«, so Issacharoff. Diese Entwicklung sei keine rein deutsche. Es gebe sie etwa auch in den USA. »Wer schon mit seinen Worten Gewalt gegen Juden verherrlicht, muss die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren bekommen.«

Als eine mögliche Maßnahme nannte Issacharoff die Ausbildung von Spezialisten bei der Polizei, um alle Formen des Antisemitismus zu erkennen. Dafür brauche man Ressourcen. »Aber wie gesagt: Der entscheidende Faktor im Kampf gegen Judenfeindlichkeit lautet: null Toleranz.«  kna

Studie

»Neue antisemitische Normalität«: 7. Oktober für Juden in Deutschland biografische Zäsur

Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt, wie der Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 das Leben von Jüdinnen und Juden in Deutschland verändert hat. Die Befragten berichten von einer »neuen antisemitischen Normalität«, wachsendem Misstrauen und Ausgrenzung

 05.10.2026

Der Verfassungsrechtler Steffen Augsberg, Hessens Justizminister Christian Heinz (CDU), der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker und Zentralratspräsident Josef Schuster (v.l.)

Initiative

Hessen dringt auf Strafen für Leugnung des Existenzrechts Israels

Die hessische Landesregierung dringt darauf, dass ihr Vorschlag zur Strafbarkeit israelfeindlicher Äußerungen umgesetzt wird. Die Bundesregierung bleibt aber skeptisch. Auch der Zentralrat der Juden ist nicht restlos überzeugt

 05.10.2026

Magdeburg

BSW: Wählen den AfD-Kandidaten zum Landtagspräsidenten

Am Dienstag kommt der neu gewählte Landtag von Sachsen-Anhalt erstmals zusammen. Die AfD hat die Zusage des BSW für die nötigen Stimmen

 05.10.2026

Berlin

Parteien in der Hauptstadt bereiten sich auf drittes Vorgespräch vor

Nach der Abgeordnetenhauswahl setzen Linke, Grüne und SPD auf ein drittes Vorgespräch. Details bleiben geheim – und keiner weiß, wo das Ganze hinführt

 05.10.2026

Berlin

Israelis selbst schuld an Empathielosigkeit? SPD-Politiker in der Kritik

Der Sozialdemokrat Lars Castellucci machte am Samstag mit einem X-Post zum versuchten Anschlag auf ein Flugzeug mit israelischen Passagieren von sich reden. Viele sehen darin eine Täter-Opfer-Umkehrung

 05.10.2026

Kommentar

Die Linke sollte nicht den Berliner Bürgermeister stellen

Die Partei sollte sich erst einmal in der Opposition regenerieren und gegen Rassismus einsetzen

von Herbert Rubinstein  05.10.2026

Shelly Meyer

Kommentar

Wer tatsächlich vom »Judenfetisch« profitiert

150 Juden in Berlin haben mit einem Offenen Brief die Linkspartei unterstützt - das sind etwa 0,4 Prozent der Berliner jüdischen Stimmen. Doch sie könnten für die breite Öffentlichkeit kaum wertvoller sein

von Shelly Meyer  04.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026