Antisemitismus

»Null Toleranz«

Israels Botschafter Jeremy Issacharoff Foto: dpa

Israels Botschafter Jeremy Issacharoff hat sich besorgt über Antisemitismus in Deutschland gezeigt. »In den vergangenen Monaten wurden Rabbiner in Deutschland attackiert. Und der Angriff in Halle hat uns alle schockiert. Die Zukunft der Juden in Deutschland treibt mich um«, sagte er dem »Mannheimer Morgen« (Freitag).

Der Aufstieg der AfD als stärkste Oppositionskraft im Bundestag mache ihm besonders Sorgen. Manche Äußerungen von AfD-Politikern seien »absolut inakzeptabel – erst recht nach dem Attentat von Halle«.

geisteshaltung Auch nach 1945 sei der Antisemitismus nicht aus Deutschland verschwunden. Es gebe Gesellschaftsschichten, die noch vor Jahren nicht zugegeben hätten, judenfeindlich zu sein. »Heute trauen sich diese Menschen, ihre Geisteshaltung zu zeigen. Erst kommen die Worte, dann folgen die Taten«, so Issacharoff. Diese Entwicklung sei keine rein deutsche. Es gebe sie etwa auch in den USA. »Wer schon mit seinen Worten Gewalt gegen Juden verherrlicht, muss die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren bekommen.«

Als eine mögliche Maßnahme nannte Issacharoff die Ausbildung von Spezialisten bei der Polizei, um alle Formen des Antisemitismus zu erkennen. Dafür brauche man Ressourcen. »Aber wie gesagt: Der entscheidende Faktor im Kampf gegen Judenfeindlichkeit lautet: null Toleranz.«  kna

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  04.07.2026

Parteien

AfD-Chefin Alice Weidel äußert sich zu möglichen Koalitionen mit der CDU

Wie hält es die rechtsextreme Partei ihrerseits mit einer Annäherung an die Union?

 04.07.2026

Parteitag

AfD bestätigt Führungsduo – Chrupalla verliert an Rückhalt

Die AfD hat ihr Spitzenduo Weidel-Chrupalla wiedergewählt. Chrupalla muss allerdings Federn lassen. In der zweiten Reihe gibt es neue Gesichter

von Anne-Beatrice Clasmann  04.07.2026

Essay

Die Sprache der AfD

Gewalt, NS-Bezüge und Antisemitismus: Wie die rechtsextreme Partei auch rhetorisch die Grenzen verschiebt. Eine linguistische Analyse

von Deborah Kämper  04.07.2026

Thüringen

Mehr als 30.000 Menschen protestieren gegen AfD-Parteitag

Trotz Blockaden bleibt die Stimmung meist friedlich – doch es gibt auch Zwischenfälle mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen

von Simone Rothe  04.07.2026

Wien

Antisemitismus am Denkmal für einen Antisemiten

Ausgerechnet am umstrittenen Denkmal für den einstigen Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist es zu einem judenfeindlichen Eklat gekommen

 03.07.2026

Lettland

Deutsche Städte gedenken der nach Riga deportierten Juden

1941/42 wurden mehr als 25.000 Juden aus Deutschland und Österreich zur Vernichtung in die lettische Hauptstadt deportiert. Daran gedachten nun Vertreter aus 30 deutschen Städten

 03.07.2026

Karlsruhe

Waffen für Hamas? Verdächtiger nach Deutschland überstellt

Seit Monaten geht die Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Hamas-Anhänger vor, die Waffen für die Organisation geschmuggelt haben soll. Ein weiterer Beschuldigter ist jetzt in deutscher U-Haft

 03.07.2026

Iran

Wollte Israel iranische Unterhändler töten?

Wie die »New York Times« berichtet, fürchtete die Trump-Administration bei den Iran-Verhandlungen die gezielte Tötung der iranischen Delegierten Abbas Araghchi und Mohammad Bagher Ghalibaf durch Israel

 03.07.2026