Anerkennungsleistungen

NS-Verfolgte fordern Entfristung für Anträge

Foto: PR

Anerkennungsleistungen

NS-Verfolgte fordern Entfristung für Anträge

Kritik an der Behandlung ehemaliger kasachischer Kriegsgefangener

 06.02.2019 16:11 Uhr

Die Mehrzahl der noch in Kasachstan lebenden früheren sowjetischen Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs von der Wehrmacht gefangen genommen wurden, erhält bis heute keine finanzielle Anerkennung für ihr erlittenes Unrecht.

Darauf macht der Bundesverband Information und Beratung für NS-Verfolgte aufmerksam. Der Grund sei, so der in Köln sitzende Verband, dass viele zu spät von der Möglichkeit einer »Anerkennungsleistung«, die Deutschland zahlt, gehört hätten. Beweise für ihr Schicksal gebe es genug.

LAGER Die genannte »Anerkennungsleistung«, eine Einmalzahlung in Höhe von 2500 Euro, wurde von der Bundesregierung im Jahr 2015 beschlossen. Allerdings wurde die Möglichkeit, beim Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen einen Antrag zu stellen, zeitlich begrenzt.

Insgesamt hatten die Wehrmachtstruppen im Zweiten Weltkrieg 5,7 Millionen sowjetische Soldaten gefangen genommen. 3,3 Millionen von ihnen starben in den Gefangenenlagern: Sie wurden ermordet oder mussten sich zu Tode arbeiten, sie verhungerten oder starben an Seuchen.

Von 5,7 Millionen sowjetischen Soldaten sind 3,3 Millionen in den Lagern gestorben.

Nach Angaben des Bundesverbandes geht man heute von höchstens 4000 noch lebenden ehemaligen Kriegsgefangenen aus. Aus Kasachstan gingen nach Angaben des Bundesverbandes nur 67 Anträge ein, dabei lebten dort mindestens doppelt so viele Menschen, die die deutsche Kriegsgefangenschaft überlebt hätten.

Ende 2018 war der Bundesverband auf 114 ehemalige Kriegsgefangene in Kasachstan aufmerksam geworden, die erst nach Ablauf der Frist von der Möglichkeit einer Antragstellung erfahren hatten.

BESCHÄMEND Jost Rebentisch vom Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte, erklärt dazu: »Angesichts dieser Zahlen und des äußerst bescheidenen Umfangs der sogenannten Anerkennungsleistung ist es beschämend, wenn man sich nun auf eine willkürlich gesetzte Befristung für die Antragstellung zurückzieht.«

Die für den Bundeshaushalt entstehenden Kosten seien zudem überschaubar, sagt Rebentisch. »Mit der Aufhebung der Antragsbefristung würde man einen Fehler beheben, der so niemals hätte gemacht werden dürfen.«  ja

Berlin

Bundesrat will Hakenkreuz-Schmierereien an Schulen bestrafen

Die Nutzung von verfassungsfeindlichen Kennzeichen durch Schüler soll strafbar werden. Der israelische Botschafter begrüßt den Schritt

 06.03.2026

Washington D.C.

Bodentruppen im Iran? Trump spricht von »Zeitverschwendung«

Grundsätzlich ausschließen wollte die US-Regierung den Einsatz von Bodentruppen im Iran bislang nicht. Jetzt reagiert Präsident Trump auf Äußerungen des iranischen Außenministers zu dem Thema

 06.03.2026

Gedenkstätte

Buchenwald-Verbände lehnen »Kufiyas«-Kampagne ab

Die Initiatoren der Kampagne würden zudem die historische Dimension der NS-Verbrechen verkennen

 06.03.2026

Washington D.C.

Schätzung: US-Angriff auf Iran kostet jetzt schon Milliarden

Seit Samstag greifen die USA - zusammen mit Israel - den Iran aus der Luft an. Neben vielen anderen Fragezeichen hinter der Militäraktion ist auch unklar, wie viel das eigentlich kostet

 06.03.2026

Forschungsprojekt

Hochschule für Jüdische Studien will Schüler handlungsfähig machen

Antisemitischer Hass ist im Netz allgegenwärtig. Ein neues Projekt erforscht jetzt linken Judenhass - und befähigt Schüler, der Hetze entgegenzutreten. Entscheidend dabei: Medienkompetenz und historisches Wissen

von Volker Hasenauer  06.03.2026

Düsseldorf

AfD-Jugend NRW ist rechtsextremistischer Verdachtsfall

Neuer Name, aber nach Einschätzung der Behörden alte Strukturen: Der NRW-Verfassungsschutz hat die AfD-Jugend erneut im Visier

 06.03.2026

Teheran

Internet im Iran weiterhin gesperrt

Irans Sicherheitsapparat hat die Bevölkerung wegen des Kriegs vom Internet abgeschnitten. Nur wenige ausgewählte Menschen haben Netz

 06.03.2026

Bremen

Politikerin tritt nach Foto aus Holocaust-Ausstellung zurück

Ein Post mit Koffern aus einer Holocaust-Ausstellung brachte die Vizepräsidentin der Bremischen Bürgerschaft in Bedrängnis

 06.03.2026 Aktualisiert

Berlin

Trauer um Chamenei in Berliner Moschee

Auf dem Gelände der Moschee hingen mehrere Traueranzeigen, in denen der getötete Geistliche als Märtyrer bezeichnet wurde

 06.03.2026