»Bild«-Zeitung

Neonazis wollen »Mein Kampf« veröffentlichen

Erscheinen soll der Nachdruck von »Mein Kampf« im Leipziger Verlag »Der Schelm«. Foto: dpa

Neonazis wollen einem Bericht von »Bild Online« zufolge eine unkommentierte Fassung von Hitlers Mein Kampf veröffentlichen. In einer E-Mail habe der »Franken-Bücher-Versand« in Bayern für den Sommer eine »ungekürzte Ausgabe ohne lästige Gut-Menschen-Kommentare« angekündigt, berichtete die »Bild«-Zeitung am Mittwoch.

Erscheinen solle der Nachdruck von Mein Kampf im Leipziger Verlag »Der Schelm«, dessen Inhaber Adrian Preißinger bereits 2002 unter anderem wegen Volksverhetzung, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Gewaltverherrlichung verurteilt wurde.

holocaustleugner Wie die Bild-Zeitung weiter berichtete, kann die von Neonazis geplante Ausgabe im Internet bereits für 27 Euro vorbestellt werden. Die Hetzschrift solle in Kooperation mit dem sogenannten »Adelaide-Institut«, der zentralen Vereinigung von Holocaustleugnern in Australien, erscheinen.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sagte »Bild« dazu: »Mit Auslaufen des Urheberrechts von ›Mein Kampf‹ war mit solchen Angeboten zu rechnen.« In den Ländern herrsche aber eindeutig die Auffassung, dass die Verbreitung einer unkommentierten Neuausgabe des Buches verhindert werden müsse. »Das zutiefst antisemitische Machwerk hat in der Originalfassung nichts in Bücherschränken zu suchen und muss verboten bleiben«, so Schuster. Jetzt seien die Strafverfolgungsbehörden gefragt.

Justizministerium
Die Sprecherin des Bayerischen Staatsministerium der Justiz, Ulrike Roider, sagte dem Blatt: »Aus Sicht des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz hat das Buch ›Mein Kampf‹ volksverhetzenden Inhalt, da darin zum Hass gegen Juden aufgestachelt, zu Gewalt- und Willkürmaßnahmen gegen sie aufgefordert und ihre Menschenwürde angegriffen wird.« Der unveränderte Nachdruck zum Zwecke der Verbreitung wie auch die Verbreitung der Schandschrift Mein Kampf seien deshalb aus Sicht des Bayerischen Staatministeriums der Justiz grundsätzlich strafbar.

Das Bayerische Staatsministerium der Justiz habe daher umgehend den Generalstaatsanwalt in Bamberg gebeten, die örtlich zuständige Staatsanwaltschaft Bamberg mit der Prüfung strafrechtlicher Schritte zu betrauen. epd

Proteste im Iran

USA verstärken Militärpräsenz im Nahen Osten

Ein Schlag gegen das Mullah-Regime steht für Washington weiterhin im Raum

 19.01.2026

Miami

Pam Bondi kündigt hartes Vorgehen gegen Antisemitismus an

»Die Zeiten, in denen Juden schikaniert werden konnten, sind vorbei«, sagt die amerikanische Justizministerin

 19.01.2026

Teheran

Hacker kapern iranisches Fernsehen, senden Erklärung von Reza Pahlavi

»Euch bleibt nicht mehr viel Zeit. Schließt euch so schnell wie möglich dem Volk an«, sagt der Kronprinz Angehörigen des Militärs

 19.01.2026

Berlin

Senat warnt: Verfassungsfeinde erreichen mit israelfeindlichen Posts auch Heranwachsende

Es geht auch um »verfassungsrelevante« Propaganda israelfeindlicher Linksextremisten und Islamisten, so die Senatsinnenverwaltung

 19.01.2026

Kunstakademie Düsseldorf

Jüdische Organisationen verlangen Absage von Veranstaltung mit Terror-Unterstützerin

Das Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender und die WerteInitiative schließen sich der Forderung der CDU in NRW an

 18.01.2026

Nahost

Staatschefs zum »Gaza-Friedensrat« eingeladen

Der »Friedensrat« ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für Gaza

 17.01.2026

Gespräch

»Ich fühle mich alleingelassen«

Sonja Bohl-Dencker über die Ermordung ihrer Tochter durch die Hamas, den Umgang Deutschlands mit dem 7. Oktober und ihren Wunsch, dass Carolin nicht vergessen wird

von Mirko Freitag  16.01.2026

Nahost

IDF reagieren auf Angriffe mit Gegenschlägen in Gaza

Kommandeure der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad wurden nach den Angriffen ins Visier genommen

 16.01.2026

New York

AJC: Demonstranten im Iran nicht im Stich lassen

Die internationale Gemeinschaft trage die Verantwortung, »in Solidarität mit dem iranischen Volk zu handeln«, so die jüdische Organisation

 16.01.2026