Auschwitz-Prozess

Nebenkläger zugelassen

Akten zum Auschwitz-Prozess Foto: dpa

Im Strafverfahren gegen den ehemaligen KZ-Sanitäter Hubert Z. hat das Oberlandesgericht Rostock den Ausschluss zweier Nebenkläger für unzulässig erklärt.

Damit habe es einen Beschluss des Landgerichts Neubrandenburg aufgehoben, teilte eine Gerichtssprecherin am Donnerstag in Rostock mit. Das Landgericht hatte Mitte Februar entschieden, die Zulassung von zwei Nebenklägern zu widerrufen. Dagegen hatten diese Beschwerde beim Oberlandesgericht eingelegt.

Das Landgericht Neubrandenburg hatte seine Entscheidung über den Ausschluss damit begründet, dass die Mutter der beiden in den USA lebenden Nebenkläger bereits am 15. August 1944 mit einem Deportationszug in Auschwitz angekommen sei. Der erste Deportationszug, der in der Anklage benannt ist, sei aber erst einen Tag später, am 16. August 1944, in Auschwitz eingetroffen. Die Tötung der Mutter der Nebenkläger sei deshalb nicht von der Anklage umfasst.

Das Oberlandesgericht in Rostock ist dagegen der Auffassung, dass auch die Ermordung der Mutter formal von der Anklage umfasst ist.

Beihilfe Eine nähere Klärung, ob der Angeklagte sich auch insoweit der Beihilfe schuldig gemacht hat, müsse der Hauptverhandlung vorbehalten bleiben. Eine erste Hauptverhandlung hat bislang nur an wenigen Tagen stattgefunden. Dabei wurde vor allem über Frage der Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten diskutiert.

Weder habe es bislang eine Einlassung des Angeklagten zur Sache gegeben, hieß es, noch wurde in die Beweisaufnahme eingetreten. Solange auch nur die entfernte Möglichkeit bestehe, dass der ehemalige SS-Sanitäter der Beihilfe zum Mord schuldig sei, sei die Nebenklageberechtigung gegeben, erklärte das Rostocker Gericht. Dem heute 96 Jahre alten Angeklagten wird Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vorgeworfen.

Deportation
Er soll als SS-Sanitäter im Sommer 1944 mehrere Wochen im KZ Auschwitz-Birkenau gearbeitet haben. Ihm wird zur Last gelegt, von Mitte August bis Mitte September 1944 durch seine Tätigkeit dazu beigetragen zu haben, dass die SS-Leute im KZ handlungsfähig waren und die Massenvernichtung von Deportierten vornehmen konnten. In dem fraglichen Zeitraum kamen laut Anklage 14 Züge mit Häftlingen an, die in den Gaskammern umgebracht wurden. Im Fall einer Verurteilung drohen dem 96-Jährigen drei bis 15 Jahre Haft.

Wann der Prozess vor dem Landgericht Neubrandenburg neu aufgerollt wird, ist nach Angaben eines Gerichtssprechers noch unklar. Derzeit werde die Gesundheit des Angeklagten durch zwei Beauftragte begutachtet.

Der Prozess hatte 2016 bereits zweimal begonnen. Er war aber einmal wegen der angeschlagenen Gesundheit des Angeklagten verhindert und beim zweiten Mal wegen Befangenheitsanträgen gegen mehrere Richter abgebrochen worden. epd

Essay

Der Flüchtlingsstatus der Palästinenser muss endlich enden!

Wer über Asyl spricht, muss auch über die Bedingungen sprechen, unter denen Schutz wieder entfallen sollte

von Steven Guttmann  16.07.2026

Kräfte der bayerischen Polizei stehen am Welfen-Gymnasium.

Anschlag

Judenhass im »Manifest« des Schongauer Attentäters

Im Fall der Gewalttat an einem Gymnasium in Schongau am Mittwoch vergangener Woche gibt es offenbar Hinweise auf einen judenfeindlichen Hintergrund

 16.07.2026

ZDF

ZDF verbietet Igor Levit und Danger Dan zu singen

Auf Social Media werfen die Musiker Igor Levit und Danger Dan dem öffentlich-rechtlichen Sender ZDF Zensur vor. Dabei geht es um ein gemeinsames Lied für die Sendung »Die Anstalt«

 16.07.2026 Aktualisiert

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  16.07.2026 Aktualisiert

Fake

Faktencheck: Bild von Epstein mit Merz stammt aus Google-KI

Der Bundeskanzler legt den Arm um Jeffrey Epstein – schenkt man einem Bild Glauben, das aus den Akten über den verstorbenen Missbrauchstäter zu stammen scheint. Aber es ist eine Fälschung ohne jede Grundlage

 16.07.2026

Feiertage in Gefahr?

Weimer warnt vor Abschaffung von Weihnachten durch die AfD

Wintersonnenwende und Julfest? Diese Feste wollten AfD-Deligierte in Sachsen-Anhalt im Kalender einführen. Kulturstaatsminister Weimer entgegnet: »Ich bin absolut Team Weihnachten.«

von Katrin Gänsler  16.07.2026

Chemnitz/Zeithain

Neonazi Liebich in Männergefängnis verlegt

Nach seiner Flucht ins Ausland ist der Rechtsextremist, der angeblich transsexuell ist, seit gestern wieder in Deutschland. Zunächst wurde er in ein Frauengefängnis gebracht - doch dabei bleibt es nicht

 16.07.2026

US-Repräsentantenhaus

Mehr als 100 Demokraten stimmen für Ende der Militärhilfe an Israel

Das Abstimmungsergebnis gilt als Zeichen eines tiefgreifenden Wandels innerhalb der Partei von Clinton, Obama und Biden

 16.07.2026

Washington D.C.

JD Vance verbreitet Verschwörungstheorien zu Israel und Epstein

Epstein habe Verbindungen »zu den höchsten Ebenen« der israelischen Geheimdienste unterhalten, sagt der US-Vizepräsident. Belege für diese Behauptung legt er nicht vor

 16.07.2026