Diplomatie

Nach persönlichem Treffen: Bennett telefoniert mit Putin

Israels Regierungschef Naftali Bennett am Ben-Gurion-Flughafen mit jüdischen FLüchtlingen, die aus der Ukraine ankommen (6. März) Foto: Flash 90

Einen Tag nach seinem Überraschungsbesuch in Moskau hat der israelische Regierungschef Naftali Bennett am Sonntag mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert.

»Der ausführliche Meinungsaustausch über die Situation im Zusammenhang mit der militärischen Spezial-Operation Russlands zum Schutz des Donbass wurde (...) fortgesetzt«, hieß es in einer Kreml-Mitteilung vom Sonntagabend.

KONTAKTE Auch ein Sprecher Bennetts bestätigte das Telefonat. Bennett habe auch mit Bundeskanzler Olaf Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron telefoniert.

Bennett ist der erste westliche Spitzenpolitiker, der Putin seit Kriegsbeginn in Moskau besucht hat. Anschließend reiste er weiter nach Berlin und beriet sich dort mit Scholz. Am Sonntag telefonierte Bennett darüber hinaus zum dritten Mal binnen 24 Stunden mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Bennett sagte, er habe die Reisen mit Einwilligung aller Beteiligten unternommen.

Israels Premier Naftali Bennett soll keinen israelischen Vermittlungsplan vorgelegt haben, stattdessen übermittle er Botschaften zwischen den Seiten.

Im Ukraine-Krieg ist Israel als Vermittler im Gespräch. Nach Medienberichten soll Selenskyj Bennett gebeten haben, in Israel Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine auszurichten. Israel hat gute Beziehungen zu beiden Ländern, befindet sich daher aber auch in einem Zwiespalt. Es will seinen wichtigsten Bündnispartner, die USA, nicht verärgern, ist aber gleichzeitig aus strategischen Gründen vom Wohlwollen Moskaus abhängig, unter anderem in den Konflikten mit Syrien und dem Iran.

Geisteszustand Am Montag berichteten israelische Medien, Bennetts Eindruck während des Treffens sei gewesen, dass Putin sich in einem rationalen Geisteszustand befinde. Er teile westliche Einschätzungen nicht, dass Putin möglicherweise den Verstand verloren hätte. Eine Quelle in der Nähe von Bennett wurde am Sonntagabend in den Nachrichten von Channel 13 mit den Worten zitiert, Putin sei »weder verschwörungstheoretisch noch irrational«. Er leide auch nicht unter Wutausbrüchen.

Stunden nach seiner Rückkehr sagte der israelische Premier, sein Land habe »eine moralische Verpflichtung, an der Vermittlung von Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine zu arbeiten« – auch wenn die Wahrscheinlichkeit für Fortschritte gering sei. »Wir werden weiterhin bei Bedarf helfen.«

Bei der Eröffnung der Kabinettssitzung sagte er, dass er keinen israelischen Vermittlungsplan vorgelegt habe und stattdessen Botschaften zwischen den Seiten übermittle. Eine in dem Bericht zitierte diplomatische Quelle sagte, Bennett sei gegenüber Putin vorsichtig, da der russische Präsident »nicht an einem Waffenstillstand oder humanitären Korridoren interessiert« sei. ja/dpa

Krieg

Araghtschi droht mit Vergeltung für Angriffe auf Infrastruktur

Irans Außenminister droht mit massiver Vergeltung, sollte Israel erneut Öl- und Gasanlagen angreifen. Araghtschi stellt auch eine weitere Bedingung für ein Kriegsende

 19.03.2026

Krieg gegen Iran

Deutschland und Verbündete verurteilen Blockade am Golf

Die großen europäischen Staaten und Japan fordern ein sofortiges Ende der Angriffe auf Handelsschiffe und zivile Infrastruktur. Die USA und Israel werden nicht erwähnt

 19.03.2026

»Markus Lanz«

Ines Schwerdtner übt sich in Antizionismus-Akrobatik

Die Linken-Chefin wurde in der Talkshow zum israelfeindlichen Beschluss ihrer niedersächsischen Genossen befragt, der den Zionismus ablehnt

von Chris Schinke  19.03.2026

Krieg gegen Iran

US-Finanzminister könnte Sanktionen gegen iranisches Öl lockern

Öl und Gas haben sich in den vergangenen Wochen dramatisch verteuert, nachdem die USA und Israel den Iran angegriffen haben. Nun will US-Finanzminister Bessent dagegen vorgehen

 19.03.2026

Washington D.C.

Berichte: Trump wusste vorab von Israels Angriff auf Gasfeld

Neue Berichte stellen Trumps Darstellung zum israelischen Angriff auf »South Pars« infrage. Hat der US-Präsident den Schlag gebilligt, um den Druck auf den Iran zu erhöhen?

 19.03.2026

Teheran

Expertin: Irans Führung kämpft im Krieg ums Überleben

Das Mullah-Regime betrachtet den Konflikt mit Israel und den USA als Überlebenskampf. Warum eine Expertin dennoch keinen Zusammenbruch des Systems erwartet

 19.03.2026

München

CSU: »Linke zeigt ihr antisemitisches Gesicht«

Niedersachsens Linke hat sich gegen den »real existierenden Zionismus« gewandt. Die CSU ist fassungslos und fordert nicht nur eine Reaktion der Parteispitze. Eine Person wird besonders attackiert

 19.03.2026

Brüssel

Straße von Hormus: Nato-Chef erwartet Einigung von Alliierten

Zwingt US-Präsident Trump europäische Alliierte in einen Militäreinsatz vor der Küste des Irans? Nato-Generalsekretär Rutte gibt auf diese Frage keine klare Antwort

 19.03.2026

Teheran

Krieg verstärkt Verunsicherung und Frust im Iran

Seit fast drei Wochen führen Israel und die USA Krieg gegen den Iran. Stimmen aus der Hauptstadt

 19.03.2026