USA

Nach Kontroverse: »Maus« springt auf Platz eins bei Amazon

Art Spiegelmans Comics-Meisterwerk »Maus« Foto: Art Spiegelman

USA

Nach Kontroverse: »Maus« springt auf Platz eins bei Amazon

Zuvor hatte ein Schulbezirk in Tennessee das Buch aus dem Lehrplan der achten Klasse gestrichen

 31.01.2022 14:52 Uhr

In den USA ist das preisgekrönte Buch »Maus« (1986) über das Schicksal eines jüdischen Ehepaars während der NS-Zeit auf der Amazon-Bestsellerliste auf Platz eins gesprungen - nachdem ein Schulbezirk im Bundesstaat Tennessee das Buch aus dem Lehrplan der achten Klasse gestrichen hatte. »Maus« von Art Spiegelman erzählt in Form eines Comics die persönliche Geschichte der Eltern des Autors während des Holocaust.

Der Schulbezirk in Tennessee setzte das Buch ab, weil Bedenken wegen der Sprache und wegen Nacktdarstellungen bestünden. »Wir brauchen dieses Zeug nicht, um Kindern Geschichte beizubringen«, begründete Mike Cochran, Mitglied des Schulausschusses, die Streichung aus dem Lehrplan. Laut Sitzungsprotokoll kritisierte der Ausschuss vorrangig eine »grobe und anstößige Sprache«. Auch sei der Suizid von Spiegelmans Mutter zu »verstörend« dargestellt.

Das 1986 veröffentlichte Buch erhielt 1992 einen Pulitzer-Sonderpreis. Das Holocaust-Museum in Washington hält die Kunst für ein »wichtiges Instrument zur Geschichtsaufklärung«. Es könne Schüler inspirieren, »kritisch über die Vergangenheit und ihre eigene Rolle und Verantwortung heute nachzudenken«.

Der Fall »Spiegelman« ist das jüngste Beispiel einer Reihe von Verboten, mit denen Republikaner in den USA versuchen, Bücher, die Sklaverei, Rassismus oder LGBTQ-Themen behandeln, aus Schulen und Bibliotheken zu verbannen. kna

Jubiläum

Fünf Jahre jüdische Seelsorge der Bundeswehr: Militärrabbiner Zsolt Balla zieht Bilanz

Seit dem Start der jüdischen Militärseelsorge vor fünf Jahren wächst ihre Bedeutung in der Truppe. Sieben Militärrabbiner tun inzwischen Dienst. Ein Fazit - mit Blick auf Zeitenwende und deutsche Geschichte

von Karin Wollschläger  23.06.2026

Genf

Iran widerspricht Vance: Keine Einigung zu Atom-Inspektoren

Ein iranischer Botschafter stellt klar: Es gibt noch kein grünes Licht für die IAEA. Auch in Hinblick auf die Verwendung von eingefrorenen iranischen Vermögenswerten äußert er sich anders als der US-Vizepräsident

 23.06.2026

New York

Mamdani nennt pro-israelische Lobbygruppe »Monster«

New Yorks Bürgermeister verteidigt seine Wortwahl. Der demokratische Abgeordnete Josh Gottheimer wirft ihm vor, Judenhass salonfähig zu machen

 23.06.2026

Washington D.C.

Rubio spricht mit Golfstaaten über Iran-Abkommen

Der US-Außenminister hat sich bislang nur zurückhaltend zu Trumps Iran-Deal geäußert. Steht er wirklich dahinter?

 23.06.2026

Luzern/Teheran

Vance: Iran will IAEA-Inspektoren zulassen – Zeitplan offen

Es kommt Bewegung in die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Der amerikanische Vizepräsident sagt, wie amerikanische Bauern profitieren sollen

 23.06.2026

Berlin

Debatte um Organspende beschäftigt erneut den Bundestag 

Der Zentralrat der Juden lehnt die sogenannte Widerspruchslösung ab

von Christoph Arens  23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Osnabrück

Katar bremst bei VW-Kooperation mit israelischem Rüstungskonzern

Die Übernahme des VW-Werks in Osnabrück durch den staatlichen israelischen Rüstungskonzern Rafael ist noch nicht in trockenen Tüchern. Die Gründe sind offenbar politischer Natur

 23.06.2026

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  22.06.2026