Der Generalbundesanwalt hat im thüringischen Eisenach ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festnehmen lassen. Der in Kuwait geborene Mann soll sich spätestens im August 2016 im Irak dem IS angeschlossen haben. Bis Anfang 2017 soll er als bewaffneter Militärpolizist für die Organisation tätig gewesen sein, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vorgeworfen – damals als Heranwachsender.
Gegen den Mann lag den Angaben zufolge ein Haftbefehl des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 15. September vor. Festgenommen wurde er am Donnerstag in Eisenach durch Beamte des Bundeskriminalamts. Der Mann sitzt den Angaben zufolge in Untersuchungshaft.
Derweil gehen nach einem nachrichtendienstlichen Hinweis auf drei Männer aus NRW die Ermittlungen der Polizei weiter. Auch hier besteht der Verdacht auf Nähe zum IS. Ein Spezialeinsatzkommando hatte einen Deutschen (33) und zwei Syrer (20, 24) am Donnerstagabend in Hagen und Unna in Gewahrsam genommen, weil zusätzlich der Verdacht auf die Vorbereitung einer staatsgefährdenden Straftat vorlag. Der Deutsche soll zum Islam konvertiert sein.
Zuerst hatte »Bild« berichtet, die drei Männer hätten sich im Internet über einen möglichen Anschlag mit Waffen ausgetauscht.
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen darf in einem Terror-Verdachtsfall Personen präventiv bis zu 14 Tage in Gewahrsam nehmen, wenn ein Richter das entscheidet. Erhärtet sich der Verdacht nicht, muss der Gewahrsam aufgehoben werden.
Der Zugriff am Donnerstagabend war laut Polizei in enger Abstimmung mit dem Landeskriminalamt (LKA) und weiteren beteiligten Sicherheitsbehörden erfolgt. dpa/ja