Washington D.C.

Möglicher UN-Botschafter Mike Waltz will UNRWA auflösen

Mike Waltz for dem Auswärtigen Ausschuss des Senats Foto: picture alliance / Sipa USA

Mike Waltz, früherer Nationale Sicherheitsberater der USA, hat bei einer Anhörung im US-Senat angekündigt, das UN-Hilfswerk für Palästinenser (UNRWA) auflösen zu wollen – sollte er als künftiger UN-Botschafter unter einer möglichen zweiten Trump-Regierung bestätigt werden.

»UNRWA in Gaza – mit Mitarbeitern, die an dem Massaker vom 7. Oktober beteiligt waren, und Schulen, in denen antisemitischer Hass gelehrt wird – muss zerschlagen werden«, sagte Waltz am Dienstag (Ortszeit) in Washington.

Die USA galten lange als größter Geldgeber der Organisation, die maßgeblich an der Verteilung humanitärer Hilfe im Gazastreifen beteiligt war. Doch nach Berichten über die direkte Beteiligung von UNRWA-Mitarbeitern an den Terrorangriffen der Hamas hat Washington seine Zahlungen eingestellt.

Kritik an Albanese

Israel hat UNRWA inzwischen per Gesetz von seinem Staatsgebiet ausgeschlossen und den Handlungsspielraum der Organisation auch in Gaza und im Westjordanland stark eingeschränkt.

Waltz warf den Vereinten Nationen generell eine »tief verwurzelte Israel-Feindlichkeit« vor. Zwischen 2015 und 2023 habe die UN-Vollversammlung 154 Resolutionen gegen Israel verabschiedet – im Vergleich zu 71 gegen alle anderen Staaten zusammen, betonte er.

Lesen Sie auch

Besonders kritisierte er die erneute Ernennung der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese, die zu Boykotten gegen US-Firmen aufgerufen hatte, die Geschäfte mit Israel machen. Die USA haben Albanese kürzlich mit Sanktionen belegt.

Waltz kündigte zudem an, die Linie der Trump-Regierung fortzusetzen und Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zu blockieren, die aus Sicht Washingtons einseitig gegen Israel gerichtet sind.

Vermeidung von Sitzverlust

Während Demokraten Waltz in der Anhörung für seine israelfreundliche Haltung kritisierten und eine deutlichere Verurteilung des Militäreinsatzes in Gaza forderten, sprach Waltz zwar von einer humanitären Krise – machte dafür jedoch allein die Hamas verantwortlich. Die Lage könne »sofort beendet werden, wenn die Hamas ihre Waffen niederlegt«, sagte er.

Waltz war nicht die erste Wahl des früheren Präsidenten Donald Trump für den UN-Posten. Zunächst hatte Trump die Kongressabgeordnete Elise Stefanik nominiert, zog die Nominierung jedoch zurück, um einen möglichen Sitzverlust der Republikaner im Repräsentantenhaus zu vermeiden.

Waltz war erst im Mai als Sicherheitsberater entlassen worden, nachdem er versehentlich einen Journalisten in einen vertraulichen Signal-Chat über militärische Planungen einbezogen hatte. Das Weiße Haus betonte, dass mit dem UN-Posten kein Kabinettssitz verbunden sei. Waltz selbst wies den Vorwurf zurück, er sei entlassen worden, und erklärte, er arbeite weiterhin an »wichtigen Übergabeprozessen«.

Gehalt aus dem Weißen Haus

Senatoren der Demokraten nahmen ihn bei der Anhörung scharf ins Kreuzverhör. Der Senator Cory Booker warf Waltz vor, keinerlei Verantwortung für seine Fehler zu übernehmen. Auch Senatorin Jacky Rosen kritisierte Waltz dafür, dass er weiterhin ein Gehalt aus dem Weißen Haus beziehe, obwohl er seinen Posten längst verloren habe.

Waltz erklärte, er wolle im Falle seiner Ernennung grundlegende Reformen bei den Vereinten Nationen durchsetzen – vor allem mit Blick auf »verschwendete Gelder« und Projekte, die nach seiner Einschätzung nicht den Interessen der USA dienen. ja

Berlin

Brandenburger Tor leuchtet als Zeichen der Solidarität mit Iran-Protesten

»Die gewaltsame Niederschlagung der Proteste ändert nichts daran, dass der Drang nach Freiheit bleibt«, sagt Kai Wegner (CD), der Regierende Bürgermeister

 13.02.2026

Augsburg

Gericht kippt Redeverbot für Höcke im Allgäu

Am Wochenende sollte Thüringens AfD-Landtagsfraktionschef in zwei Hallen in Bayern als Gastredner auftreten. Die Gemeinden wehren sich – aber vorerst nur in einem Fall mit Erfolg

 13.02.2026

Meinung

Danke, Herr Minister!

Johann Wadephul hat sich von Francesca Albanese distanziert und ihren Rücktritt gefordert. Doch jetzt müssen Deutschland und andere Staaten den Druck weiter erhöhen

von Michael Thaidigsmann  13.02.2026

Meinung

Jeffrey Epstein: Ein schlechter Mensch

Der verurteilte amerikanische Sexualstraftäter ist und bleibt ein beliebig formbares Vehikel für jedweden Verschwörungsmythos

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026

Diplomatie

Berichte: USA schicken weiteren Flugzeugträger nach Nahost

Der Schritt ist eine Drohung an das Regime im Iran, mit dem US-Präsident Donald Trump gerne ein Atom-Abkommen abschließen möchte

 13.02.2026

Berlin

Internationales Auschwitz Komitee fordert AfD-Verbotsverfahren

Eva Umlauf, die Präsidentin des Komitees sagt, die Partei müsse »endlich vor die Schranken des Bundesverfassungsgerichts« gebracht werden

 13.02.2026

Analyse

Historiker: Dirigent von Karajan kein Hitler-Sympathisant

Opportunist oder Gesinnungsnazi? Das historische Bild des Dirigenten Herbert von Karajan leidet seit Längerem unter seiner NSDAP-Mitgliedschaft. Der Historiker Michael Wolffsohn will ihn nun von mehreren Vorwürfen freisprechen

von Johannes Peter Senk  13.02.2026

Ramallah

Scharia und Unterstützung für »Märtyrer«: PA veröffentlicht Verfassungsentwurf

In dem Entwurf, den Palästinenserpräsident Mahmud Abbas publizieren ließ, wird Jerusalem als »Hauptstadt des Staates Palästina« bezeichnet. Jüdische Bezüge werden im gesamten Text nicht erwähnt

 13.02.2026

München

Lauder fordert Abberufung von Francesca Albanese

Die UNO-Sonderberichterstatterin stehe für eine ideologische Agenda, die Verschwörungstheorien und spaltende, antisemitische Botschaften transportiere, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

von Imanuel Marcus  13.02.2026