Corona-Krise

Millionenspende für Schoa-Überlebende

Holocaust-Überlebende sind besonders in der Corona-Krise auf Unterstützung angewiesen. Foto: Marco Limberg

Die Alfred Landecker Foundation möchte Schoa-Überlebenden unter die Arme greifen, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind. Jetzt hat die Stiftung entschieden, eine Million Euro für die Versorgung von Überlebenden zu spenden.

Die soziale Isolation, in der sich diese Menschen aufgrund der Ausgangssperren befänden, verschlimmere ihre Lage weiter. Ausgerechnet jene, die während des Zweiten Weltkriegs in Konzentrationslagern eingesperrt gewesen seien, fänden sich nun in Quarantäne wieder. Das sei eine Erfahrung, die traumatische Erinnerungen wiederauferstehen lassen könne, so die in Berlin ansässige Stiftung.

NOTFALLFONDS Finanzielle Zuwendungen sollen zeitnah an Organisationen fließen, welche sich um die persönlichen Belange der Holocaust-Überlebenden kümmern. Der Notfallhilfefonds der Stiftung stehe ab sofort zur Verfügung, hieß es in einer Pressemitteilung.

Erste Spenden der Alfred Landecker Foundation gehen an die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST), die AMCHA in Israel, Jewish Care in Großbritannien und die UJA Federation New York. Es werde auch geprüft, weitere Organisationen zu unterstützen. Bereits im Dezember wurde in Partnerschaft mit der Claims Conference ein Hilfsfonds für Holocaust-Überlebende in Höhe von fünf Millionen Euro eingerichtet.

Bereits im Dezember wurde in Partnerschaft mit der Claims Conference ein Hilfsfonds für Holocaust-Überlebende in Höhe von fünf Millionen Euro eingerichtet.

»Gerade in diesen schweren Zeiten gilt unsere besondere Verantwortung den Überlebenden des Holocaust«, erklärte Stiftungsgeschäftsführer Andreas Eberhardt. »Wir dürfen nicht vergessen, den traumatisierten Menschen zu helfen, nur weil nun auch viele von uns mit den Anpassungen an diese Ausnahmesituation beschäftigt sind.«

MOTIVATION Benötigt würden Computer, Handys und Software. Außerdem sollen mit der Spende Lebensmittel und Medikamente für die Überlebenden gekauft werden. »Vielleicht können wir mit unserer Spende ja sogar andere Unterstützer motivieren, ebenfalls zu helfen«, fügte Eberhardt hinzu.

Die im Juni 2019 gegründete Stiftung der Unternehmerfamilie Reimann hat sich zum Ziel gesetzt, noch lebende Zwangsarbeiter des Unternehmens sowie jüdische Opfer des Nationalsozialismus zu unterstützen und Projekte in diesem Bereich zu finanzieren.

ZWST-Direktor Aron Schuster sagte, die neue Situation verlange allen Betroffenen und den Helfern viel Kraft, Disziplin und Kreativität ab. »Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht. Die nächsten Wochen und Monate sind wir alle aufgefordert, unseren Beitrag für ein solidarisches Miteinander zu leisten.«

Meinung

Sicherheitsrat? Wichtiger ist doch, dass Deutschland Weltmeister wird!

Deutschland scheitert in New York mit seiner Bewerbung für den UN-Sicherheitsrat - und die versammelte Schwarmintelligenz weiß auch warum. Spoiler-Alert: Es hat etwas mit Annalena Baerbock zu tun. Oder mit Israel

von Michael Thaidigsmann  04.06.2026

Nahost

Unifil-Soldat stirbt nach Angriff im Südlibanon

Nach Angaben der UN erlag der Unifil-Angehörige in den frühen Morgenstunden seinen Verletzungen. Woher kam der Beschuss?

 04.06.2026

Judenhass

Antisemitische Vorfälle in Sachsen-Anhalt nehmen weiter zu

Die Meldestelle RIAS dokumentiert für 2025 rund ein Drittel mehr Vorkommnisse als im Vorjahr

 04.06.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor islamistischer Einflussnahme auf deutsche Institutionen

Laut BfV-Chef Sinan Selen geht es nicht um kurzfristige Aktionen, sondern langfristig angelegte Strategien, die auf eine Veränderung politischer Entscheidungsprozesse abzielen

 04.06.2026

Flensburg

Jüdin darf bei Antisemitismus-Prozess keine Davidsternkette tragen

Ausgerechnet bei einem Prozess wegen eines antisemitischen Aushangs kommt es zu einem antisemitischen Vorfall

 04.06.2026

POWER LIST – Germany’s Top 50

Hape Kerkeling bekommt Sonderpreis für Zivilcourage

Auch die Ärztin und Bestsellerautorin Yael Adler, Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sowie JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel wurden ausgezeichnet

von Imanuel Marcus  04.06.2026

Berlin

Michael Roth geht mit Israel-Politik der SPD hart ins Gericht

Als sozialdemokratischer Abgeordneter hat er jahrelang die Außenpolitik seiner Partei im Bundestag mitbestimmt. Mit seinen Nachfolgern ist er mehr als unzufrieden

 04.06.2026

New York

Antisemitische Straftaten treiben Hasskriminalität nach oben

Moshe Spern von der Organisation United Jewish Teachers, macht Bürgermeister Zohran Mamdani mit verantwortlich: »Er trägt zu diesem Problem bei, und er weiß es.«

 04.06.2026

New York

Kein Sitz für Deutschland im UN-Sicherheitsrat

Deutschland scheitert mit der Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Österreich und Portugal setzen sich stattdessen durch

 04.06.2026