Ramallah

Millionen-Kredit für die Palästinenser

Palestinenserpräsident Mahmoud Abbas in Ramallah (2.v.l.) Foto: Flash90

Nach dem Treffen von Verteidigungsminister Benny Gantz und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am vergangenen Sonntag soll jetzt auch Geld in Richtung Palästinensische Autonomiebehörde (PA) fließen. Gantz sagte einen Kredit in Höhe von einer halben Milliarde Schekel zu, umgerechnet etwa 130 Millionen Euro.

Vor allem soll damit die Wirtschaft im Westjordanland gerettet und verhindert werden, dass sich die Terrororganisation Hamas dort weiter einnistet. Die Fatah-Partei von Abbas und die Hamas im Gazastreifen sind seit Jahren verfeindet.

STEUEREINNAHMEN Jerusalem, das Steuern für die Autonomiebehörde einnimmt, hatte im Frühsommer rund 600 Millionen Schekel (knapp 160 Millionen Euro) palästinensische Steuern zurückbehalten. Entsprechend einem israelischen Gesetz aus dem Jahr 2018 müssen von diesen Steuereinnahmen die Gelder abgezogen werden, die die palästinensische Behörde an Terroristen und ihre Familien bezahlt. Israel wird den Kredit aus diesen Steuern bedienen.

Über die Finanzen wurde am Sonntag in Ramallah entschieden, wo Gantz und Abbas zusammentrafen. Unter der Regierung von Benjamin Netanjahu hatte sich zuletzt kein hochrangiger israelischer Politiker mehr mit der Palästinenserführung getroffen.

Die Palästinenser haben definitiv am meisten von der Visite Bennetts in Washington profitiert.

Politikexperte Yonatan Freeman (HU)

Der Experte für internationale Beziehungen an der Hebräischen Universität in Jerusalem (HU), Yonatan Freeman, ist überzeugt, dass der Gantz-Besuch in Ramallah mit dem Treffen von Premierminister Naftali Bennett und US-Präsident Joe Biden in Washington am Wochenende zu tun hat.»Die Palästinenser haben definitiv am meisten von der Visite Bennetts in Washington profitiert«, meint Freeman.

LÖSUNG Berichten israelischer Medien zufolge hat Gantz, Vorsitzender der Zentrumspartei Blau-Weiß, auch zugesagt, gemeinsam mit der PA eine Lösung für die Ehepartner von Palästinensern zu erarbeiten, die ohne Papiere im Westjordanland leben. Sie laufen ständig Gefahr, deportiert oder verhaftet zu werden. Dazu gehören auch Menschen, die vor der Hamas aus dem Gazastreifen geflohen waren.

Ministerpräsident Bennett von der Rechtspartei Jamina versuchte anschließend, die Bedeutung des Treffens herunterzuspielen und machte klar, dass es sich nicht um einen »diplomatischen Prozess, sondern nur um Routineangelegenheiten« handele. Viele Experten sehen es dennoch zumindest als eine erste Annäherung der beiden Seiten an.

Jerusalem

Netanjahu kündigt nach Telefonat mit Trump Fortsetzung der Angriffe im Iran an

»Wir zerschlagen das Raketenprogramm und das Atomprogramm und treffen die Hisbollah weiterhin hart«, sagt der Ministerpräsident Israels

 24.03.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« reagiert auf Rüge des Deutschen Presserats

19 Rügen verteilt der Presserat an die deutsche Medienlandschaft. Eine davon geht an die »Jüdische Allgemeine« - wegen angeblicher gravierender Ehrverletzung eines in Gaza getöteten Journalisten

 23.03.2026

Gedenken

Zwei Buchenwald-Verbände gegen Auftritt von Wolfram Weimer

In der Gedenkstätte Buchenwald wird am 12. April an die Befreiung des Konzentrationslagers erinnert. Geplant ist ein Grußwort von Kulturstaatsminister Weimer. Zwei Verbände haben damit ein Problem

 23.03.2026

Krieg

Merz begrüßt vorläufigen Verzicht auf US-Kraftwerksangriffe im Iran

US-Präsident Donald Trump nimmt scharfe Drohungen gegen den Iran vorerst vom Tisch. Die Bundesregierung begrüßt das und bietet Mithilfe bei anderen Bemühungen an

 23.03.2026

Nahost

G7 verurteilen iranische Angriffe scharf und warnen vor Eskalation

In einer gemeinsamen Erklärung der G7-Außenminister ist von »nicht zu rechtfertigenden Angriffen« und einer Gefahr für die Stabilität die Rede

 23.03.2026

Schutz jüdischer Studenten

Klage von Lahav Shapira gegen FU Berlin abgewiesen

Der Gaza-Krieg sorgt auch an Berliner Hochschulen regelmäßig zu Protesten. Ein jüdischer Student fühlt sich nicht mehr sicher und zieht vor Gericht. Was sagen die Richter?

 23.03.2026

Berlin

Außenministerium stellt sich hinter Botschafter Seibert

Israels Außenminister kritisiert den deutschen Botschafter wegen Aussagen zur Siedlergewalt. Außenminister Wadephul telefoniert mit seinem Kollegen - und wiederholt die Kritik

 23.03.2026

Teheran

Können iranische Raketen nun Europa erreichen?

Nach dem Raketenangriff auf einen Militärstützpunkt auf der Insel Diego Garcia rückt auch Europa in den potenziellen Zielkorridor iranischer Raketen. Muss man sich in Berlin nun Sorgen machen?

von Arne Bänsch  23.03.2026

Griechenland

US-Flugzeugträger legt für Reparaturen auf Kreta an

Brand in der Bordwäscherei, Probleme mit Toiletten: Die »USS Gerald R. Ford« macht auf Kreta Halt. Ermittler der US-Marine gehen der Ursache des Feuers nach

 23.03.2026