Islam

Milli Görüs entlässt Imam nach Judenhasser-Video

Foto: dpa

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) hat einen Imam wegen antisemitischer Aussagen in einem Video auf der Plattform Instagram entlassen. Das teilte IGMG- Generalsekretär Bekir Altas auf Anfrage der »Welt« (Freitag) mit.

Der betroffene Imam aus Bonn hatte im Mai 2021 auf der Plattform ein mehr als einstündiges Video zu den Spannungen zwischen Israel und Palästinensern hochgeladen. Darin warf der Imam Israel einen »Völkermord« vor - »genau wie es damals in Deutschland auch passiert ist mit den Juden«.

Als er Israel ein »Land« nannte, formte der Imam mit seinen Fingern Anführungszeichen in der Luft. »Wir sind auch nicht gegen das Judentum. (...) Jedem das seine. Wir sind aber gegen Zionisten«, sagte der Imam. »Leider, leider« seien 99,9 Prozent der Zionisten Juden. Die »Weltordnung« der Zionisten sei bekannt: » ‚Wir sind die goldene Rasse‘, sagen die. ‚Wir müssen die Muslime töten. Wir müssen sie massakrieren.‘ «

Bekir Altas, Generalsekretär der IGMG, erklärte, er sei durch die »Welt«-Anfrage auf die Inhalte aufmerksam geworden: »Die Aussagen sind antisemitisch und inakzeptabel. Wir haben unverzüglich Kontakt mit dem Imam aufgenommen und ihn angehalten, die weitere Verbreitung des Videos zu unterbinden.«

Inzwischen wurde das Video gelöscht. Der Imam sei mit sofortiger Wirkung von allen seinen Aufgaben entbunden worden. Der IGMG-Regionalverband habe ein Disziplinarverfahren eingeleitet, arbeitsrechtliche Schritte würden geprüft, so Altas weiter.

In einem anberaumten ersten Gespräch am Donnerstag habe sich der Imam für seine Ausfälle entschuldigt und seine Aussagen bedauert. Es sei nicht seine Absicht gewesen, er habe in seiner freien Rede jedoch unüberlegte Aussagen getätigt. Eine Anfrage der »Welt« ließ der Imam unbeantwortet. kna

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