20. Januar 1942

Michael Müller erinnert an Wannsee-Konferenz

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller Foto: imago

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat zum Jahrestag der sogenannten Wannsee-Konferenz vor 75 Jahren die Bedeutung der Gedenkstätte gewürdigt. Angesichts des Verschwindens der letzten Zeitzeugen der Judenvernichtung durch die Nationalsozialisten würden authentische Orte wie das Haus der Wannsee-Konferenz immer wichtiger, erklärte Müller am Mittwoch in Berlin.

Besonders die kommenden Generationen müssten über das Geschehen vor 75 Jahren Bescheid wissen. Die Gefahren, die von Antisemitismus, Rechtsradikalismus, Intoleranz und Gewaltverherrlichung ausgehen, würden in Zeiten eines wachsenden Rechtspopulismus und Nationalismus auf erschreckende Weise zunehmen, unterstrich Müller.

NS-Funktionäre Am Freitag jährt sich die Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 zum 75. Mal. Die Zusammenkunft führender NS-Funktionäre in dem damaligen Gästehaus der SS am Großen Wannsee im Südwesten Berlins gilt als entscheidende Wegmarke für die systematische Vernichtung der Juden.

Auf Einladung von Reinhard Heydrich, dem Chef des Sicherheitsdienstes und der Sicherheitspolizei, waren 15 hochrangige Polizei- und Ministerialbeamte zu einer »Arbeitsbesprechung mit anschließendem Frühstück« zusammengekommen. Dabei ging es um die sogenannte Endlösung der Judenfrage. Von dem Treffen existiert ein Protokoll, das nach Einschätzung von Historikern den bürokratischen und arbeitsteiligen Charakter des Völkermordes an den Juden belegt.

Vor 25 Jahren wurde aus dem Gebäude eine Gedenk- und Bildungsstätte. Am Donnerstag gibt es zum 75. Jahrestag der Konferenz eine Gedenkveranstaltung unter anderem mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Die Gedenkstätte erinnert zum Jahrestag mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm an die damalige Konferenz. epd

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

9. November

Bautzen erinnert an Novemberpogrome 1938

Der Bautzener Kornmarkt war Schauplatz der Novemberpogrome von 1938. Eine temporäre Installation soll am authentischen Ort an NS-Opfer erinnern

 13.10.2026

Großbritannien

Premier Burnham: Iran steckt hinter geplantem Angriff auf US-Militärbasis

Mehrere Männer werden verdächtigt, einen Anschlag auf einen Militärstützpunkt in Großbritannien geplant zu haben. Nun sagt der britische Premier: Das waren die iranischen Revolutionsgarden

 13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

 12.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Sachsen-Anhalt

So instrumentalisiert die AfD den Eklat von Halle

AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider geriert sich als Opfer »fanatisierter Studenten«. Eine Einordnung

von André Anchuelo  12.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Berlin

Merz fordert SPD und Grüne auf, nicht mit Linken zu koalieren

Gibt es in Berlin eine rot-rot-grüne Koalition? Der Kanzler appelliert an SPD und Grüne

 12.10.2026