USA

Medien: 15 Jahre Haft für Ex-Hollywood-Mogul Weinstein

Mehr als 80 Frauen haben Harvey Weinstein seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Foto: imago images/UPI Photo

Gegen den früheren Hollywood-Filmmogul Harvey Weinstein sind in einem neu aufgerollten Verfahren wegen eines Sexualverbrechens 15 Jahre Haft verhängt worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit und berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend, darunter der Sender NBC News und die »New York Times«, aus dem Gerichtssaal. Der 74-jährige Weinstein sitzt bereits seit Jahren im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft in Manhattan hatte eine Haftstrafe von 20 Jahren gefordert.

Das jetzt verhängte Strafmaß ist ein weiterer bedeutender Schritt in der seit Jahren andauernden Aufarbeitung von Sexualverbrechen. Es gab bereits mehrere Verfahren, neben New York auch in Kalifornien. Vor Gericht hatte Weinstein bisher stets alle Vorwürfe zurückgewiesen. Seine Anwälte argumentieren, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich gewesen. Der gesundheitlich angeschlagene Weinstein wechselte in den vergangenen Jahren in New York zwischen Gefängnis und Häftlings-Krankenstation. 

2020 war Weinstein in New York zu 23 Jahren Haft verurteilt worden, doch das Verfahren wurde neu aufgerollt. 2025 gab es dann ein gespaltenes Urteil. Weinstein wurde in einem von drei Anklagepunkten schuldig gesprochen: Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass Weinstein einst ein schweres Sexualverbrechen an einer Frau begangen habe. Darauf bezieht sich nun das neue Strafmaß. Laut Medien hatte sich der Übergriff auf eine frühere Produktionsassistentin vor rund 20 Jahren in einem Schlafzimmer seiner Wohnung in Manhattan ereignet.

Sowohl die betroffene Frau als auch Weinstein kamen zur Verkündung des Strafmaßes. Laut »New York Times« las die Frau eine Erklärung über die Auswirkungen der Tat auf ihr Leben vor. Sie sagte, dass sie zusätzlich traumatisiert worden sei, als sie von ihrem Recht Gebrauch gemacht habe, den einstigen Film-Mogul zur Verantwortung zu ziehen. Es habe Spott in Medien gegeben.

Der Fall des mächtigen Filmproduzenten vor rund zehn Jahren löste nach Belästigungs- und Vergewaltigungsvorwürfen von Dutzenden Frauen weltweit eine Debatte aus - bekannt unter dem Namen MeToo.

In vielen Ländern meldeten sich unabhängig von dem Fall Weinstein Opfer von Übergriffen zu Wort und machten ihre Vorwürfe öffentlich. Es entstand eine ganze Bewegung, die sich gegen sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch stemmt. MeToo bedeutet im Deutschen so viel wie: Mir ist das auch widerfahren.

Weinstein war früher eine Schlüsselfigur im Filmbusiness in Hollywood und Teil der Glamourwelt. Er produzierte bekannte Filme wie »Der englische Patient«, »Pulp Fiction«, »Good Will Hunting« oder »Gangs of New York«. Für »Shakespeare in Love« gewann er einen Oscar.

2020 war Weinstein in einem ersten Prozess, der sich im Wesentlichen um zwei Klägerinnen drehte, wegen Vergewaltigung und krimineller sexueller Handlungen zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch war 2024 allerdings aufgrund von Verfahrensfehlern überraschend wieder kassiert worden.

Daraufhin wurde der Prozess neu aufgerollt. Doch hinter den Kulissen krachte es - und der Prozess gegen den früheren Hollywood-Produzenten endete im Sommer 2025 mit einem gespaltenen Urteil: Während die Geschworenen ihn hinsichtlich schwerer Sexualverbrechen an der Frau für schuldig erklärten, befand ihn die Jury in einem weiteren Anklagepunkt der schweren Sexualverbrechen gegen eine zweite Frau für nicht schuldig. In einem dritten Anklagepunkt in Zusammenhang mit Vergewaltigung konnte sich die Jury nicht einigen.

Vor Jahren waren gegen Weinstein dann in Kalifornien in einem separaten Strafverfahren 16 Jahre Gefängnis verhängt worden. Auch dieses Urteil hat Weinstein angefochten. Im Juni lehnte ein Berufungsgericht in Kalifornien ab, diesen früheren Schuldspruch gegen Weinstein wegen Sexualverbrechen aufzuheben. Ein Richtergremium hatte die Verurteilung des früheren Hollywood-Moguls aus dem Jahr 2022 bestätigt, ordnete aber die Festsetzung eines neuen Strafmaßes an.

Bei dem Prozess in Los Angeles war Weinstein im Dezember 2022 wegen Sexualverbrechen in drei Anklagepunkten, darunter Vergewaltigung, schuldig gesprochen worden. Die Vorwürfe stammten von vier Frauen in einem Zeitraum von 2004 bis 2013. Die meisten Übergriffe sollen in Hotels in Beverly Hills stattgefunden haben.

Deutschland

»Existenzgefahr für Berlins Juden«

Die Linke macht immer wieder mit Judenhass und Forderungen nach der Auslöschung Israels von sich reden. Der Wahlsieg der Partei veranlasst nun den israelischen Botschafter zu einer ungewöhnlich deutlichen Stellungnahme

 23.09.2026

Berlin-Wahl

Klöckners Gretchenfrage: »Wie haltet ihr es mit dem Antisemitismus?«

Die CDU-Politikerin und Bundestagspräsidentin hat SPD und Grüne auf Instagram aufgefordert, in Berlin keine Koalition mit der Linkspartei einzugehen. Ansonsten werde das »Nie wieder« zur Farce

 23.09.2026

Jerusalem/New York

Benjamin Netanjahu: Werde vor UNO die Wahrheit über Mamdani sagen

Israels Ministerpräsident wirft dem New Yorker Bürgermeister Unterstützung der Hamas und Hetze gegen Juden vor

 23.09.2026

Machtgedanke zu verlockend? SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (r.) und Elif Eralp von der Linkspartei bei einer Podiumsdiskussion vor der Wahl

Kommentar

Finaler Tabubruch

Ein persönlicher Appell an die Berliner SPD, sich nicht mit den dunkelroten Judenfeinden von der Linkspartei einzulassen

von Daniel Killy  23.09.2026

Debatte

Außenminister Sa’ar kontert Vorwürfe von Österreichs Bundespräsident Van der Bellen

Sa’ar drehte Van der Bellens Aussage um und fügte hinzu: Kein österreichischer Bürger dürfe für den »Unsinn« seines Präsidenten verantwortlich gemacht werden

 23.09.2026

Solidarität

LED-Truck gegen Judenhass in fünf deutschen Städten

Mit einer bundesweiten Aktion wollen die »Christen an der Seite Israels« rund um den Jahrestag des Hamas-Massakers vom 7. Oktober auf Antisemitismus aufmerksam machen

 23.09.2026

Düsseldorf

Islamistischer Schüler wegen zweifachem Messerangriff verurteilt

Ein Essener Schüler ist wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Das Oberlandesgericht sprach ihn schuldig

 23.09.2026

Berlin

SPD-Fraktionschef Raed Saleh tritt nicht wieder an

Nach 15 Jahren an der Spitze zieht der Spandauer die Konsequenzen aus dem historisch schlechten Wahlergebnis: Er will nicht erneut für den Vorsitz seiner Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus kandidieren

 23.09.2026

UNO-Vollversammlung

Netanjahus UN-Besuch: Proteste von Regierungskritikern und Israelfeinden erwartet

Mehrere Gruppen wollen auf die Straße gehen, wenn der israelische Ministerpräsident am Donnerstag in New York eintrifft

 23.09.2026