Meinung

Lasst uns reden!

Israels Botschafter in den USA hat sich dieser Tage mit einer Lobbygruppe getroffen. Das soll eine Nachricht sein? Ja, das ist eine Meldung wert. Denn bei der amerikanischen Organisation handelt es sich um J Street. Ihr Selbstverständnis lautet: »pro Israel« und »pro Frieden«. Konkret moniert sie, die Siedlungspolitik hätte Israels Demokratie geschadet und über den künftigen Status Jerusalems müsse bedingungsfrei verhandelt werden. Die israelische Regierung hat J Street boykottiert, ein »einzigartiges Problem« hatte Botschafter Oren in Washington sie noch im Dezember genannt. Und als einige J‐Street‐Mitglieder im Februar als Gäste einer Delegation des US‐Kongresses nach Israel reisten, sagte das Außenministerium des jüdischen Staates ein Treffen mit Spitzenpolitikern ab. Nun erwartet ja keiner, dass Benjamin Netanjahus Koalitionsregierung den Forderungskatalog der linksliberalen J Street erfüllt – auch wenn man diese Vorstellung sympathisch finden mag. Doch gerade, weil Rechtskonservative wie Netanjahu die Macht in einem Land innehaben, dessen Wohl ihnen am Herzen liegt, sind sie zum Streit bereit. Diese Sorgen und dieser Konflikt um Israel gehören zur vielfältigen jüdischen Realität überall auf der Welt. Hoffen wir, dass die Jerusalemer Regierung jetzt mit J Street spricht, weil sie sich vor dieser Realität nicht weiter verschließen, sondern das Beste aus ihr machen will.

Wittenberger Stadtkirche

»Judensau« darf wohl hängen bleiben

Am Freitag urteilt das Gericht über den Verbleib der Schmähplastik. Schon jetzt ist eine klare Tendenz erkennbar

von Johannes Süßmann  21.05.2019

NS-Verfolgung

13 Millionen Dokumente online

Der Internationale Suchdienst Arolsen hat große Teile seines Archivs frei zugänglich gemacht

 21.05.2019

Wien

Alle FPÖ‐Minister verlassen Regierung

Sebastian Kurz lässt den Innenminister fallen – dann reagiert die FPÖ. Österreich steckt in einer veritablen Staatskrise

von Fabian Nitschmann, Matthias Röder  20.05.2019