Niedersachsen

Landtag strebt Gesetzesänderung an

Grabstein in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen zum Gedenken an Anne Frank und ihre Schwester Foto: Getty Images

Nach Protesten von KZ-Überlebenden gegen eine Beteiligung der AfD im Stiftungsrat der niedersächsischen Gedenkstätten will der Landtag nun das Gedenkstätten-Gesetz ändern. Dazu liegt ein interfraktioneller Antrag von CDU, SPD, Grünen und FDP vor, über den das Parlament am Dienstag beschließen könnte. Im Kultusausschuss hatten die vier Parteien am 16. Februar gegen die Stimmen der AfD den Gesetzesentwurf bereits gebilligt.

Nach aktueller Gesetzeslage hat jede Fraktion das Recht, ein
Mitglied in den Stiftungsrat zu entsenden – auch die AfD. Das hatte zu massiven Protesten von Überlebenden-Verbänden geführt, die befürchten, dass mit der AfD Revisionisten und Holocaust-Verharmloser in den Rat einziehen.

überlebendenverbände Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Celle ist Trägerin der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Sie hatte seit der Landtagswahl mehrere Briefe von Überlebendenverbänden aus Israel, Frankreich und den USA erhalten. Diese forderten, dass kein AfD-Mitglied in das Gremium entsandt wird.

Mit einer Änderung des Gesetzes würde die Zahl der Abgeordneten im Stiftungsrat auf vier begrenzt. Entsprechend ihrer Sitze im Parlament würden damit die vier größten Fraktionen repräsentiert, also SPD, CDU, Grüne und FDP. »Durch die Begrenzung der Anzahl der Abgeordneten im Stiftungsrat wird die Arbeitsfähigkeit dieses Gremiums dauerhaft gesichert«, heißt es in der Begründung des Gesetzes. Zudem entspreche die Zahl der Abgeordneten damit der der Vertreter aus den Landesministerien und des Bundes.

Die AfD-Fraktion sieht in der Gesetzesänderung einen Verstoß gegen die Gleichbehandlung. Eine gesetzliche Regelung, die nur das Ziel verfolge, eine Fraktion auszuschließen, entspreche nicht den rechtsstaatlichen Prinzipien, erklärte die Fraktion. Ein Gespräch der AfD-Fraktion mit der Stiftung im Dezember hatte laut Stiftungs-Geschäftsführer Jens-Christian Wagner keine Annäherung gebracht. epd

Österreich

Israelische Familie wegen Herkunft nicht bedient?

An einem Imbissstand im Salzburger Land wurden Touristen mutmaßliche Opfer antisemitischer Diskriminierung

 29.09.2026

25 Jahre nach Durban-Erklärung

Wegen Judenhass: Deutschland bleibt UN-Treffen zu Rassismus fern

Die Bundesrepublik hat nicht an einem umstrittenen UN-Treffen zum Kampf gegen Rassismus in New York teilgenommen

 29.09.2026

Terrorismus

»Wenn sie einen Raum betrat, ging die Sonne auf« - Zwei Mütter, ihre verlorenen Töchter und der 7. Oktober 2023

Ricarda Louks Tochter Shani und Sonja Bohl-Denckers Tochter Carolin wurden vor drei Jahren von der islamistischen Hamas ermordet. Ihre Mütter schildern, wie sie mit dem Verlust zurechtkommen - und was sie sich wünschen

von Nina Schmedding  29.09.2026

Geschichte

Zwölf Todesurteile - und nur wenig Schuldbewusstsein: Nürnberger Prozess gegen Hauptkriegsverbrecher endet vor 80 Jahren

Er ist der Vater aller Kriegstribunale. Vor 80 Jahren endete in Nürnberg der Prozess gegen die deutschen Hauptkriegsverbrecher. Erstmals wurden Staatsmänner für ihre Taten verantwortlich gemacht. Und hingerichtet

von Christoph Arens  29.09.2026

Interview

»SPD und Grüne werden zu Totengräbern der politischen Mitte, wenn sie mit der Linken koalieren«

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann über die Linke in Berlin und eine rot-grün-rote Koalition

von Philipp Peyman Engel  29.09.2026

Paris

Antisemitismusvorwurf gegen Chef des Rassemblement National

Frankreichs Rechtsnationale wollen mit Le Pen die nächste Präsidentin stellen. Mehrere Monate vor der richtungsweisenden Wahl werden Vorwürfe gegen den Parteichef laut. Bardella weist sie zurück

 29.09.2026

Interview

»Die Linkspartei hat vom 7. Oktober und der Hetze gegen Israelis profitiert«

Neuköllns Integrationsbeauftragte Güner Yasemin Balci über den Wahlerfolg der Linken in Berlin, Clan-Kontakte und Islamismus in der Partei sowie die politischen Folgen für die Stadt

von Detlef David Kauschke  28.09.2026

Paris, Frankreich mit Eiffelturm

Paris

Flüchtling aus Deutschland in Frankreich als IS-Kämpfer angeklagt

In der französischen Hauptstadt hat der Berufungsprozess gegen einen Syrer begonnen, der eine leitende Rolle in der Terrororganisation »Islamischer Staat« gehabt haben soll

 28.09.2026

Düsseldorf

Attacke auf Juden wird Thema im Landtag NRW

Nach dem antisemitischen Angriff auf einen Juden am vergangenen Dienstag sucht die Polizei weiter nach den Tätern. Nun soll Innenminister Reul (CDU) im Innenausschuss Auskunft geben

 28.09.2026