Vor 75 Jahren

KZ-Gedenkstätten erinnern an Befreiung

Die Gedenkstätte Sachsenhausen Foto: imago images/Jürgen Ritter

Zum Gedenken an die Befreiung der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück vor 75 Jahren sind in den brandenburgischen Gedenkstätten Kränze niedergelegt und Videobotschaften aufgenommen worden.

An den Vorbereitungen für das Online-Gedenken am Sonntag beteiligten sich am Donnerstag auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) und die Kantorin Mimi Sheffer.

Ravensbrück »Als Mimi Sheffer sang, habe ich geweint«, sagt Adriana Altaras, die am Donnerstag die Gedenkrede in der Gedenkstätte Ravensbrück gehalten hat. »Ich war wahnsinnig aufgeregt, obwohl gar keiner da war – oder vielleicht weil gar keiner da war.«

Der Grund für ihre Teilnahme an dem Gedenken ist einfach: »Ich habe immer wiederholt, ich mache es, denn wenn nur ein Foto oder ein Satz, von dem, was ich gesagt habe, an die Überlebenden oder deren Kinder kommt, wissen sie, dass wir an sie gedacht haben.«

Das, was die Gedenkstätte sonst ist, nämlich »eine Stätte der Begegnung, der Versöhnung«, ist der Ort an jenem Donnerstag nicht gewesen, betont die Schauspielerin, die sehr beeindruckt war von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gedenkstätte.

»Ich war wahnsinnig aufgeregt, obwohl gar keiner da war – oder vielleicht weil gar keiner da war.« Adriana Altaras

Altaras fuhr mit ihrem Sohn in die Gedenkstätte, was ihr viel Kraft gab. Gemeinsam mit der Historikerin des Erinnerungsortes, Sabine Arend, haben sie sich eine Etage des Museums angesehen. Mehr war emotional nicht zu schaffen, sagt Altaras rückblickend.

Diesen Tag allerdings wieder loszulassen, fiel sowohl Altaras als auch ihrem Sohn schwer. Das Gefühl der Leere und der Einsamkeit überwog. »Ich erinnere mich, dass ich vor vielen Jahren in Auschwitz war. Wir waren zu dritt da, und dort fühlte ich mich ähnlich einsam.« Noch viele Stunden nach der Rede fragte sich Altaras: »Habe ich alles gesagt? Habe ich irgendjemanden erreicht?«

verbrechen Zwischen 1933 und 1945 seien »monströse Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen worden«, erklärte Brandenburgs Kulturministerin Schüle. Daran müsse weiter erinnert werden. Die Berichte Überlebender würden auch im »virtuellen Gedenken« aufgegriffen, das wegen der Coronavirus-Pandemie als Ersatz für die zunächst geplanten Gedenkveranstaltungen vorbereitet wird.

Am Sonntag sollen zahlreiche Videobotschaften von Überlebenden und Politikern veröffentlicht werden.

»Ihre Botschaft ist eindrücklich und klar: Nie wieder!«, betonte Schüle: »Wir tragen gemeinsam die Verantwortung dafür, dass diese Erinnerung nicht verblasst, dass Hetze, Hass, Ausgrenzung und Verfolgung keinen Raum bekommen und dass unsere Gesellschaft für Toleranz, Miteinander und die Würde aller Menschen steht.«

Am Sonntag sollen zahlreiche Videobotschaften von Überlebenden und Politikern veröffentlicht werden. In einer Zeit, in der
fremdenfeindliche und rassistische Bewegungen an Stärke gewinnen, sei die Aufarbeitung der NS-Verbrechen von fundamentaler Bedeutung, betonte der Direktor der Gedenkstättenstiftung, Axel Drecoll. Die Stimmen der Überlebenden des Terrors müssten Gehör finden.  epd, kat

Der rbb zeigt die Aufzeichnungen zu »75 Jahre Befreiung Gedenken in Sachsenhausen und Ravensbrück« am Sonntag, den 19. April 2020 um 11 Uhr

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

 01.10.2026

Aufruf

Rapper Danger Dan: Man darf sich von Angst nicht lähmen lassen

Das ZDF untersagte im Sommer den Auftritt von Danger Dan und Igor Levit mit ihrem Song »Keine Angst« in der Satire-Sendung »Die Anstalt«. Doch das Lied motivierte andere, aktiv zu werden gegen Neonazi-Umtriebe

von Barbara Just  01.10.2026

UN-Kongress

Experten diskutieren strafrechtliche Verfolgung sexueller Gewalt in Konflikten

Bei einer Veranstaltung im Rahmen des UN-Kongresses zur Verbrechensverhütung in Abu Dhabi diskutierten jüdische Organisationen über Strafverfolgung, digitale Beweismittel und den Schutz von Betroffenen

 01.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 01.10.2026

Terrorismus

Sicherheitsbehörden verhindern Mordanschläge auf jüdische Ziele in Deutschland

Die Hintergründe

 01.10.2026

Washington D.C.

Keith Sonderling als US-Arbeitsminister bestätigt

In den Vereinigten Sraaten ist der in New York geborene Anwalt bereits der vierte Jude, der dieses Amt ausübt

 01.10.2026

Der RAF-Stützpunkt Fairford, im Hintergrund ein B1-Bomber

London

Vorfall bei US-Militärbasis: »Hinweise« auf Beteiligung eines Drittstaates

Nach dem Vorfall an einem US-Luftwaffenstützpunkt in Großbritannien kommen immer mehr Details ans Licht. Andy Burnham bestätigt nun eine mögliche Verbindung zu einem ausländischen Akteur.

 01.10.2026

Berlin

Linken-Politiker Ferat Koçak gibt Sitz im Innenausschuss ab

Der Wahlsieg der Linken lässt die Linken jubeln. Doch Fotos werfen Fragen zu Mitfeiernden auf. Der Neuköllner Bundestagsabgeordnete steht besonders in der Kritik und zieht nun Konsequenzen

 01.10.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD reden über Antisemitismus

Die drei potenziellen Koalitionspartner diskutieren nach der Wahl gemeinsam über Judenhass und organisierte Kriminalität. Warum das offiziell noch keine Sondierungen sind

 01.10.2026