Integration

Kritik am Gipfel im Kanzleramt

Richtung Zukunft: Integrationsgipfel mit ambitionierter Tagesordnung Foto: dpa

Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan J. Kramer, hat den Integrationsgipfel der Bundesregierung kritisiert, der am heutigen Dienstag in Berlin stattfand. »Leider wurde erneut die Chance verpasst, Defizite deutlich zu benennen und mit dem anwesenden Sachverstand gemeinsam erfolgreich und parteiübergreifend die Herausforderung Integration anzugehen«, so Kramer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittag den fünften Integrationsgipfel eröffnet. Rund 120 Vertreter von Politik und Zivilgesellschaft sollten dabei im Kanzleramt über Schritte zur besseren Integration von rund 16 Millionen Migranten in Deutschland beraten. Kramer, der den Zentralrat der Juden vertrat, würdigte das persönliche Engagement der Kanzlerin, bei der das Thema größte Aufmerksamkeit genieße. »Gleichwohl muss sich die Bundesregierung die Frage gefallen lassen, welchem Zweck der zum fünften Mal durchgeführte Integrationsgipfel eigentlich dient.« Zwar sei bei dem Treffen festgestellt worden, dass eine erfolgreiche Integration nur mit einer erfolgreichen Bildung funktionieren könne, aber auch von der sozialen Herkunft berührt werde. »Um zu derartigen Erkenntnissen zu gelangen, bedurfte es aber wohl keines Integrationsgipfels.«

Tagesordnung Kramer sagte, er habe bei dem Treffen eine inhaltliche und konstruktive Auseinandersetzung mit den offenen Fragen der Integration vermisst. »Die ambitionierte Tagesordnung ließ keinen Raum für Gespräche oder Diskussionen unter den vielen Sachverständigen und Betroffenen - sowohl aus der Mehrheitsgesellschaft wie auch aus den Migrantenverbänden.« Insbesondere sei, wie schon seit Jahren, die Frage nicht beantwortet worden, was man sich denn unter einer erfolgreichen Integration vorstellen solle. »Praktische Beispiele, wie etwa dass der Feuerwehrverband in Zukunft die Quote der Angehörigen von Feuerwehrleuten mit Migrationshintergrund statistisch erheben würde, um damit zu zeigen, wie erfolgreich auch Minderheiten Dienst an der Gemeinschaft leisten, können es eigentlich nicht sein.«

»Im Ergebnis wurde leider, bei allen guten Absichten, die durchaus erkennbar waren, wieder einmal eine gute Gelegenheit vertan, die Erfolge und Defizite im Bereich der Integration klar zu benennen und daraus konkrete Schritte abzuleiten.« Es bleibe festzuhalten, so Kramer, dass die deutsche Gesellschaft in vielen Bereichen bereits weiter sei, als der Expertengipfel bereit gewesen sei, festzustellen. ja

Russland

Kreml: Putin erhält Einladung in Gaza-»Friedensrat«

In der Ukraine führt der Kremlchef Krieg, in den »Friedensrat« von US-Präsident Donald Trump für den Gazastreifen ist er dennoch eingeladen worden. Moskau erklärt, was es davon hält

 19.01.2026

Kunstakademie Düsseldorf

Jüdische Organisationen verlangen Absage von Veranstaltung mit palästinensischer Terror-Unterstützerin

Die Hintergründe

 19.01.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

Bericht: Trump-Regierung prüft Asyl für britische Juden

Großbritannien sei »kein sicherer Ort mehr für Juden«, sagt Donald Trumps persönlicher Anwalt Robert Garson gegenüber »The Telegraph«

 19.01.2026

Proteste im Iran

USA verstärken Militärpräsenz im Nahen Osten

Ein Schlag gegen das Mullah-Regime steht für Washington weiterhin im Raum

 19.01.2026

Miami

Pam Bondi kündigt hartes Vorgehen gegen Antisemitismus an

»Die Zeiten, in denen Juden schikaniert werden konnten, sind vorbei«, sagt die amerikanische Justizministerin

 19.01.2026

Teheran

Hacker kapern iranisches Fernsehen, senden Erklärung von Reza Pahlavi

»Euch bleibt nicht mehr viel Zeit. Schließt euch so schnell wie möglich dem Volk an«, sagt der Kronprinz Angehörigen des Militärs

 19.01.2026

Berlin

Senat warnt: Verfassungsfeinde erreichen mit israelfeindlichen Posts auch Heranwachsende

Es geht auch um »verfassungsrelevante« Propaganda israelfeindlicher Linksextremisten und Islamisten, so die Senatsinnenverwaltung

 19.01.2026

Nahost

Staatschefs zum »Gaza-Friedensrat« eingeladen

Der »Friedensrat« ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für Gaza

 17.01.2026

Gespräch

»Ich fühle mich alleingelassen«

Sonja Bohl-Dencker über die Ermordung ihrer Tochter durch die Hamas, den Umgang Deutschlands mit dem 7. Oktober und ihren Wunsch, dass Carolin nicht vergessen wird

von Mirko Freitag  16.01.2026