Antisemitische Propaganda

Klimaaktivistin beklagt »Pogromstimmung« gegen Palästinenser

Elisa Bas ist Sprecherin von Fridays for Future Foto: picture alliance / Christopher Neundorf/Kirchner-Me

Erneut ist eine Aktivistin der Schülerbewegung Fridays for Future (FFF) mit einer höchst problematischen Aussage über Juden und den sich gegen sie richtenden Terrorismus aufgefallen - dabei verurteilt die Organisation die Gräuel der Hamas offiziell.

Die 22-jährige Elisa Bas hatte auf ihrem Instagram-Profil einen Gastkommentar von Josef Schuster, dem Präsident des Zentralrats der Juden, gepostet und darunter geschrieben: »In Deutschland herrscht eine Pogrom-Stimmung gegen Palästinenser:innen und Schuster heizt sie an.« Zuerst hatte »Bild« berichtet.

Eine klare Täter-Opfer-Umkehr, denn: Während des Zweiten Weltkriegs wurden Juden bei Pogromen von den Nationalsozialisten ermordet. Bas stellt Schuster mit ihrem infamen Vergleich in eine Reihe mit den Nazis.

Judenfeindliche Stimmung in Deutschland

Dabei waren es die Terroristen der Hamas, die nach ihren Massakern an Israelis zu Gewalt gegen Juden auf der ganzen Welt aufgerufen haben. Auch in Deutschland blieben deshalb zahlreiche jüdische Familien zu Hause. Unterricht in jüdischen Schulen fiel aus, jüdische Kitas blieben leer.

Pro-palästinensische Demonstranten feierten auf Demos unter anderem in Frankfurt, Duisburg und Berlin den Terror der Hamas. In Duisburg etwa musste die Polizei Gewalttäter davon abhalten, auf pro-israelische Gegendemonstranten loszugehen. In der Hauptstadt wurden Häuser, in denen mutmaßlich Juden wohnen, mit Davidsternen markiert.

Der Zentralratspräsident Josef Schuster hatte diese Ereignisse in seinem Gastbeitrag für »Bild« mit den Worten kommentieren: »Es muss sich etwas tun. Die Barbaren sind unter uns.«

»Unterdrückung und Genozid«

Das Konto von Elisa Bas auf Instagram ist auf privat gestellt. Daher ist auch ein weiterer Post nicht mehr zu sehen, in dem sie Israel indirekt eine Unterdrückung der Palästinenser und »Genozid« vorwarf.

Dabei geht es Israel um das genaue Gegenteil - nämlich darum, dass die Terrorgruppe Hamas keine Morde an Israelis mehr anrichten kann. Wie israelische Militärs und Politiker stets erklären, sind auch die Palästinenser Opfer der Hamas, da sie als lebende Schutzschilde missbraucht werden. Gerade dies hat sich in den vergangenen Tagen erneut gezeigt - auch da die Terroristen die von Israel angekündigte Evakuierung der Bevölkerung Gazas in den Süden des Gebietes zu verhindern versuchten.

Verschiedene Positionen

Offensichtlich gibt es innerhalb von FFF verschiedene Positionen. Der deutsche Ableger der Schüler-Organisation verbreitete ebenfalls am Sonntag Aussagen, die sich gegen den Hamas-Terror richteten, in sozialen Medien.

Auf den internationalen Kanälen von FFF wurden aber schon zuvor antiisraelische und damit antisemitische »Inhalte« geteilt. Wie aus einer kürzlich veröffentlichten, exklusiven Recherche der Jüdischen Allgemeinen hervorgeht, haben Israelhasser die Klimabewegung zum Teil gekapert. ja

Israel

Kushner wirbt bei Netanjahu für Gaza-Friedensplan

Trumps Schwiegersohn auf schwieriger Mission: Jared Kushner will einen Kompromiss ausloten, obwohl zwischen Israel und der Hamas bei den Verhandlungen über Gazas Zukunft noch eine tiefe Kluft liegt

 17.08.2026

Studie

AfD nutzt Anfragen zur Stimmungsmache

Kleine Anfragen sind ein Mittel, mit dem besonders Oppositionsparteien Regierungshandeln hinterfragen können. Eine Untersuchung zeigt, dass die AfD dabei eher auf Skandalisierung setzt

 17.08.2026

New York

UN ehrte offenbar getöteten Hamas-Kommandeur

Die Monitoringorganisation »UN Watch« übt heftige Kritik am UN-Generalsekretär António Guterres und an der Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock

 17.08.2026

New York

Mann schlägt 63-jährige Synagogenbesucherin

Ein 46-jähriger drang am Freitag während des Schabbat-Gottesdienstes in eine Manhattaner Synagoge ein und randalierte dort

 17.08.2026

Nahost

US-Rahmenabkommen mit Iran läuft aus: Was hat es gebracht?

Die Vereinbarung mit dem Iran sollte den Krieg zu einem Ende bringen. Das Mitte Juni auf 60 Tage angelegte Abkommen hielt jedoch nicht lange. Hat US-Präsident Trump damit überhaupt etwas erreicht?

von Jürgen Bätz  17.08.2026

Extremismus

Wagenknecht an Höcke: »Warum reden wir nicht mal?«

Seit Tagen liefern sich die BSW-Gründerin und der thüringische AfD-Chef ein Fernduell mit Vorschlägen und Provokationen. Jetzt legt Sahra Wagenknecht nach

 17.08.2026

Terror

Iran bereitet sich auf Ausweitung des Krieges vor

Das Mullah-Regime soll während der 60-tägigen Frist eines mit Washington vereinbarten Memorandums für den Fall eines erneuten militärischen Konflikts vorgesorgt haben

 17.08.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  16.08.2026

Kairo

Jared Kushner führt Gespräche über Gaza in Ägypten

Der Schwiegersohn von US-Präsident Trump will in Ägypten Fortschritte im seit langem festgefahrenen Friedensplan für den Gazastreifen erzielen

 16.08.2026