Urteil

Klage von jüdischem Erben gegen Sparkasse Hagen bleibt erfolglos

Marc Benseghir (r), Kläger im Prozess um jüdische Konten, bespricht sich im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts Hamm mit seinem Anwalt Christoph Partsch. Der Nachfahre von jüdischen Opfern der NS-Diktatur wollte vor Gericht erreichen, dass die Sparkasse in Hagen Auskunft über ein Konto aus der Nazizeit gibt. Foto: picture alliance/dpa

Der Enkel eines in der NS-Zeit verfolgten jüdischen Kaufmanns ist mit einer Schadensersatzklage gegen die Sparkasse Hagen gescheitert. Die Ansprüche des Klägers auf die Auszahlung eines etwaigen Kontoguthabens als Erbe seines Großvaters seien verjährt, erklärte der Senat des Oberlandesgerichts Hamm am Mittwoch (AZ: 31 U10/24 OLG Hamm). Der Senat wies damit die Berufung des Mannes zurück und bestätigte damit das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Hagen (AZ: 8 O 209/22 LG Hagen).

Der Großvater des Klägers hatte den Angaben zufolge 1932 ein Konto bei der Sparkasse in Hagen eröffnet und darauf Geld eingezahlt. Später floh er mit seiner Ehefrau in die Schweiz. Sein Enkel begehrte nun im Rechtsstreit mit dem Geldinstitut Auskunft über das Konto und letztlich die Auszahlung eines etwaigen Kontoguthabens oder eines Schadensersatzes, wie das Oberlandesgericht (OLG) erläuterte.

Keine Revision, aber Nichtzulassungsbeschwerde vor dem Bundesgerichtshof möglich

Auch der Senat am OLG bestätigte die Verjährungsfristen der Sparkasse von allgemein 30 Jahren, die auf den Vorgaben des Bürgerlichen Gesetzbuches von 1975 beruhen. Sie verletzten weder das gesetzliche Eigentumsrecht noch das geltende Gleichheitsgebot, hieß es. Die Fristen seien insbesondere unter Berücksichtigung der Unterbrechung der Verjährung während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft so lang bemessen, dass auch die von NS-Unrecht Betroffenen eine faire Chance hätten, ihre Ansprüche noch rechtzeitig vor Eintritt der Verjährung geltend zu machen.

Eine Revision ließ der Senat nicht zu. Weil der Streitwert umgerechnet 30.000 Euro beträgt, ist eine Nichtzulassungsbeschwerde vor dem Bundesgerichtshof möglich, wie ein Gerichtssprecher dem epd auf Anfrage mitteilte. epd

Todesurteil

Iran richtet angeblichen Mossad-Spion hin

Eine angebliche Zusammenarbeit mit dem israelischen Auslandsgeheimdienst führte im Iran zu einer weiteren Hinrichtung. Die Exekutionen erreichten im vergangenen Jahr einen Höchststand

 07.01.2026

Kommentar

Erst Maduro, dann die Mullahs?

Der Sturz des venezolanischen Diktators ist auch eine glasklare Warnung an das iranische Regime. Israel und die USA könnten einen Beitrag dazu leisten, es zu Fall zu bringen

von Saba Farzan  07.01.2026

Dialog

Israel und Syrien vereinbaren Kommunikationskanal unter US-Vermittlung

Mit US-Unterstützung nehmen Israel und Syrien ihren Dialog wieder auf. Ein neuer Kommunikationsmechanismus soll künftig Streit zwischen den beiden verfeindeten Ländern verhindern

 07.01.2026

Seeon

Schuster warnt vor Auswanderung von Juden aus Deutschland

In vielen Bundesländern und auch im Bund darf sich die AfD laut Umfragen Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung machen. Der Präsident des Zentralrates der Juden warnt vor dramatischen Folgen

 07.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  06.01.2026

Drohung

Iran deutet möglichen Präventivschlag gegen Israel an         

Im Iran gehen wieder Menschen gegen die Staatsführung auf die Straße. Die militärischen Spannungen in der Region reißen jedoch nicht ab

 06.01.2026

Jerusalem

Netanjahu unterstützt iranische Proteste

Der entscheidende Moment, in dem die Iraner ihr Schicksal selbst in die Hand nähmen, sei möglicherweise gekommen, erklärt der Ministerpräsident in Jerusalem

 06.01.2026

Berlin

Anklage: Wegen Davidstern Messer gezogen

In Berlin hat im vergangenen Juni ein 29-Jähriger aus mutmaßlich antisemitischen Motiven einen 60-Jährigen mit einem Messer bedroht. Jetzt wurde Anklage erhoben

 06.01.2026

Berlin

Tagung »Digitale Horizonte«: Wie sich Erinnerungskultur im digitalen Zeitalter wandelt

Wie verändert die Digitalisierung das kollektive Erinnern? Welche Chancen eröffnen neue Technologien – und wo liegen ihre Grenzen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Konferenz

 06.01.2026