USA

Kandidatin für Berliner US-Botschaft hält nichts von Nord Stream 2

Amy Gutmann bei einer Anhörung zu ihrer Ernennung im US-Senat, Dezember 2021 Foto: imago images/ZUMA Wire

Die Kandidatin für den US-Botschafterposten in Deutschland hält die Ferngasleitung Nord Stream 2 für ein »schlechtes Geschäft«. Sie sei »ein schlechtes Geschäft für Deutschland, für die Ukraine, schrecklich für ganz Europa und die Vereinigten Staaten«, sagte Amy Gutmann nun bei einer Anhörung zu ihrer Ernennung im zuständigen Ausschuss des US-Senats.

Dass die neue Bundesregierung unter dem Kanzler Olaf Scholz auf Kontinuität in der deutschen Außenpolitik setze, habe sie mit Freude zur Kenntnis genommen. »Dennoch denke ich, dass immer mehr getan werden muss«, so die 72-Jährige. Dies gelte vor allem mit Blick auf China oder Russlands Aggressionen gegen die Ukraine.

Biden hatte die Politikwissenschaftlerin Gutmann im Sommer nominiert. Der Senat muss die Personalie erst noch billigen. Republikaner in der Kongresskammer hatten zuletzt die Bestätigungen des diplomatischen Führungspersonals massiv verzögert. Hintergrund ist auch der Streit um Nord Stream 2. Gutmann ist die Präsidentin der Pennsylvania University. Die 72-jährige mit deutsch-jüdischen Wurzeln wäre im Falle ihrer Bestätigung durch den Senat die erste Frau auf dem Posten in Berlin. Als Wissenschaftlerin wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

»Sie haben meine Zusage, sich auf eine Diplomatie zu konzentrieren, die sich allen Bedrohungen und Menschenrechtsverletzungen, insbesondere seitens Russland und China, widersetzt«, sagte Gutmann während der Befragung weiter. Deutschland sei einer der »wichtigsten Verbündeten in Europa«, so Gutmann. »Wenn ich bestätigt werde, würde ich mich freuen, meine Arbeit in dieser entscheidenden Phase unserer Beziehungen aufzunehmen, in der eine neue deutsche Regierung die globale Bühne betritt.«

Extremismus

Genosse Judenhasser

Der »taz«-Journalist Nicholas Potter hat ein Buch über die Zusammenhänge zwischen Antisemitismus und Autoritarismus bei Teilen der Linken geschrieben. Ein Auszug

von Nicholas Potter  28.03.2026

Antisemitismus

Gysi, Bartsch und Ramelow kritisieren Antizionisten in eigener Partei

Bei der Linken gibt es einen Dauerkonflikt über die Haltung zu Israel. Nun melden sich drei Partei-Urgesteine zu Wort

 28.03.2026

Europäisches Parlament

»Auschwitz ist eine Fälschung«: Immunität aufgehoben

Der rechtsextreme Politiker Grzegorz Braun muss sich in gleich mehreren Strafverfahren vor Gericht verantworten, unter anderem wegen Holocaustleugnung

 27.03.2026

Drohung

Katz: Israel verstärkt Angriffe im Iran

Das Vorgehen des Militärs gegen das Mullah-Regime werde nun stärker ausfallen und auf zusätzliche Ziele und Bereiche ausgeweitet, sagt der israelische Verteidigungsminister

 27.03.2026

Berlin

Tausende Straftaten bei israelfeindlichen Demonstrationen

Gewalt- und Propaganda-Delikte sowie Volksverhetzung in Hunderten Fällen wurden registriert

 27.03.2026

Berlin

Demonstration gegen Auftritt von Francesca Albanese

»Wer das Existenzrecht Israels delegitimiert und Gräueltaten rechtfertigt, darf in Berlin keine unwidersprochene Bühne erhalten«, sagen die Organisatoren der Kundgebung

von Imanuel Marcus  27.03.2026

Essay

Keine Empathie für Israel, nirgends

Was mich an der deutschen Reaktion auf den Iran-Krieg irritiert

von Ralf Fücks  27.03.2026

Kommentar

Wie mit dem Völkerrecht Israel delegitimiert wird

Der Angriff auf den Iran sei eindeutig völkerrechtswidrig, sagen zahlreiche Experten. Sie machen es sich zu einfach. Denn es spricht viel dafür, dass Israel ein Recht auf präventive Selbstverteidigung hat

von Monika Polzin  27.03.2026

Berlin

Antisemitischer Angriff in Prenzlauer Berg

Das Opfer schrieb hebräische Texte in ein Buch. Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts ermittelt

 27.03.2026