Antisemitismus

Kampf gegen Judenhass auch im Privaten

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: dpa

Religionsvertreter haben sich dafür ausgesprochen, den Kampf gegen Antisemitismus auch in die privaten Lebenswelten der Menschen zu holen. »Im Freundeskreis, am Stammtisch – überall, wo Judenwitze gemacht oder auch fremdenfeindlich geredet wird«, müsse deutlich widersprochen werden, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, bei einer Podiumsdiskussion der Evangelischen Akademie Tutzing, die am Sonntag ab 21 Uhr auf ARD-alpha ausgestrahlt wird.

verantwortung Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bedford Strohm, wies laut einer Mitteilung der Akademie von Donnerstag darauf hin, dass sich alle Menschen, die öffentlich auftreten, »in einer besonderen Verantwortung« befänden. Sie alle müssten verhindern, dass »Unsagbares gesagt wird«.

Der Bischof ging in dem Gespräch, das unter dem Titel Antisemitismus – ein resistenter Virus? aufgezeichnet wurde, auch auf die besondere Verantwortung von Christen ein. Der im Christentum verwurzelte Antijudaismus, der über Jahrhunderte tradiert worden sei, mache ihn »heute noch fassungslos«. Christen könnten nur Teil der Lösung werden, wenn sie den Fakt anerkennen, auch Teil des Problems zu sein.  kna

Die Aufzeichnung der Podiumsdiskussion wird am 3. November um 21 Uhr auf ARD-alpha ausgestrahlt.

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  28.06.2026 Aktualisiert

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  28.06.2026

Meinung

Der Kahlschlag der Familienministerin

Der angekündigte Umbau des Bundesprogramms »Demokratie leben!« lässt Engagierte im Regen stehen. Die Folgen für Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention werden fatal sein

von Viktoria Gulde  27.06.2026

Nahost

Amerikas Rückzug

Die USA lassen Israel fallen und versuchen plötzlich, den Iran zu bestechen. Eine gefährliche Situation für den Judenstaat – aber auch eine Chance, sich neu zu erfinden

von Rafael Seligmann  27.06.2026

Antibes

Frankreich und Italien streben neue Libanon-Mission an

Wie könnte die internationale Unterstützung für den Libanon nach dem Abzug der UN-Blauhelme aussehen? Frankreich und Italien wollen eine neue Koalition anführen

 26.06.2026

Pädagogik

Neues Onlinespiel soll gegen Antisemitismus im Netz helfen

In sozialen Medien wird Judenhass verbreitet und auch der Holocaust falsch dargestellt. Damit junge Menschen solche Inhalte besser erkennen, können Lehrkräfte ein neues Onlinespiel nutzen

von Alexander Riedel  26.06.2026

Hamburg

Spionageprozess: Juden für Iran ausgespäht?

Laut Anklage soll der Mann hochrangige Vertreter jüdischer Organisationen in Deutschland für mögliche Anschläge ausgekundschaftet haben

 26.06.2026

Magdeburg

Höchststrafe für Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt

Bei dem Anschlag 2024 kamen sechs Personen ums Leben; Hunderte wurden verletzt. Jetzt steht das Urteil fest

 26.06.2026 Aktualisiert