Antisemitismus

Kampf gegen Judenhass auch im Privaten

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: dpa

Religionsvertreter haben sich dafür ausgesprochen, den Kampf gegen Antisemitismus auch in die privaten Lebenswelten der Menschen zu holen. »Im Freundeskreis, am Stammtisch – überall, wo Judenwitze gemacht oder auch fremdenfeindlich geredet wird«, müsse deutlich widersprochen werden, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, bei einer Podiumsdiskussion der Evangelischen Akademie Tutzing, die am Sonntag ab 21 Uhr auf ARD-alpha ausgestrahlt wird.

verantwortung Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bedford Strohm, wies laut einer Mitteilung der Akademie von Donnerstag darauf hin, dass sich alle Menschen, die öffentlich auftreten, »in einer besonderen Verantwortung« befänden. Sie alle müssten verhindern, dass »Unsagbares gesagt wird«.

Der Bischof ging in dem Gespräch, das unter dem Titel Antisemitismus – ein resistenter Virus? aufgezeichnet wurde, auch auf die besondere Verantwortung von Christen ein. Der im Christentum verwurzelte Antijudaismus, der über Jahrhunderte tradiert worden sei, mache ihn »heute noch fassungslos«. Christen könnten nur Teil der Lösung werden, wenn sie den Fakt anerkennen, auch Teil des Problems zu sein.  kna

Die Aufzeichnung der Podiumsdiskussion wird am 3. November um 21 Uhr auf ARD-alpha ausgestrahlt.

Brüssel

Überwachungsbehörde nimmt Europapartei der AfD ins Visier

Verstößt die Europapartei, zu der auch die »Alternative« gehört, gegen Grundwerte der EU? Die zuständige Behörde sieht Hinweise auf problematisches Vorgehen in Mitgliedsparteien. Kommt ein Verfahren?

von Valeria Nickel  29.05.2026

Beirut

Entwaffnung der Hisbollah - ein unmögliches Unterfangen?

Seit mehr als zwei Jahren attackiert die Hisbollah Israel. Die Regierung in Jerusalem will eine Entwaffnung der Terrororganisation. Doch geht das?

 29.05.2026

Hintergrund

Israel über Guterres: »Sind mit diesem Generalsekretär fertig«

Die Beziehungen zwischen Israel und dem bald aus dem Amt scheidenden UN-Generalsekretär António Guterres sind auf einem neuerlichen Tiefpunkt. Dabei hatte alles ganz anders begonnen

von Michael Thaidigsmann  29.05.2026

Holocaust-Gedenken

Mendel und Wagner kritisieren Yad-Vashem-Entscheid

In Deutschland sollen zwei Niederlassungen der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen. Der jüdische Wissenschaftler Meron Mendel und der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, sehen das in Teilen kritisch

 29.05.2026

Kiel

Mehr als 400 antisemitische Vorfälle im Norden gemeldet

»Die massiven Konsequenzen (...) sind Ausdruck eines wachsend gesamtgesellschaftlich antisemitischen Grundrauschens, das wir seit 2023 beobachten müssen«, so die Dokumentationsstelle Antisemitismus

 29.05.2026

New York

Streit um Bericht zu sexueller Gewalt: WJC kritisiert UN scharf

Narrative, die Israel pauschal delegitimierten, seien problematisch, so der Jüdische Weltkongress. Die ursprünglichen Gründungsideale der Vereinten Nationen müssten wieder in den Mittelpunkt rücken

 29.05.2026

Interview

»Ohne den Mossad wäre ich vermutlich schon unter der Erde«

Das iranische Regime wollte Volker Beck ermorden lassen. Im Gespräch erzählt der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, wie der Anschlagsplan sein Leben verändert hat und was sich seiner Meinung nach nun ändern muss

von Leon Stork  29.05.2026

Berlin

Gutachten zweifelt an Vorstoß gegen Leugnung des Existenzrechts Israels

Hessen will über den Bundesrat erreichen, dass die Leugnung des Existenzrechts Israels unter Strafe gestellt wird. Ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes im Bundestag erhebt Bedenken

 29.05.2026

Colorado Springs

JD Vance: USA und Iran kurz vor Einigung

Es sei noch zu früh, um zu sagen, »wann oder ob« die USA und der Iran die Verhandlungen erfolgreich abschließen könnten, sagt der Vizepräsident

 29.05.2026