Nazis

JVA äußert sich erstmals zur Freilassung von Schoa-Leugnerin

Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck Foto: dpa

Die 91-jährige Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck ist nach rund zweieinhalbjähriger Haft aus der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede entlassen worden. Die Holocaustleugnerin habe ihre volle Haftstrafe verbüßt, sagte ein Sprecher der Justizvollzugsanstalt am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Anträge auf eine vorzeitige Entlassung auf Bewährung hatte zuvor das Landgericht Bielefeld abgelehnt. Haverbeck, die in mehreren Fällen wegen Volksverhetzung verurteilt wurde, saß seit Mai 2018 in Haft in Bielefeld-Brackwede.

Mitte November soll die Holocaustleugnerin erneut vor Gericht stehen.

Größere Untersützer-Demonstrationen wie in der Vergangenheit habe es bei der Entlassung nicht gegeben, sagte der Sprecher weiter. Haverbeck sei am Donnerstag von nur wenigen Sympathisanten in Empfang genommen worden. Die 91-Jährige, die bei weitem die älteste Insassin gewesen sei, sei altersgemäß in der Haftzeit untergebracht gewesen, erklärte der Sprecher weiter. In ihrer Haft sei sie umgänglich und freundlich gewesen. Bei dem Thema nationalsozialistische Vergangenheit seien jedoch nach wie vor verfestigte Ideologien deutlich geworden.

Die aus Vlotho stammende Haverbeck war vom Landgericht Verden wegen Leugnung des Holocausts zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Detmold hatte zudem eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten verhängt. Beide Haftstrafen wurden auf eine zweieinhalbjährige Haftzeit zusammengefasst.

Mitte November soll die Holocaustleugnerin erneut vor Gericht stehen: Vor dem Amtsgericht in Berlin geht es um ein Interview auf Youtube, in dem sie erneut den Holocaust geleugnet haben soll. Zudem sind weitere Berufungsverfahren gegen Urteile aus erster Instanz anhängig.

Haverbeck hatte zusammen mit ihrem inzwischen gestorbenen Mann das »Collegium Humanum« in Vlotho als Treffpunkt für Holocaustleugner und Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet geleitet. Die in den 1960er Jahren gegründete rechtsextreme Vereinigung und deren Teilorganisation »Bauernhilfe e.V.« wurden 2008 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) verboten. epd

Sachsen-Anhalt

AfD-Wahlsieger Siegmund: Stelle mich im Dezember zur Wahl

Ob es dann tatsächlich für eine Mehrheit reicht, ist offen. Die Debatte über ein AfD-Verbotsverfahren nimmt derweil wieder Fahrt auf

 29.09.2026 Aktualisiert

Österreich

Israelische Familie wegen Herkunft nicht bedient?

An einem Imbissstand im Salzburger Land wurden Touristen mutmaßliche Opfer antisemitischer Diskriminierung

 29.09.2026

Jahrestag

Terrorunterstützer planen für den 7. Oktober israelfeindliche Demos

In Duisburg, Frankfurt, Hannover und Köln sind Kundgebungen vorgesehen. Aufrufe zur Teilnahme enthalten unverblümte Terroraufrufe

von Imanuel Marcus  29.09.2026

UNO

Francesca Albanese korrigiert umstrittene Holocaust-Aussage

In einem Interview hatte die Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete behauptet, Juden seien in Konzentrationslagern auf dem Weg in die Gaskammern als »Muslime« bezeichnet worden

 29.09.2026

Washington D.C.

Sanktionserleichterungen für Iran? Trump dementiert Bericht

Wie geht es weiter im US-Krieg gegen den Iran? Im Gespräch sollen Sanktionserleichterungen für Teheran sein. Der US-Präsident bestreitet das

 29.09.2026

Berlin

Berliner Linke gerät wegen weiterer Clan-Kontakte unter Druck

Welche Großfamilie war noch auf der Wahlparty der linken Wahlgewinner vertreten?

 29.09.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag

Nach dem Willen von Grünen und SPD soll es sich um ein »gemeinsames Vorgespräch« zur Verständigung bei dem zuletzt heftig diskutierten Thema Antisemitismus handeln

 29.09.2026

25 Jahre nach Durban-Erklärung

Wegen Judenhass: Deutschland bleibt UN-Treffen zu Rassismus fern

Die Bundesrepublik hat nicht an einem umstrittenen UN-Treffen zum Kampf gegen Rassismus in New York teilgenommen

 29.09.2026

Terrorismus

»Wenn sie einen Raum betrat, ging die Sonne auf« - Zwei Mütter, ihre verlorenen Töchter und der 7. Oktober 2023

Ricarda Louks Tochter Shani und Sonja Bohl-Denckers Tochter Carolin wurden vor drei Jahren von der islamistischen Hamas ermordet. Ihre Mütter schildern, wie sie mit dem Verlust zurechtkommen - und was sie sich wünschen

von Nina Schmedding  29.09.2026