Europäische Union

Jüdischer Weltkongress lobt von der Leyens Haltung zu Israel

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Foto: Michael Thaidigsmann

Der Jüdische Weltkongress (WJC) hat die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gegen Kritik auch aus den eigenen Reihen an ihrer solidarischen Haltung gegenüber Israel in Schutz genommen. WJC-Geschäftsführer Maram Stern sprach von der Leyen am Montag in einem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt, den Dank seiner Organisation aus – »im Namen von Millionen von Juden weltweit«, wie er hinzufügte. Der Jüdische Weltkongress ist der Dachverband von jüdischen Spitzenverbänden in mehr als 100 Ländern.

Von der Leyen war zuletzt für ihren Besuch in Israel und ihre klare Solidarität mit den Israelis von zahlreichen Beamten der Kommission kritisiert worden. Rund 850 Mitarbeiter der EU-Exekutive hätten einen Brief unterzeichnet, in dem sie ihre Überraschung kundgetan hätten darüber, dass von der Leyen sich »bedingungslos« an die Seite einer der Konfliktparteien gestellt habe, berichteten mehrere Medien in Brüssel übereinstimmend. Auch innerhalb ihres 27-köpfigen Führungskollegiums der Kommission gab es zuletzt Unstimmigkeiten, was die Haltung zu EU-Finanzhilfen für die Palästinenser angeht.

WJC sichert von der Leyen Unterstützung zu

Jetzt versicherte Stern der Kommissionspräsidentin der Unterstützung seitens des WJC: »Israel durchlebt die schwerste Zeit seiner Existenz. Noch nie in der Geschichte des jüdischen Staates wurden so viele Menschen an einem einzigen Tag ermordet. Noch nie waren Angst und Unsicherheit so groß. Angst haben auch wir, die Juden im Ausland.« Auch die Juden in der Diaspora, so der deutsche WJC-Geschäftsführer, bräuchten das Land als »Zufluchtsort« und »Lebensversicherung«. Starke Freunde seien für Israel von besonderer Bedeutung, so Stern weiter.

http://x.com/mfa_lu/status/1716397133287367047

Zwar seien die Beziehungen zwischen der EU und dem Staat Israel nicht immer reibungslos, und ihm sei »klar, dass die Zusammenarbeit mit der israelischen Regierung mitunter nicht einfach ist.« Aber von der Leyen habe eine sehr deutliche Botschaft ausgesendet, da spielten »kleinere Unstimmigkeiten keine Rolle«. Die EU sieht Stern »fest an der Seite Israels im Kampf gegen den Terror der Hamas.«

Im Friedensprozess und der Suche nach einem Ausgleich mit den »friedliebenden Palästinensern«, so der WJC-Geschäftsführer weiter, könne auch die Europäische Union eine Rolle spielen. Luxemburgs scheidender Außenminister Jean Asselborn, der seit 2004 dieses Amt bekleidet, hat dagegen der EU vorgeworfen, in Nahost keine tragende Rolle zu spielen. Seit geraumer Zeit seien anstatt der Union die USA sowohl für Israelis als auch für Palästinenser der einzig relevante Ansprechpartner, sagte Asselborn am Rande von Beratungen mit europäischen Amtskollegen in Luxemburg. In dieser Beziehung müsse man realistisch sein.

Dem Außenminister des Iran habe er gesagt, dass Teheran einen Hebel habe, die Lage im Nahen Osten zu stabilisieren, so Asselborn. mth

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  15.07.2026 Aktualisiert

Justiz

Schweizer Comedian Hamza Raya wegen Rassismus angezeigt

Ein muslimischer Comedian und ein jüdischer Gastronom loten die Grenzen der Satire aus. Nun droht dem einen von beiden eine juristische Auseinandersetzung

von Nicole Dreyfus  15.07.2026

Magdeburg

AfD-Veranstaltung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Steimle

Ein Auftritt des Kabarettisten Uwe Steimle auf einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Zudem gab es Kritik wegen des Singens der DDR-Nationalhymne

 15.07.2026

Kalenderblatt

Der Marschall war vieles, aber kein Judenretter: Philippe Pétain taugt auch 75 Jahre nach seinem Tod für einen Skandal

Marschall Pétain, Verdun, Vichy-Regime - war da was? Über einen Mann, der im Nachbarland Frankreich vom Helden zum Verfemten wurde und über das Schicksal von Tausenden Juden im Zweiten Weltkrieg mitbestimmte

von Joachim Heinz  15.07.2026

Wahlen

Friedrich Merz: Werde alles tun, damit AfD nicht in Verantwortung kommt

Viele sorgen sich vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern vor möglichen Wahlsiegen der AfD. Kanzler Merz hingegen gibt sich zuversichtlich, dass das zu verhindern sei

 15.07.2026

Meinung

Die Fußball-WM war ein voller Erfolg

Schon jetzt steht fest, dass die Weltmeisterschaft 2026 unvergesslich bleiben wird. Zumindest, wenn man die Kriterien des Fußballphilosophen Nick Hornby zugrunde legt

von Elke Wittich  15.07.2026

Kommentar

Sichere Hochschule auch für Jüdinnen und Juden!

Sicherheit ist zentral, aber auch Respekt vor Arbeitsruhegeboten. Wer Prüfungen auf hohe jüdische Feiertage legt, verlangt von Juden, für ihre Religionsausübung Nachteile beim Studienfortschritt in Kauf zu nehmen

von Volker Beck  15.07.2026

Iran

Propagandaplakat in Teheran zeigt Trump im Sarg

Auf dem Plakat wird Vergeltung gefordert. Doch viele Iranerinnen und Iraner stehen den Racheaufrufen kritisch gegenüber

 15.07.2026

Chemnitz

Neonazi Liebich nach Deutschland gebracht

Schon Ende August 2025 sollte er die Haft antreten, floh jedoch stattdessen. Einige Monate später wurde der Neonazi gefasst, nun ist er wieder in Deutschland. Wo kommt Liebich nun hinter Gitter?

 15.07.2026