EP-Gedenkstunde

Jüdischer EU-Abgeordneter warnt vor schwindender Holocaust-Erinnerung

Sitzt seit 2019 für Bündnis90/Die Grünen im Europaparlament: Sergey Lagodinsky Foto: Michael_Thaidigsmann

Der einzige jüdische Europaabgeordnete aus Deutschland hat Sorge über ein Schwinden der öffentlichen Erinnerung an den Holocaust geäußert. »Es beunruhigt mich sehr, wie das öffentliche Erinnern immer weniger wird«, sagte Sergey Lagodinsky (Grüne) anlässlich einer Sondersitzung des Europäischen Parlaments zum Holocaust-Gedenktag, die am Mittwoch in Brüssel stattfindet.

Die Gesellschaft stehe vor einer großen Herausforderung, da es immer weniger Zeitzeugen gebe, erklärte Lagodinsky. Zudem kritisierte er eine zunehmende »Instrumentalisierung der Erinnerung durch politische Gruppen, insbesondere im rechten Spektrum«.

Zugleich lobte Lagodinsky die Anstrengungen der EU im Kampf gegen Antisemitismus. »Die Kommission hat in den letzten Jahren viel bewegt, angefangen bei der Antisemitismus-Strategie«, betonte er.

Diese Strategie, die noch bis 2030 gilt, umfasst Vorschläge für Bildungsinitiativen und zur Bekämpfung von Hasskriminalität im Netz.

Am Montag, 27. Januar, jährte sich die Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zum 80. Mal. Zu diesem Anlass widmete das Europäische Parlament am Mittwoch eine Sitzung dem Gedenken an die Opfer. Auch die jährliche Gedenkstunde des Bundestages ist für Mittwoch in Berlin geplant. epd

Berlin

Unbekannte zerstören Gedenktafel an jüdischem Friedhof

Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt ermittelt

 10.02.2026

Berlin

Ordner, der Lahav Shapira bedrängte, muss Geld zahlen

Israelfeindliche Aktivisten besetzen 2023 einen Hörsaal. Die Stimmung ist aufgeheizt. Dem Studenten Lahav Shaipra wird der Einlass verwehrt. Nun muss ein Ordner deswegen eine Geldauflage zahlen

 10.02.2026

Göttingen

Durchsuchungen wegen mutmaßlichen Nazi-Shops

CDs, Sticker, Kleidung - die mindestens sechs Verdächtigen sollen die rechtsextreme Szene ausgestattet haben. Was die Beamten bei Durchsuchungen noch fanden

 10.02.2026

Boston

US-Gericht stoppt Verfahren gegen türkische Doktorandin

Ein Meinungsbeitrag zum Gaza-Krieg reichte aus: 2025 kam die türkische Doktorandin Rümeysa Öztürk in US-Abschiebehaft. Der Fall löste landesweite Empörung aus – nun ist eine Entscheidung gefallen

 10.02.2026

Faktencheck

Gefälschte Wegweiser entlarven angebliche Epstein-Aufnahme

Der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist 2019 zu Tode gekommen - doch ein Bild soll ihn angeblich in jüngster Zeit in Israel zeigen. Ein genauer Blick zeigt, wieso das nicht stimmen kann

 10.02.2026

Interview

»Was mit den Juden passierte, war vielen gleichgültig«

Sara Elasari-Gruß überlebte den Anschlag auf das jüdische Altenheim in München 1970. Im Interview spricht die Ärztin darüber, wie sie sich retten konnte und wie sie den Vorfall verarbeitet hat

von Michael Thaidigsmann  10.02.2026

Warschau

Polen: Einstellung zu Juden verschlechtert sich

Fast ein Drittel aller Polen hat eine ablehnende Haltung gegenüber Juden

 10.02.2026

Nahost

Westjordanland: Washington und London fordern Kurswechsel von Israel

Großbritannien besteht auf einer Rücknahme der vom israelischen Sicherheitskabinett beschlossenen Maßnahmen. Aus dem Weißen Haus heißt es, Stabilität sei entscheidend

 10.02.2026

Jerusalem/Washington D.C.

Netanjahu reist zu Trump: Iran-Gespräche und militärische Optionen im Mittelpunkt

Die Themenpalette soll weit über einen diplomatischen Austausch hinausgehen und als strategische Weichenstellung für den Umgang mit dem Iran dienen

 10.02.2026