EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Meinung

Das Problem geht weit über Sabine Schormann hinaus

Hessens Kunstministerin Dorn (M.), ex-documenta-Chefin Schormann und Kassels Oberbürgermeister Geselle Foto: imago images/Reiner Zensen

Wer bisher immer noch dem Glauben anhing, dass das Problem der documenta nach unzähligen antisemitischen Entgleisungen alleine einer überforderten Geschäftsführerin und ihrem katastrophalen Krisenmanagement geschuldet war, der wurde durch die Erklärung des Aufsichtsrates am Samstag eines Besseren belehrt.

Denn was dieses Gremium nach den vorangegangenen wochenlangen Querelen und einer peinlichen öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Vertretern von Stadt, Land und Bund gerade in den letzten Tagen vermutlich als Befreiungsschlag ansieht, verdeutlicht ganz im Gegenteil, dass das Problem weit über die Personalie Schormann hinausgeht. Wenn dort noch immer verharmlosend von »Antisemitismusvorwürfen« die Rede ist, dann zeigt dies, dass man immer noch nicht verstanden hat, worum es eigentlich geht.

In dem Text findet sich kein Wort des Bedauerns und keine Entschuldigung in Richtung des Zentralrats der Juden und der jüdischen Gemeinschaft.

Es passt aber ins Bild, denn in dem Text findet sich kein Wort des Bedauerns und keine Entschuldigung in Richtung des Zentralrates der Juden und der jüdischen Gemeinschaft hierzulande für den Schaden, den dieser Skandal angerichtet hat. Stattdessen sind die Aufsichtsratsmitglieder alleine um den Ruf der documenta besorgt und beklagen den Schaden, den die Kunstausstellung genommen hat. Das Statement ist schlicht schäbig.

Angesichts dieses Versagens des Aufsichtsrates und seiner Mitglieder ist es daher überhaupt keine gute Nachricht, dass nun ausgerechnet dieses Gremium an der Aufarbeitung der Geschehnisse mitwirken will. Es bleibt zu hoffen, dass diese doch noch von unabhängigen Expertinnen und Experten, die weder aus Kassel noch aus Hessen kommen, übernommen wird.

Angesichts des Versagens des Aufsichtsrates ist es keine gute Nachricht, dass nun ausgerechnet dieses Gremium an der Aufarbeitung der Geschehnisse mitwirken will.

Aber abgesehen davon, wie es mit der documenta weitergeht und was aus diesem Skandal folgt, bleibt die niederschmetternde Erkenntnis, dass es im Deutschland des Jahres 2022 eines wochenlangen und immensen öffentlichen Drucks - mal wieder fast ausschließlich von jüdischen Organisationen - bedurfte, bevor das Ausstellen von Stürmer-Karikaturen (personelle) Konsequenzen hatte.

Es steht daher zu befürchten, dass ähnliche Fälle in Zukunft folgenlos bleiben. Insbesondere dann, wenn der Judenhass aus der »weltoffenen« Kunst- und Kulturszene kommt.

Der Autor ist Direktor des American Jewish Committee (AJC) in Berlin.

Berlin

Polizei: Aufrufe zu Gewalt verfangen derzeit nicht

Bundesweite Aufrufe zum Protesttag an Halloween: Nach gewaltsamen Demonstrationen in Frankreich stellt sich die Berliner Polizei auf einen Großeinsatz ein. Hinweise auf Plünderungspläne gibt es nicht

 28.10.2026

Nürnberg

Interaktives NS-Dokumentationszentrum öffnet

Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

von Julia Riese  28.10.2026

Reaktion

Laschet: Chancen auf politische Versöhnung in Israel gestiegen

Der Ausgang der Wahl in Israel ist unklar - die Auszählung dauert an. Doch CDU-Außenpolitiker Armin Laschet äußert sich in einer ersten Einschätzung zuversichtlich

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump will Ben-Gvir offenbar aus Netanjahus nächster Regierung heraushalten

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl könnte der US-Präsident zudem auf eine nationale Einheitsregierung drängen

 28.10.2026

Meinung

Wieder ein »kleiner Geländegewinn«

Die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde hat es erneut geschafft, die Regierungsunfähigkeit ihrer Partei zu demonstrieren

von André Anchuelo  28.10.2026

Magdeburg

CDU-Abgeordnete sollten eidesstattliche Erklärung unterschreiben

Seit der Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten steht der Verdacht im Raum, Stimmen könnten aus der CDU gekommen sein. Wie die Fraktion damit umgeht

 28.10.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor linksextremen Einflüssen

Für Samstag hat die Initiative Gen Z regelt deutschlandweit zu Protesten für Bildung und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Aus Sorge vor Ausschreitungen beobachten die Behörden die Lage genau

 28.10.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragte: »Jude« darf kein Schimpfwort sein

Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein in der Bundesregierung an. Ihr erklärtes Ziel klingt einfach

 28.10.2026

Belgrad

Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschaft

Erneut wird ein Wachbeamter vor der israelischen Botschaft angegriffen. Der Vorfall weckt Erinnerungen - welche Sicherheitsmaßnahmen die Behörden jetzt ergreifen

 28.10.2026