Rechtsextremismus

Judenfeindliches Internet-Netzwerk - Beschuldigte bleiben in U-Haft

Bundesgerichtshof in Karlsruhe (Archiv) Foto: imago stock&people

Zwei im Sommer gefasste mutmaßliche Betreiber eines judenfeindlichen Internet-Netzwerks bleiben in Untersuchungshaft. Gegen beide Männer bestehe weiterhin ein dringender Tatverdacht, heißt es in einem Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 9. Februar, der am Freitag in Karlsruhe veröffentlicht wurde (Az. AK 3/21 u.a.). Die Richter ordneten deshalb die Fortdauer der U-Haft an.

Die Bundesanwaltschaft wirft der Gruppierung vor, »massenhaft und systematisch rechtsextremistisches Gedankengut sowie die nationalsozialistische Weltanschauung« verbreitet zu haben. Das soll bis zu Aufrufen zur Tötung von Juden gegangen sein. Die Männer waren am 16. Juli 2020 im niederländischen Herleen und in Berlin festgenommen worden. Zeitgleich gab es Durchsuchungen.

Den in den Niederlanden gefassten Mann, der inzwischen nach Deutschland überstellt wurde, halten die Ermittler für die zentrale Figur. Er soll 2016 die Gruppe auf einem russischen sozialen Netzwerk gegründet haben, wie aus dem BGH-Beschluss hervorgeht.

Der Mann habe in Vernehmungen im Dezember und Januar »einen Großteil der gegen ihn erhobenen Vorwürfe eingeräumt«. Auch der zweite Beschuldigte, der später einer der Administratoren der Seite gewesen sein soll, sei teilweise geständig.

Die Ermittler sehen die deutsche Gruppe als Teil eines internationalen Netzwerks mit weiteren 18 Länder-Gruppen. Welche Rolle die Beschuldigten dabei spielten, ist laut BGH-Beschluss noch unklar. Beide Männer hätten ein sehr zurückgezogenes Leben geführt und seien seit vielen Jahren keiner Arbeit mehr nachgegangen.

Laut BGH wertet derzeit beim Bundeskriminalamt »eine Vielzahl von Polizeibeamten« die sichergestellten Datenträger aus. Außerdem liefen internationale Rechtshilfeersuchen. Die Bundesanwaltschaft plane den »zeitnahen Abschluss« der Ermittlungen und eine zügige Anklage. dpa

Atomprogramm

Iran: Nächste Verhandlungsrunde mit den USA in Genf

US-Präsident Donald Trump fordert vom Teheraner Regime, sein Atomprogramm zu beenden. Doch die iranische Regierung ist nur zu Zugeständnissen bereit

 16.02.2026

Sydney

Bondi-Attentäter erstmals vor Gericht

Naveed Akram ist wegen 59 Straftaten angeklagt, darunter 15-facher Mord sowie die Durchführung eines Terroranschlags

 16.02.2026

Dresden

Mehr rechtsextreme Vorfälle an Sachsens Schulen

Von NS-Symbolen und Parolen bis hin zu Beleidigungen und Gewalt: Das sächsische Bildungsministerium hat 2025 fast 250 rechtsextreme Vorfälle dokumentiert

von Yvonne Jennerjahn  15.02.2026

Analyse

Das Prinzip Trump

Der US-Präsident hat Israels sicherheitspolitische Lage gestärkt – zugleich spaltet er das eigene Land. Aber ein geschwächtes Amerika garantiert keinen stabilen Schutz

von Carsten Ovens  15.02.2026

Nahost

Italien und Rumänien nehmen als Beobachter an Trump-»Friedensrat« teil

Bislang sind in dem Gremium des US-Präsidenten nur zwei EU-Staaten dabei

 15.02.2026 Aktualisiert

Solidarität

Für Freiheit im Iran: 250.000 Demonstranten in München

Unter den Rednern war auch der Publizist Michel Friedman: »Ein Regime, das für Terrorismus steht, gehört abgesetzt«

 15.02.2026 Aktualisiert

USA/Iran

US-Präsident Trump: Machtwechsel im Iran wäre wohl das Beste

US-Präsident droht Teheran im Streit über das Atom- und Raketenprogramm mit einem Angriff. Er legt nach: Nur ein Deal könne dies verhindern

 14.02.2026

NS-Raubkunst

Wolfram Weimer kündigt Restitutionsgesetz an

»Eine Frage der Moral«: Der Kulturstaatsminister stimmt einem unter anderem vom Zentralrat der Juden geforderten Gesetz zu

 14.02.2026

Berlin

Brandenburger Tor leuchtet als Zeichen der Solidarität mit Iran-Protesten

»Die gewaltsame Niederschlagung der Proteste ändert nichts daran, dass der Drang nach Freiheit bleibt«, sagt Kai Wegner (CD), der Regierende Bürgermeister

 13.02.2026