Umfrage

Biden oder Trump: Wen würden jüdische Amerikaner wählen?

Foto: imago

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage des Jewish Electoral Institute unter jüdischen Wählern in den USA zeigt eindeutig deren politische Präferenzen. Wenn die für den 5. November 2024 geplanten Wahlen schon jetzt stattfinden würden und das Kandidaten-Szenario mit dem von 2020 vergleichbar wäre, würden 72 Prozent der jüdischen Wähler für Joe Biden stimmen und nur 22 Prozent für Donald Trump.

Die Umfrage ist relevant, da Trump einer der republikanischen Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur ist. Und obwohl er während seiner Amtszeit einen Coup anzettelte, erwiesenermaßen Lügen verbreitete und zuletzt angeklagt und sogar verurteilt wurde, hat ihn seine Partei bisher nicht gestoppt.

Orthodoxe für Trump Insgesamt wurden 800 registrierte jüdische Wähler aus drei Denominationen befragt: Orthodoxe, Konservative und Progressive – entsprechend den drei zentralen Strömungen des amerikanischen Judentums. Innerhalb der orthodoxen Gemeinschaft gibt es eine klare Tendenz zugunsten von Trump. 76 Prozent der orthodoxen Juden unterstützen ihn, während nur 13 Prozent für Biden stimmen würden.

Insgesamt jedoch befürworten 67 Prozent der jüdischen Wähler in den USA die Arbeit von Präsident Joe Biden, während 33 Prozent seinen Kurs ablehnen. Unabhängig von den Kandidaten, tendieren 59 Prozent zu den Demokraten und 24 Prozent zu den Republikanern.

Auch wurden die jüdischen Wähler gefragt, welche Themen ihnen am wichtigsten sind. Mehr als ein Drittel, nämlich 37 Prozent, gab an, die Zukunft der US-Demokratie sei für sie ein zentrales Anliegen. Weitere wichtige Themen sind die Wirtschaft und die Inflation, das Abtreibungsrecht, der Klimawandel, die Handhabung von Schusswaffen und die Immigration. All diese Bereiche werden in Amerika diskutiert. Die Sorge um die Demokratie ist offensichtlich auch mit Trumps Putschversuch vom 6. Januar 2021 verbunden.

Kampf gegen Antisemitismus In nahezu allen wichtigen Politikbereichen - einschließlich der Ukraine-Politik - vertrauen jüdische Wähler in den USA den Demokraten weit mehr als den Republikanern. Dies gilt auch für den Kampf gegen den sich weiter verbreitenden Antisemitismus. Aus den detaillierten Umfrageergebnissen geht dies deutlich hervor.

Auffällig sind Unterschiede beim Abstimmungsverhalten in Zusammenhang mit dem Alter und dem Geschlecht der Befragten. Jüdische Wählerinnen sind zu 76 bis 78 Prozent von Bidens Arbeit in den Bereichen Infrastruktur, Abtreibungsrecht, Schaffung von Arbeitsplätzen und Kampf gegen Judenhass überzeugt. Bei den männlichen Befragten sind es hingegen nur 56 bis 63 Prozent. Auch zeigten sich ältere Befragte ab 65 Jahren weitaus überzeugter von Bidens Politik als jüngere Teilnehmer.

Zu Benjamin Netanjahu wurden die jüdischen Wähler in den USA ebenfalls befragt. Lediglich 28 Prozent von ihnen haben derzeit eine wohlwollende Ansicht von ihm. Die Frage »Fühlen Sie sich gefühlsmäßig mit Israel verbunden?« beantworteten 72 Prozent eher mit »Ja« und 28 Prozent eher mit »Nein«.

Etwa 5,8 Millionen US-Amerikaner – ca. 4,5 Prozent der Bevölkerung – sind Juden. Im Jahr 2020 stimmten 68 Prozent der Wähler unter ihnen für Biden und 30 Prozent für Trump, während das Verhältnis bei allen amerikanischen Wählern 51 zu 49 Prozent betrug.

Berlin

Brandenburger Tor leuchtet als Zeichen der Solidarität mit Iran-Protesten

»Die gewaltsame Niederschlagung der Proteste ändert nichts daran, dass der Drang nach Freiheit bleibt«, sagt Kai Wegner (CD), der Regierende Bürgermeister

 13.02.2026

Augsburg

Gericht kippt Redeverbot für Höcke im Allgäu

Am Wochenende sollte Thüringens AfD-Landtagsfraktionschef in zwei Hallen in Bayern als Gastredner auftreten. Die Gemeinden wehren sich – aber vorerst nur in einem Fall mit Erfolg

 13.02.2026

Meinung

Danke, Herr Minister!

Johann Wadephul hat sich von Francesca Albanese distanziert und ihren Rücktritt gefordert. Doch jetzt muss Deutschland auch den nächsten Schritt gehen und ihre Absetzung beantragen

von Michael Thaidigsmann  13.02.2026

Meinung

Jeffrey Epstein: Ein schlechter Mensch

Der verurteilte amerikanische Sexualstraftäter ist und bleibt ein beliebig formbares Vehikel für jedweden Verschwörungsmythos

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026

Diplomatie

Berichte: USA schicken weiteren Flugzeugträger nach Nahost

Der Schritt ist eine Drohung an das Regime im Iran, mit dem US-Präsident Donald Trump gerne ein Atom-Abkommen abschließen möchte

 13.02.2026

Berlin

Internationales Auschwitz Komitee fordert AfD-Verbotsverfahren

Eva Umlauf, die Präsidentin des Komitees sagt, die Partei müsse »endlich vor die Schranken des Bundesverfassungsgerichts« gebracht werden

 13.02.2026

Analyse

Historiker: Dirigent von Karajan kein Hitler-Sympathisant

Opportunist oder Gesinnungsnazi? Das historische Bild des Dirigenten Herbert von Karajan leidet seit Längerem unter seiner NSDAP-Mitgliedschaft. Der Historiker Michael Wolffsohn will ihn nun von mehreren Vorwürfen freisprechen

von Johannes Peter Senk  13.02.2026

Ramallah

Scharia und Unterstützung für »Märtyrer«: PA veröffentlicht Verfassungsentwurf

In dem Entwurf, den Palästinenserpräsident Mahmud Abbas publizieren ließ, wird Jerusalem als »Hauptstadt des Staates Palästina« bezeichnet. Jüdische Bezüge werden im gesamten Text nicht erwähnt

 13.02.2026

München

Lauder fordert Abberufung von Francesca Albanese

Die UNO-Sonderberichterstatterin stehe für eine ideologische Agenda, die Verschwörungstheorien und spaltende, antisemitische Botschaften transportiere, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

von Imanuel Marcus  13.02.2026